Blutungen stillen

Es kann hin und wieder vor kommen, dass ein Vogel Erste-Hilfe-Maßnahmen benötigt, gerade nach dem er sich eine Verletzung zugezogen hat. Meist stammen diese Verletzungen von Unfällen, wie zum Beispiel einer Kollision. Folgen von Kollisionen sind hauptsächlich Blutungen oder Knochenbrüche. Aber auch bei Streitigkeiten unter Wellensittichen kann es zu Blutungen kommen.

Hat ein Vogel sich eine Verletzung zugezogen, die blutet, dann sind meistens Blutspritzer in der Nähe zu finden. Weitere Symptome dafür können sein: Federverlust, hängender Flügel oder eine Beinschonhaltung, je nachdem, wo er sich verletzt hat. Außerdem könnte der Vogel apathisch auf der Stange oder dem Boden sitzen oder gar zittern.

Sehr kleine Blutungen

Es sind keine Notfallmaßnahmen nötig, wenn die kleinen Blutungen in kurzer Zeit von selbst abklingen. Denn der Vogel kann sich davon meist aus eigener Kraft wieder erholen. Da muss man ihn nicht erst den Stress des Einfangens aussetzen. Aber der Vogel sollte dennoch für die nächste Zeit unter sorgfältiger Beobachtung stehen, damit man sicher gehen kann, dass die Wundheilung ohne Komplikationen verläuft. Problematisch wird es, wenn ein Vogel nach einer Blutung auffallend schläfrig und müde wirkt. Da sollte dringend ein vogelkundiger Tierarzt aufgesucht werden!

Große Blutungen

Bei einer großen Wunde mit erheblichen Blutverlust muss die Wunde sofort gestillt werden. Da Wellensittiche nur sehr wenige Tropfen Blut haben, es handelt sich um lediglich 4 Milliliter, kann ein starker Blutverlust sehr schnell lebensbedrohlich werden. Die Wunde sollte rasch und notdürftig gesäubert werden, wenn sie verschmutzt ist. Die Wunde muss dann sofort mit einer Mullauflage bedeckt und mit einem Verband versehen werden.

Auch einsetzen kann man dafür Claudenwatte. Claudenwatte wird gerne genutzt für die Blutstillung. Es handelt sich hierbei um eine Watte, die auf die blutende Wunde leicht drauf gedrückt wird. Claudenwatte sollte niemals in den Schnabel gegeben werden. Auch wenn die Blutung an der Zunge ist. Diese Watte hat Fasern, die sehr schnell verschluckt werden können und für Probleme im Verdauungstrakt führen können. Hierfür sollte man lieber einen flüssigen Blutstiller auftragen. Dazu kann man ein Wattestäbchen nutzen. Dieser flüssige Blutstiller sollte möglichst nicht mit gesundem Gewebe in Berührung kommen, da dieser die Haut austrocknet. Der Blutstiller sollte zur Anwendung der Schleimhäute geeignet sein und von dem Vogel in kleinen Mengen geschluckt werden dürfen. Am besten wendet man sich da an den behandelnden vogelkundigen Tierarzt.

Der Verband sollte genügend Druck auf die Wunde ausüben, damit die Blutung zum Stillstand kommt. Notfalls ist es auch möglich selbst leicht mit dem Finger diesen Druck auszuüben, aber bitte nicht zu stark drücken! Der Verband darf am Rumpf nicht zu fest sitzen, denn das würde den Vogel nur beim atmen behindern. Nach einer solch starken Blutung sollte das Tier so schnell wie möglich zu einem vogelkundigen Tierarzt gebracht werden. Dies ist ganz wichtig nach Tierbissen von Katze oder Hund, denn der Speichel ist giftig und enthält auch viele Bakterien. Die Wunde muss dann sofort beim Arzt mit Antibiotika behandelt werden.

Auch ein kleiner Blutverlust kann für alte, kranke oder sich in der Mauser befindlichen Vögel lebensbedrohlich werden.

Der Transport

Einen Vogel sollte man zügig zu einem vogelkundigen Tierarzt bringen, wenn die Wunde sehr stark blutet und die Blutung nicht zu stoppen ist. Durch diesen Blutverlust wird der Vogel enorm geschwächt. Sehr häufig erleidet der Vogel einen Schock, aufgrund der Schmerzen und des hohen Blutverlustes.

Auf dem Boden des Transportkäfigs sollte sich keinesfalls Sand befinden, denn dieser kann die Wunde verunreinigen, was zu Entzündungen führen kann. Aber auch Küchenpapier und Baumwolltücher sind als Bodenbelag nicht geeignet, denn die saugende Wirkung kann den Blutverlust erhöhen. Auch von Sitzstangen im Transportkäfig ist abzuraten, da das Unfallrisiko, bei einem ohnehin schon verletzten Vogel, steigt. Bei Fußverletzungen sollte der Vogel weich sitzen dürfen, um die Schmerzen zu verringern.

Die günstigste Alternative in diesem Falle wäre, wenn der vogelkundige Tierarzt einen Hausbesuch durchführen könnte. Es ist sehr viel weniger Stress für den ohnehin unter Schock stehenden und geschwächten Wellensittich. Ist dies nicht möglich, wäre es am Besten, wenn man telefonischen Kontakt zum Tierarzt halten könnte, damit dieser Anweisungen geben kann, was zu tun ist. Besonders bei sehr großen blutenden Wunden wäre das angebracht.

Nach einer Blutung

Hat ein Vogel sehr viel Blut verloren, sollte ihm genügend Flüssigkeit zur Verfügung stehen. Besser wäre noch, wenn man ihm sie selbst zuführt. Denn durch diese Blutung ist der Flüssigkeitshaushalt gestört, und mit dem Blut sind sehr viele Nährstoffe verloren gegangen. Diese sind wichtig für den Zellstoffwechsel und den gesamten Organismus. Durch den Flüssigkeitsausgleich kann man die Nährstoffe wieder zuführen.

Mit dem Tierarzt kann man absprechen, ob es nach einer Blutung sinnvoll wäre Amynin oder eine Elektrolytlösung dem Vogel zu verabreichen. Dies kann schnabulös oder über das Trinkwasser geschehen. Der Tierarzt erklärt die genaue Dosierung. Gerade schnabulöse Verabreichung führt bei den Wellensittichen zu extremen Stress, der bestmöglichst vermieden werden sollte. Aber zum Ausgleichen des Elekrolytverlustes sehr sinnvoll.

Damit sich der Vogel erholen und beruhigen kann, sollte man ihn allein in einen Transport- oder Krankenkäfig setzen, dieser sollte gepolstert sein und keine Stangen enthalten, da der Vogel geschwächt ist und sehr schnell von der Stange stürzen kann. Die Wunde kann da sehr schnell wieder aufplatzen. Der Raum sollte nicht zu kühl sein, da ihm durch den Blutverlust durchaus kalt werden kann. Eine ideale Raumtemperatur wäre zwischen 25 und 30°C. Bevor man den Welli dem Rotlicht oder dem Dunkelstrahler aussetzten möchte, sollte auch dies mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Die Wärme kann zu einer erneuten Blutung führen. Da Wellensittiche nur so wenig Blut haben, kann dieses schnell zum Verbluten führen.

Verletzungen an der Wachshaut / Nasenhaut

Da die Haut an der Nase sehr weich und dadurch empfindlich ist, können Verletzungen dort durchaus entstehen. Allein ein Stoßen an der Wachshaut kann zu einer kleinen Wunde führen. Aber Katharinasittiche sind weitaus empfindlicher. Es kommt bei ihnen viel häufiger zu größeren Blutungen, was bei anderen Vogelarten nur zu kleinen Blutungen führt. Die Wellensittiche zählen aber eher zu der Kategorie, die eine sehr robuste Wachshaut haben. Aber auch bei ihnen treten Verletzungen auf. Leichte bis stärkere Blutungen sollten von einem vogelkundigen Tierarzt behandelt werden. Auch, wenn die meisten Verletzungen oberflächlich sind und eher harmlos, der Tierarzt gibt nochmals Sicherheit, dass es wirklich nichts schlimmes ist.

naseputt

Verletzungen an der Nase enstehen ganz schnell, wenn der Wellensittich gegen einen Gegenstand fliegt. Dies kann eine Fensterscheibe sein, ein Ast oder gar eine Wand. Ganz schnell kommt es da zu einer Platzwunde, die im Normalfall relativ schnell auf hört zu bluten. Meistens muss der Halter nicht erst eingreifen, weil die Wunde sehr schnell aufhört zu bluten. Blutet der Wellensittich aus der Nase, dann sollte ein vogelkundiger Tierarzt aufgesucht werden, da dies dann auf eine schwere Verletzung hindeutet.

Bei kleineren Streitigkeiten unter Wellensittichen zielen diese gerne auf den Kopf des Gegners. Trifft dieser die Nase, dann kommt es zu erheblichen Verletzungen. Auch zu einer teilweise aufgerissenen Wachshaut kann es kommen. Hierfür verwendet man am besten Blutstiller wie Claudenwatte. Andere flüssige Präparate könnten in die Nase laufen, dies führt zu Reizungen der Schleimhäute. Diese sind ohnehin schon sehr empfindlich.

Bei größeren Streitigkeiten kommt es zu weitaus schlimmeren Wunden. Eine völlig abgerissene Wachshaut könnte eine Folge davon sein. Dies passiert, wenn sich der Gegner in die Wachshaut verbeißt. Der Blutverlust ist hierbei sehr hoch und der Halter sollte schnellstmöglich eingreifen, damit der Vogel nicht verblutet. Ebenso sollte verhindert werden, dass das Blut nach innen läuft und das Tier so nicht ersticken kann. Bei einer abgerissenen Wachshaut kommt es nur sehr selten dazu, das diese nachwächst. Meist ist diese zu stark verletzt, dass sie nicht nachwachsen kann und die Nase nun völlig ungeschützt ist.

Das Nasenbluten

Nasenbluten tritt meist nach Kollisionsunfällen auf, aber auch bei Verletzungen der Wachshaut. Hierbei sieht man das Blut aus dem inneren der Nase kommen. Man sollte in diesem Falle keinesfalls Blutstiller anwenden, damit die Nasenlöcher nicht verkleben. Auch das getrocknete Blut darf die Nasenlöcher nicht verstopfen, da der Vogel sonst schlechter Luft bekommt. Die eigentliche Verletzung liegt nicht außerhalb der Nase, sondern innerhalb, da nützt der Blutstiller auf der Nase nichts. Verkrustet das Blut an der Nase, kann man vorsichtig mit einem Zahnstocher die Kruste abmachen. Hierbei ist aber äußerste Vorsicht geboten, wenn man abrutscht, kann es zu weitaus schlimmeren Verletzungen kommen! Wer sich beim fixieren des Vogels nicht sicher fühlt, sollte dies dann doch lieber dem vogelkundigen Tierarzt überlassen. Blutet es weiterhin, dann sollte der Vogel dringend dem vogelkundigen Tierarzt vorgestellt werden!

Platzwunden

Platzwunden treten meist nach Kollisionsunfällen auf. Dies kann eine Wand, ein Spiegel oder eine Fensterscheibe sein. Fliegen die Vögel gegen diese Gegenstände, ziehen sie sich meist eine Platzwunde zu. Betroffene Stellen sind eher die Wachshaut oder der Kopf. Platzwunden können kräftig bluten und sind meist lebensgefährlich. Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte man die Wunde stillen und den Vogel danach dringend zu einem vogelkundigen Tierarzt bringen. Nur dieser kann feststellen, ob sich der Vogel eine Gehirnerschütterung zugezogen hat. Die große Platzwunde muss gegebenenfalls genäht werden, damit die Wunde nicht immer wieder aufbrechen kann.

Bisswunden

Bei Wellensittichen kommt es hin und wieder zu Meinungsverschiedenheiten, in denen es zu Keilereien kommt. Aber auch bei der Vergesellschaftung kann es schnell dazu kommen. Wie eine Vergesellschaftung im günstigsten Falle aussehen sollte, kann man in dem Artikel über Vergesellschaftung nachlesen. Bei der Vergesellschaftung mit anderen Vogelarten kommt es des öfteren zu schlimmen Auseinandersetzungen. Auf dem folgenden Bild sieht man eine Augenverletzung nach einer Auseinandersetzung

Augenverletzung

Bei Wellensittichen äußern sich Anfeindungen nicht unbedingt in Drohgebärden. Ganz schnell passiert es, dass sie gleich mit dem Schnabel auf andere Wellensittiche losgehen und so dem Gegner Bisswunden zufügen. Diese Bisswunden können heftig bluten. Hierbei ist schnelles Eingreifen des Halters wichtig. Blutstiller wie Claudenwatte wäre in dieser Situation die beste Lösung.

Bisswunden sind meist im Kopfbereich, aber auch die Beine sind oft mit betroffen. Der Rest vom Körper ist eher in den seltensten Fällen betroffen. Auch die Zunge wird sehr selten mit einem Biss verletzt. Tiefe und stark blutende Wunden gehören in die Hand des vogelkundigen Tierarztes. Gerade bei Bisswunden, die die Zunge Hals oder Kopf betreffen. Es kommt in diesem Falle sehr schnell zu Schwellungen, die für den Vogel lebensbedrohlich werden können.

Verletzungen der Zunge

Die Zunge ist übersät mit vielen Nerven und sehr gut durchblutet. Bei einer Verletzung der Zunge kommt es zu starken Blutungen und meist auch zu einer starken Schwellung, welche zu Atemproblemen führt. Bei Verletzungen des Schnabels sollte schnellstmöglich der vogelkundige Tierarzt aufgesucht werden. Es ist meist lebensbedrohlich. Bei einer schweren Blutung ist es schwer, diese zu stoppen und gehört in jedem Fall in fachkundige Hände. Außerdem sollte der Vogel Medikamente vom Tierarzt bekommen, da solche Verletzungen immer sehr schmerzhaft sind. Es kann dazu führen, dass der verletzte Vogel keine Nahrung mehr zu sich nehmen kann, wegen der starken Schwellung oder sogar gar nicht möchte, da er zu große Schmerzen hat. In diesem Fall muss der Vogel Zwangsernährt werden. Diese Zwangsernährung kann der Tierarzt durchführen. Dazu wird der Vogel stationär aufgenommen und ist somit in den besten Händen.

Verletzungen des Schnabels

Der Vogelschnabel besteht aus einem sehr gut durchbluteten knöchernen Unterbau (dem Unter- und Oberkiefer). Dieser knöcherner Unterbau versorgt das Schnabelhorn mit Nährstoffen. Das Schnabelhorn wächst ständig nach. Es wird abgenutzt durch das Benagen von Zweigen und anderen Materialien. Wird der Schnabel zu lang oder ist gar deformiert, kann es an zu wenig Nage- und Klettermöglichkeiten liegen, aber ebenso an einer Erkrankung der Leber. Wenn der Schnabel zu lang wird, muss er gekürzt werden. Dies sollte von einem vogelkundigen Tierarzt durchgeführt werden. Der Schnabel ist mit ausreichend Nerven und Blutgefäßen durchzogen.

Wenn das Schnabelhorn verletzt wird, kann es einen Nerv oder ein Blutgefäß treffen. Es kann aber auch bis hin zum Knochen durch gehen. Diese Wunde blutet sehr heftig und ist sehr schmerzhaft für den Vogel selber. Schnabelverletzungen gehören grundsätzlich in die Hände des vogelkundigen Tierarztes. Bleibt die Wunde unbehandelt, kann es sehr schnell zum verbluten des Vogels kommen.

Ebenso kann es zu einem Schnabelbruch kommen. Ein Schnabelbruch ist meistens das Todesurteil für einen Vogel, da er meist nicht mehr selbstständig fressen kann.

Verletzung der Zehen, Füße und Krallen

Zehen und Füße werden meistens durch Beißereien und Quetschungen, aber auch durch das Hängen bleiben an Seilen verletzt. Diese Verletzungen sind meistens sehr schwer. Zänkern sich Wellensittiche kommt es auch mal zu leichten Beißereien in die Füße, dass geht meistens gut aus, sind es ernste Kämpfe, sind die Verletzungen schlimmer. Es kann dazu führen, dass einzelne Zehenglieder abgetrennt werden.

Krallenverletzung

Diese Verletzungen bluten sehr stark und müssen schnellstens versorgt werden. Sehr oft werden die Wunden, beziehungsweise die Gefäße, beim Tierarzt, verödet. Nur so verblutet der Wellensittich nicht. Solltet ihr einen Vogel mit solch einer stark blutenden Wunde vorfinden, solltet ihr euch beeilen den Wellensittich zum Tierarzt zu bringen. Der Vogel könnte nicht nur verbluten, nein, an den Füßen setzen sich schnell Keime und Krankheitserreger fest, das führt im aller schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung.

Wurde der Vogel vom Tierarzt versorgt, sollte dafür gesorgt werden, dass die Wunde nicht verschmutzt wird. Also im Käfig sollte sich kein Vogelsand befinden. Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass der Vogel nicht an der Wunde nagt. Sollte dies der Vogel tun, sollte man mit dem Tierarzt reden, ob es nicht besser wäre eine Halskrause anzulegen.

Die Krallen der Wellensittiche bestehen aus ständig nachwachsenden, hartem Hornmaterial. Das ist wie bei uns Menschen, ähnlich schmerzunempfindlich. Es befindet sich in der Kralle eine Blutbahn. Diese Blutbahn ist dafür zuständig, dass das Horngewebe während des Wachstums mit ausreichend Nährstoffen versorgt wird. Diese Blutbahn erstreckt sich etwa über die Hälfte bis zu 2 Dritteln der Kralle.

Das Blutgefäß wird nicht verletzt, wenn die Kralle in dem Bereich abreißt, wo sich nicht das Blutgefäß befindet. Es sollte darauf geachtet werden, dass das abgerissene Stück Kralle nicht noch an dem Füßchen hängt. Ebenso sollte man darauf achten, dass der Vogel nicht mit seiner Kralle überall hängen bleibt, da sie nun nicht mehr eben ist. Sollte der Vogel hängen bleiben, kann man ihm die Kralle vorsichtig glatt feilen, es sollte aber darauf geachtet werden, dass das Blutgefäß nicht beschädigt wird. Bleibt der Vogel irgendwo hängen, kommt es leider sehr schnell zu Zerrungen in den Beinen. Denn meist versucht der Vogel selbst zu befreien.

Hin und wieder muss man die Krallen der Vögel auch schneiden lassen. Wird beim Schneiden die Blutbahn verletzt, kann es zu sehr starken Blutungen führen. Aber auch wenn die Kralle komplett heraus gerissen wird. Die Blutung sollte schnellstmöglich gestoppt werden. Am besten nimmt man hierfür ein Blutstiller. Der Blutstiller ist für leichte Blutungen geeignet. Nach wenigen Minuten sollte die Wunde nicht mehr bluten. Hört es nicht auf zu bluten, sollte dringend ein vogelkundiger Tierarzt aufgesucht werden, in der Not auch ein Tiernotdienst. Das Blutgefäß muss verödet werden. Meistens bekommt der Vogel ein Schmerzmittel, denn dieser Eingriff und der eventuelle Verlust der Kralle ist mit heftigen Schmerzen verbunden.

Es kann auch passieren, dass die Kralle nicht komplett heraus gerissen wird. Dann hängt sie manchmal teilweise nur noch an einem Hautfetzen. In diesem Falle verliert der Vogel nicht allzu viel Blut. Aber die Schmerzen sind enorm, gerade bei der Belastung des Fußes. Auch in diesem Falle sollte schnellstens der vogelkundige Tierarzt aufgesucht werden. Der Tierarzt wird die Kralle entfernen und die Blutung stoppen.

keine Kralle

Es ist nicht gesagt, dass eine komplett heraus gerissene Kralle nach wächst. Ist bei der Verletzung der Wachstumsbereich verletzt worden, wird dem Vogel die Kralle nicht nachwachsen. Ist der Bereich nicht beschädigt, dann wächst die Kralle nach, vielleicht nicht vollständig. Ein Vogel kann auch wunderbar ohne eine Kralle leben.

Stichverletzung

Stichverletzungen können mitunter auch relativ schnell geschehen. Wenn der Vogel beispielsweise auf einem Kaktus landen möchte. Sollte dies geschehen sein, sollte ein vogelkundiger Tierarzt mal ein Auge drauf werfen und schauen, wie tief der Stich ist. Was dann weiter geschieht, wird der Tierarzt entscheiden.

Blutet der Vogel aus der Stichverletzung und hört diese Blutung nicht auf, dann sollte man einen Blutstiller anwenden. In den meisten Fällen ist es aber nötig, den Vogel zu einem Tierarzt zu bringen. Man sollte darauf achten, dass sich die Wunde nicht entzündet. Dieses Bild zeigt eine Blutung, nach einer Spritze.

Blutung nach Spritze

Nach größerem Blutverlust, was sehr großer Stress ist für den Vogel und das Immunsystem sehr angreift, sollte darauf geachtet werden, wie der Vogel sich verhält. Es kann sich auch nach Wochen noch eine Sekundärinfektion ausbreiten. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man den Vogel von dem Tierarzt behandeln lässt.

Sollte der Körper nach einer Stichverletzung enorm anschwellen, dann könnte eine Verletzung des Luftsacks vorliegen. In diesem Falle sollte dringend der vogelkundige Tierarzt aufgesucht werden. Diese Verletzung sollte rasch behandelt werden.

Blutkiele

Es passiert schnell, dass die Wellis unfreiwillig Federn lassen müssen. Sei es durch Artgenossen oder bei Einfangaktionen. Sind es nur einzelne Federn, werden sie keine Wunde hinterlassen. Wenn allerdings gleich mehrere Federn sind, kann es zu einem großen Blutverlust kommen. Auch verletzte oder ausgerissene Blutkiele führen sehr schnell zu einer starken Blutung. Die größten Wunden entstehen an den Flügeln oder am Schwanz. An den Stellen weisen sie einen sehr großen und breiten Kiel auf. Das restliche Körpergefieder weißt nur kleine zarte Federkiele auf. Die Verletzungen sollten sehr gut beobachtet werden! Vögel knabbern gerne an den Blutkielen herum und spätestens in diesem Falle, sollte der Wellensittich zum Arzt gebracht werden. Eine solche Blutung kann sehr schnell lebensbedrohlich werden und der Tierarzt sollte dem Wellensittich gegeben falls eine Halskrause umlegen.

blutkiel

Sollten die Federn großflächig ausgerissen werden, kann es passieren, dass sich ein Stückchen Haut mit den Federn löst. Dies führt zu starken Blutungen. Meistens tritt ein paar tage danach eine Verfärbung auf der Haut auf. Hierbei handelt es sich meistens um einen blauen Fleck (Hämatom). Diese Haut ist dann sehr druckempfindlich und bedarf teilweise besonderer Pflege. Dies sollte mit einem vogelkundigen Tierarzt abgesprochen werden, was zu tun ist und mit was die Haut behandelt werden kann.

verletzung

Quetschwunden

Zu Quetschwunden kommt es häufig bei zu Heimvögeln. Meistens entstehen diese beim schließen der Käfigtür und der Wellensittich springt noch schnell auf den Rand. Solche Quetschungen sollten schnell behandelt werden, bestenfalls von einem Tierarzt. Leider werden in den meisten Fällen Blutgefäße mit verletzt und womöglich wird nicht mehr alles richtig durchblutet. Es kann dadurch passieren das einzelne Zehen absterben

Es werden sehr häufig die Blutgefäße in der Kralle beschädigt, dies führt zu einem enormen Blutverlust. Da Wellensittiche nur sehr wenig Blut haben, können diese unter Umständen sehr schnell verbluten.

Es kommt auch häufig zu Knochenbrüchen und unter Umständen leider auch zu eine Sehnenverletzung oder gar zum Sehnenriss.

Knochenbrüche

Knochenbrüche gehören in jedem Fall in die Hände des vogelkundigen Tierarztes. Der verletzte Flügel oder das verletzte Bein sollte so gut es geht stabilisiert werden. Eventuell nimmt man dazu einen Stützverband und ein Streichholz als Schiene. Dann sollte man unverzüglich zu einem vogelkundigen Tierarzt fahren. Der Flügel muss innerhalb kürzester Zeit richtig geschient werden, deshalb ist rasches Handeln wichtig. Der Knochen wächst sehr schnell wieder zusammen. Natürlich kann es auch zu anderen Knochenbrüchen kommen, diese sind aber eher selten.

Knochenbrüche sind an einer abnormalen Flügel- oder Beinstellung zu erkennen.

Ragen Knochenstücke aus einer Wunde heraus, spricht man von einem offenen Bruch. Dieser Offene Bruch führt relativ häufig innerhalb kürzester Zeit zu schweren Infektionen. Sie verlaufen tödlich, wenn sie unbehandelt bleiben.

Schnittwunden

Schnittwunden treten in den häufigsten Fällen an den Füßen auf. Das liegt daran, dass die Haut an den Füßen nicht mit Federn bedeckt ist. Am Körper schützt das Federkleid die Vögel vor Verletzungen. Leichte Verletzungen, bei denen sich meist nur ein paar Hautschuppen sich lösen, führen nur selten zu Blutungen und wenn, dann nur zu sehr kleinen, aber auch diese kleinen Blutungen sollten gestillt werden. So kommt es gar nicht erst zu größeren Blutungen.

Schnittwunden unter dem Federkleid kommen eher selten vor. Treten sie aber auf, sind sie meist sehr gefährlich. Leider bemerkt man sie unter dem dichten Federkleid nur sehr spät und die Gefahr des Verblutens ist sehr groß. Man erkennt diese Verletzungen meist nur durch Blutspritzer am Boden. Die Federn verdecken alles andere und auch ist nicht immer im Gefieder die blutende Stelle zu sehen.

Blutspritzer

Es ist immer ratsam, die Telefonnummer des vogelkundigen Tierarztes parat zu haben. Auch gegebenenfalls die Notdienstnummer. Denn es geht manchmal so schnell, dass etwas passiert.

 


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