Wir brauchen noch zwei Hennen -
So fing im Frühjahr 2008 alles an. Da unsere Gino die einzige
Henne unter drei Herren war, waren wir uns einig, dass noch zwei
Damen einziehen mussten.
Ausschlaggebend war, dass im Zoohandel der Wellinachwuchs nach
Geschlechtern getrennt war, was lag da Näheres auf der Hand,
hier unser Vorhaben zu verwirklichen. (Heute würde ich mir
eine Bestimmung selber zutrauen, aber damals............)
Meine Tochter entschied sich für einen gelben (rezessiver
Schecke), Diva wurde sie sogleich genannt, ich für einen
dunkelgrünen, Camilla sollte sie heissen.
Das Gefieder von Diva war nur bei sehr, sehr genauem Hinsehen
etwas unordentlich, ich schob es auf die vlt. schon beginnende
Jugendmauser.
Anfangs konnte sie noch prima fliegen, nur bei der Landung hatte
man mehr und mehr das Gefühl, sie konnte nicht richtig
"abbremsen", da die Schwanzfedern immer zerzauster und mickriger
aussahen.
Und dann ging das ganze Elend los, die langen Schwung- und Schwanzfedern wurden immer struppiger, fielen aus, bevor sie richtig ausgebildet waren, sie flog immer schlechter und weniger.
Nach einigem Hin und Her hatte ich endlich einen TA gefunden , der wusste, was ich wollte, siehe da - der Test auf PBFD fiel positiv aus.
Nun wurde die Käfigumgebung gepolstert,
Schaumgummi-Meterware mit altem Bettzeug abgedeckt, eine
große Leiter ermöglichte den Rückweg für den
Fußgänger.
Den Käfig streute ich - auch heute noch - dick mit normaler
Kleintierstreu aus, das dämpft hervorragend die kleineren
Missgeschicke.
Das Gefieder von Diva hat sich seit dem ersten großen Schub nicht großartig verändert, anfangs hatte sie noch ein kleines Schwanzfederchen, größere Lücken sieht man bei ihr (noch) nicht, sie hat eben kein Großgefieder mehr.
Anders bei Lily, die ich mit ihrem voll befiederten Partner im
Herbst 2009 aus dem TH aufgenommen habe. Bei beiden wurde ebenfalls
PBFD diagnostiziert, ihr drohte das Einschläfern, weil sie
eben schon so deutliche Anzeichen hatte und somit nicht
vermittelbar war.
Also her mit den Zweien. Schon anfangs hatte sie ziemlich "lichtes
Haupthaar", mittlerweile stellenweise wirklich eine Glatze.
Doch ihr Aussehenn steht gegensätzlich für ihr Verhalten, sie ist sehr agil, kommt überall hin, wo sie will, ist zu allen böse, die ihr im Weg sind, jagt alle vom Napf weg, schreit wie am Spieß, wenn man sie festhält - kurzum ein Teufelchen.
Beide Vögel, bei denen die Krankheit sichtbar ist, verhalten sich absolut normal, bis auf das Fliegen natürlich, fressen gut, sind munter.
Die Krallen bei Lily müssen öfter kontrolliert werden,
sie sind etwas brüchig, aber nicht deformiert oder irgendwie
krankhaft verändert.
Auch ist ihr Enegie- und Wasserbedarf höher als normal
aufgrund des vermehrten Wäremverlustes, was noch deutlicher
wird, wenn man sie in die Hand nimmt, sie "glüht"
förmlich, da Vögel ja eine viel höhere
Körpertemperatur haben.
Ich achte auf vitaminreiche Ernährung, gebe
regelmäßig Kräuter, Grünzeug, Obst, Gurke
usw., ab und an auch mal Vitaminzusätze oder ein Mittel zu
Stärkung des Immunsystems.
Auch eine regelmäßige Hautkontrolle (unter Protest
natürlich) muss gemacht werden, um etwaige Federbalgzysten
gleich zu entdecken. Kleinere Abschürfungen an den Unterkanten
der Flügelchen bleiben nicht aus, trotz guter Auspolsterung
der Umgebung, aber die verheilen immer problemlos wieder. Hier
leistet mir ein pflanzliches Wundspray gute Dienste, da
irgendwelche Salben immer fein säuberlich mitsamt der eh schon
spärlichen Federn ausgezupft werden.
Die Umgebungstemperater halte ich ca. bei 20 Grad, das reicht
vollkommen aus.
Auch stelle ich sie alle bei warmen Temperaturen auf den Balkon,
achte aber darauf, dass sie keine Zugluft abbekommen, was ja auch
bei gesunden Wellensittichen ratsam ist.
Der Rest der Truppe zeigt keinerlei Anzeichen dieser Krankheit, obwohl der Partner von Lily nachweislich infiziert ist, was ich auch stark von meinen anderen Vögeln vermute.
Noch keinen Moment habe ich es bereut, solche Vögel zu haben, und bin für jeden Tag dankbar, an dem sie noch so gut mir ihrem Handicap klarkommen.
JNa