Bei sechs oder mehr Sittichen ist die Anschaffung einer Zimmervoliere notwendig, um den Vögeln noch genug Bewegungsspielraum bieten zu können. Aber auch schon bei vier Sittichen ist es sinnvoll, seinem Minischwarm eine Voliere statt eines Käfigs zu bieten (und natürlich freut sich auch schon ein Pärchen über mehr Bewegungsfreiheit). Der frühe Kauf einer großen Voliere hat den Vorteil, dass, auch wenn man mit weniger Vögeln beginnt, der Platz auch bei einer Aufstockung des Bestandes noch ausreicht.
Zunächst muss klargestellt werden, dass keine Voliere, die
man in der Wohnung unterbringen könnte, den Vögeln den
täglichen Freiflug ersetzen kann. Selbst bei
großzügigen Volieren von ein bis zwei Metern Breite
bietet die Flugstrecke im Käfig nicht denselben
Bewegungsspielraum wie das Runden fliegen im ganzen Zimmer.
Doch gerade wenn die Vögel keinen ganztägigen Freiflug
genießen, bietet eine Voliere eine gute Möglichkeit,
ihnen dennoch Bewegungsfreiheit zu gönnen, wenn aus
irgendwelchen Gründen der Freiflug doch mal kürzer
ausfallen muss.
Für Volieren gilt wie für Käfig auch: Je größer, desto besser, und der Platz sollte in der Breite und nicht in der Höhe genutzt werden. Eine „Hubschraubervoliere“, die zwei Meter hoch, aber nur 50 cm breit ist, bietet weniger Flugmöglichkeiten als ein 80 cm breiter, normaler Käfig. Die ideale Voliere ist breit und hoch.
Für Gitter, Form und Material gelten dieselben Regeln wie
für die Auswahl eines geeigneten
Käfigs.
Bei Vogelvolieren sind aber noch ein paar andere Kriterien von
Interesse:
Eine große Voliere sollte ausreichend viele und große Türchen bieten, um alle Ecken problemlos erreichen zu können. Das ist wichtig für Fütterung und Reinigung.
Da Volieren oft mit großen Fronttüren ausgestattet
sind, bietet es sich an, diese als Anflugklappen zu benutzen.
Manche Türen lassen sich direkt als waagerechter
„Balkon“ fixieren, andere muss man mit einer Kette oder
zwei Wäscheklammern befestigen.
Auf einer waagerechten Klappe kann man z.B. eine Badeschale
aufstellen, eine schräge Gitterklappe können die Sittiche
zumindest noch als Anflugstelle benutzen.
Viele Volieren werden mit Spitzdach angeboten, da dies
häufig als besonders dekorativ empfunden wird. Diese
Dächer haben aber gleich mehrere Nachteile, die man bedenken
sollte. Zum einen halten sie sehr viel Licht aus dem
Voliereninneren ab. Bei nicht ganz sonnendurchfluteten
Stellplätzen kann das zum Problem werden. Eine
Möglichkeit, dies auszugleichen, ist das Anbringen einer
Vogellampe in unmittelbarer
Nähe, die die Voliere ausleuchtet.
Zum anderen empfinden manche Vögel das Dach über ihrem
Kopf als Bedrohlich, sie fühlen sich sicherer mit
möglichst „offenem“ Raum über den Köpfen
und ein lichtdurchlässiges Gitter ist dann die bessere
Wahl.
Auch für die Volierenausstattung ist ein flaches Gitterdach
vorzuziehen, da man an ihm Schaukeln und anderes von der Decke
hängendes Spielzeug befestigen kann. Außerdem
können auf einem Spitzdach kaum Spielmöglichkeiten
angebracht werden und den Vögeln fällt das Landen und
Sitzen auf der schrägen, glatten Fläche sehr schwer.
Viele Modelle bieten als guten Kompromiss ein optionales
Spitzdach an, was auf das gerade Gitter aufgesetzt werden kann.
Wenn der Standort hell genug ist und man alternative
Spielplätze anbietet, kann man so das Spitzdach nutzen, und
wenn man es nicht brauchen kann, lässt man es einfach
weg.
Ist das Spitzdach nicht so einfach wegzulassen, kann man auch das
Kotgitter, sofern nicht verwendet, als Dach nutzen, oder selbst ein
passendes Gitter anfertigen und mit Kabelbinder oder Schrauben
befestigen. Hierbei ist auf eine ausreichende Stabilität und
sorgfältige Arbeit zu achten (keine scharfen Kanten, rauen
Stellen oder rutschige Einzelteile).
Die meisten Volieren bieten ein herausziehbares Kotgitter an.
Dieses soll dazu dienen, dass der Vogelkot zwischen den Stäben
auf die Bodenschale fällt und die Vögel nicht damit in
Kontakt kommen. Der Nachteil besteht darin, dass zum einen an den
Stäben trotzdem Kot hängen bleibt, den man dann
zusätzlich entfernen muss, und zum anderen, dass die
Vögel davon abgehalten werden, den Boden aufzusuchen.
Wer Vögel besitzt, die gern den Käfigboden aufsuchen,
sollte entweder einen Teil des Gitters mit Brettern auslegen oder
mit einer Futter- bzw. Sandschale bestellen, oder aber das Gitter
entfernen. Dadurch entsteht ein Spalt zwischen Kotschublade und
Gitter, den man mit einer Klappe, einem Brett oder ähnlichem
abdichten muss. Bei manchen Modellen lässt sich das Problem
auch lösen, indem man die Bodenschublade auf die
Führungsschiene des Gitters legt.
Wenn kein Sand als Bodeneinstreu verwendet wird bzw. die Vögel
diesen wegen des Gitters nicht erreichen können, muss Grit,
eventuell zusammen mit Vogelsand, in einem separaten Napf angeboten
werden.
Praktisch ist es, wenn die Voliere auf Rollen gelagert ist. So
kann man sie, insbesondere, wenn es sich um ein großes und
schweres Modell handelt, leichter verschieben und z.B. im Sommer
auf den Balkon
rollen.
Die Rollen müssen sicher befestigt und gut hochwertig
verarbeitet sein, damit sie sich nicht verkanten oder gar abbrechen
können, wodurch die Voliere im schlimmsten Fall kippen kann.
Außerdem sollten sie leichtgängig sein, damit der
Fußboden beim Rollen keinen Schaden nimmt. Praktisch ist,
wenn sie über einen Feststellmechanismus verfügen, damit
die Voliere nicht ungewollt ins Rollen geraten kann.
Viele Volieren sind mit einem kleinen Unterschrank oder einer Ablage unter dem Volierenboden ausgestattet. Das ist praktisch, damit man Futter und Zubehör unterbringen kann. Solange die Voliere trotzdem noch über eine ausreichende Höhe verfügt, ist eine Abstellleiste ein praktisches Detail. Wenn die Voliere auf Rollen gelagert ist, aber zwischen den Standbeinen keine Ablage angebracht ist, kann man z.B. das ausgebaute Kotgitter oder ein passendes Brett selbst einziehen und sich so eine Ablagefläche verschaffen, oder man stellt alternativ einfach ein paar Schubkisten unter die Voliere.
LHa