Niereninfektion

Eine Niereninfektion, auch Nephritis genannt, wird oft nicht korrekt behandelt, da der Wellensittichhalter die Symptome für Durchfall hält. Es gibt jedoch einige Hinweise, die es möglich machen, eine Niereninfektion von einer Durchfallerkrankung zu unterscheiden. Trotzdem sollte immer ein vogelkundiger Tierarzt zu Rate gezogen werden, um die Behandlung festzulegen.

Ursachen und Folgen

Es gibt verschiedene Ursachen, die eine Niereninfektion hervorrufen können. Dazu gehört beispielsweise eine falsche Ernährung. Ist das Futter zu eiweißhaltig oder zu fett, kann dies die Nieren reizen und zu einer Infektion führen. Ein besonderer Risikofaktor besteht auch besonders dann, wenn sich der Vogel manchmal am Menschenessen bedient, denn das enthält entschieden zu viel Salz und gefährdet dadurch die Nieren stark. Dies ist einer der Gründe, besonders darauf zu achten, dass Wellensittiche nichts von der Nahrung für Menschen bekommen. Auch Vergiftungen und bestimmte Medikamente belasten die Niere und können zu einer Infektion führen. Ein weiterer möglicher Grund ist, wie beim Menschen auch, ist mangelnde Aufnahme von Wasser. Dies kann unter Umständen dann passieren, wenn dem Wasser etwas beigemischt wurde, beispielsweise ein Medikament, Vitamine oder ähnliches. Schmeckt es danach für den Vogel ungewohnt oder sogar unangenehm wird er unter Umständen zu wenig trinken. Dadurch wird die Niere nicht genug gespült und sie entzündet sich. Eine unbehandelte Niereninfektion kann auf Dauer die Ausprägung einer Gichterkrankung begünstigen.

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Symptome

Eines der Hauptsymptome bei einer Niereninfektion ist eine Veränderung des Kotes. Der Urin bei Wellensittichen wird im Normalfall zusammen mit dem Kot ausgeschieden und ist weiß und nicht flüssig. Sind die Nieren infiziert wird der Urin flüssig und dadurch ist der gesamte Kot verändert. Wichtig ist dabei allerdings, dass nicht jedes Mal Besorgnis angebracht ist, wenn der Urinanteil mal flüssiger ist. Trinkt ein Vogel mehr, weil er beispielsweise gerade badet, oder nimmt er sehr feuchtes Futter zu sich (Gurke etc.) kann für kurze Zeit der Urinanteil flüssig sein, da der Körper so das überschüssige Wasser wieder ausscheidet. Das sollte sich aber spätestens nach ein, zwei Stunden wieder normalisiert haben. Ist dies nicht der Fall oder scheidet der Vogel im schlimmsten Fall nur noch Wasser aus, der keinen Kot mehr enthält, besteht Handlungsbedarf. Die stärkere Ausscheidung von Urin wird auch Polyurie genannt. Die Federn um die Kloake herum werden dadurch nach einiger Zeit nass und verkleben sogar. Dies kann auch die Haut reizen, wodurch Juckreiz und Ekzeme hervorgerufen werden können. Zudem kann sich unter Umständen bei längerer Dauer auch ein stechender Geruch entwickeln.

Nieren

Behandlung

Je nach Ursache der Niereninfektion sind die Behandlungsmöglichkeiten unterschiedlich. Ist beispielsweise das Futter der Grund wird der Tierarzt mit dem Halter eine Umstellung der Ernährung besprechen. Die Behandlung im Einzelfall ist daher immer mit dem vogelkundigen Tierarzt abzusprechen, der auch in letzter Instanz die Niereninfektion von einer Durchfallerkrankung unterscheiden kann. Leider ist eine Heilung nicht immer möglich und die Niereninfektion wird chronisch. Aber auch in diesen Fällen kann man zumindest die Symptome etwas lindern und zum Wohlbefinden des Vogels beitragen. Hilfreich kann beispielsweise das Anbieten einer Wärmelampe sein, hier empfiehlt sich ein Dunkelstrahler, da er die Augen der Vögel nicht schädigt. Auch sollte immer genug Wasser zur Verfügung stehen, da das gesteigerte Ausscheiden von Urin dazu führt, dass der Vogel sonst austrocknet. Manche Vögel sprechen gut auf Tee an, welche Sorten sich dabei eignen und wie häufig sie gegeben werden sollen, sollte mit dem vogelkundigen Tierarzt abgesprochen werden. Auch die Gabe von Tyrodelösung über das Trinkwasser hat sich als hilfreich erwiesen. In dieser Lösung sind Mineralien enthalten. Ein Tierarzt kann diese Lösung zusammenstellen. Man kann sie sich auch in der Apotheke anfertigen lassen. In destilliertes Wasser (1l) müssen folgende Bestandteile gegeben werden:

  • Glucose (1g)
  • Kaliumchlorid (0,2g)
  • Kalziumchlorid (0,13g)
  • Natriumchlorid (8g)
  • Magnesiumchlorid (0,1g)
  • Natriumhydrogenphosphat (0,05g)
  • Natriumhydrogenkarbonat (1g)

Da sich die Lösung nicht lange hält (angebrochen im Kühlschrank nur circa 3 Tage), sollte man sich besser kleinere Mengen anmischen lassen. Verschiedene homöopathische Mittel können zudem zum Einsatz gebracht werden. Dies sollte jedoch auch mit dem Tierarzt abgesprochen werden.

 

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