Manche Zoohändler oder Züchter raten dazu, mit dem ersten Freiflug zwei oder auch drei Wochen zu warten. Das ist Unsinn. Die Flugmuskulatur will trainiert werden. Nach höchstens einer Woche haben sich die Wellis genug an ihre Umgebung gewöhnt, um den ersten Flug wagen zu dürfen.
Das Freiflugzimmer muss vorher vogelsicher gemacht werden, und die ersten Ausflüge sollten auf jeden Fall unter Aufsicht geschehen.
Es ist möglich, dass die Wellis die offene Käfigtür eine ganze Weile hartnäckig ignorieren. Ein wenig auf die Sprünge helfen kann man ihnen, indem man die Käfigtür z. B. mit einer Wäscheklammer in der Horizontalen befestigt und ein Stückchen Kolbenhirse in den Eingang legt.
Die Wellis müssen die Entscheidung allein treffen. Jagt man sie aus dem Käfig, verliert man dadurch nicht nur ihr Vertrauen. Sie werden in ihrer Panik kopflos durch das Zimmer fliegen, keinen Landeplatz sehen und den Weg zurück in den Käfig auch nicht mehr ohne Schwierigkeiten finden. Außerdem erscheint ihnen ihr Käfig dann nicht mehr als sicherer Zufluchtsort.
Der erste Freiflugversuch beginnt am besten morgens, damit die Federbällchen lange genug Zeit haben, um sich umzusehen und vielleicht sogar schon freiwillig zurück in den Käfig zu gehen. Man sollte sich aber darauf gefasst machen, dass die Wellis die erste Nacht außerhalb des Käfigs verbringen. Insbesondere in den ersten Nächten kann es immer wieder vorkommen, dass die Tiere in Panik im Käfig herumflattern. Damit es dabei nicht zu Verletzungen kommt, sollte ein Nachtlicht installiert werden.
Außerhalb des Käfigs sollten gerade in der ersten Zeit keine Leckereien angeboten werden, damit die Wellis in den Käfig zurück müssen, wenn sie Hunger haben. Hier hilft wieder ein Stückchen Kolbenhirse beim Finden des Eingangs.
SHe