Ein echtes Pärchen oder ein gleichgeschlechtliches? Auf diese Frage
sind wir in der Rubrik Anschaffung
schon eingegangen.
Tiefgreifende Probleme gibt es bei der Paarhaltung normalerweise nicht. Zwei
Weibchen allerdings können durchaus so zickig zueinander sein, dass zwei
Hähne dazugesetzt werden sollten, um die Situation zu entspannen.
Eine häufig berichtete Schwierigkeit dieser Haltungsform ist aber, dass
sich manchmal auch zwei Wellensittiche ein wenig langweilen. Viele Halter
berichten, dass sich ihre zwei Wellensittiche zwar wunderbar verstehen, aber
wenig aktiv sind und oft stundenlang wie zu Salzsäulen erstarrt an einem
Ort hocken und auch nicht viel fliegen wollen. Manche sind gar zu lustlos,
überhaupt ihren Käfig zu verlassen.
Abhilfe schaffen kann hier ein kleines "Animationsprogramm" durch
den Halter. Ein Vogelbaum oder -spielplatz in einiger Entfernung des Käfigs,
verlockend dekoriert mit einem kleinen Stück Kolbenhirse, schafft einen
Anreiz, auch mal ein wenig zu fliegen. Wenn niemand zuhause ist, kann man
auch das Radio leise laufen lassen, damit es nicht so still ist; und gerade
in den dunklen Tagen sorgt eine Vogellampe (siehe sinnvolles
Zubehör) für viel Licht und wirkt sich somit begünstigend
auf die Aktivität der kleinen Federmonster aus.
Wer genug Platz, genug Begeisterung und verständnisvolle Mitbewohner
hat, sollte sich mit dem Gedanken tragen, zwei weitere Wellensittiche anzuschaffen.
Paarhaltung ist natürlich tausendmal besser als Einzelhaltung! Zu viert
aber geht der Spaß erst so richtig los.
Es kann völlig unproblematisch sein, drei Wellensittiche zu halten.
Oft ist es aber so, dass sich ein Pärchen findet und einer übrig
bleibt. Deswegen sollte man sich bei der Anschaffung eines dritten Wellis
vorher im Klaren sein, dass unter Umständen ein vierter folgen muss,
damit auch der "Übriggebliebene" Anschluss findet.
Das Argument "Mein Käfig reicht aber nur für drei" zählt
nicht. Auch für drei Wellensittiche sollte ein Käfig mindestens
80 cm Breite haben. Für einen vierten reicht der Platz dann auch noch
- täglicher mehrstündiger Freiflug (am besten ganztägig) vorausgesetzt.
Bei vier Wellensittichen kommt schon ein wenig Schwarmgefühl auf. Oft übernimmt ein Wellensittich die "Führungsposition" und zeigt den anderen, welche Landeplätze nicht beißen und wie man die Federlosen am besten ärgern kann. Fliegt einer los, fliegen die anderen meistens hinterher. Manchmal setzt sich jeder Wellensittich auf eine andere erhöhte Position (Schränke, Türen, Regale), und dann beginnt das "Wo bist du?"-Spiel. ("Wo bist du?" "Hier!" "Hier!" "Hier!" "Wo?" "Hier!" "Hier!"... - das Ganze natürlich auf wellensittisch).
Bei fünf Wellensittichen ist die Gefahr geringer, dass ein Wellensittich keinen Anschluss findet. Es kann aber natürlich auch in dieser Gruppe geschehen, dass sich zwei Paare bilden und einer in die Röhre guckt. Ein sechster Welli wäre dann natürlich Pflicht.
Bei aller Liebe zu den kleinen gefiederten Kotbombern sollte man als Federloser
aber aufpassen, dass das Ganze nicht in eine "Wellisucht"
ausartet. Man muss sich immer realistisch fragen: Wieviel Platz habe ich?
Was halten meine Nerven und die Nerven meiner Mitbewohner aus? Wieviele Wellensittiche
kann ich finanzieren (mögliche Tierarztkosten bedenken!)?
Ganztägiger Freiflug vorausgesetzt, sollten in einem Käfig von einem
Meter Breite möglichst nicht mehr als sechs Wellensittiche gehalten werden.
Für zehn oder noch mehr Wellensittiche braucht man schon eine sehr große
Zimmervoliere (die gängigen Modelle mit einem Meter Breite sind in dem
Fall zu klein).
Die Geschlechterkonstellation sollte möglichst ausgeglichen sein; im Zweifelsfall sollten es lieber mehr Hähne als Hennen sein.
SHe