... sollte man wissen, was hinterher mit dem Nachwuchs geschehen soll. Normalerweise
wird ein Wellensittichfreund die Kleinen nicht einfach an die nächste
Zoohandlung verkaufen. Sogar erstbrütende Pärchen haben schon auf
Anhieb acht oder mehr Küken auf einen Schlag zustande gebracht ...
Es ist also sehr wichtig, sich vorher absolut klar darüber zu werden,
ob man die Kleinen untergebracht kriegt.
Eine Hobbyzucht - auch eine nur einmalige - sollte immer reiflich überlegt
sein. Viele Federlose merken zum Glück noch rechtzeitig, dass sie gar
nicht alle Voraussetzungen haben und geben ihr Vorhaben zum Wohl ihrer Vögel
wieder auf.
Beide Elterntiere sollten mindestens ein Jahr alt sein. Natürlich müssen sie fit und gesund sein, denn mit der Brut liegt eine für beide sehr anstrengende Zeit vor ihnen. Tiere, die gerade eine Krankheit überstanden haben, sollten sich lange genug erholen können. Auch dürfen sie nicht gerade in der Mauser sein.
Vögel mit einer unklaren Herkunft oder aus bekannten schlechten Verhältnissen sollten niemals zur Zucht eingesetzt werden. Wenn sie selbst aus einer Massenproduktion stammen und während der Aufzucht unterversorgt waren, können sie versteckte Erbschäden an ihren Nachwuchs weitergeben.
Zu alt sollten die Eltern auch nicht sein. Ich habe eine siebenjährige
Henne bei ihrer ersten Brut verloren; mir wurde damals gesagt, sie würde
das schaffen, aber es müssen ja nicht auch andere diese bittere Erfahrung
machen, wenn ich sie schon gemacht habe.
Ob nun Standard oder Hansi-Bubi oder gemischt, ob blau mit grün oder
gelb - das bleibt jedem selbst überlassen. Hat sich ein gesundes Pärchen
gefunden, kann es losgehen; von Zwangsverpaarungen rate ich ab. Die Erfahrung
anderer Züchter hat gezeigt, dass Paare, die "freiwillig" zusammen
sind, mehr und gesündere Küken bringen. Und ganz subjektiv betrachtet
dürfte ein Pärchen, das sich ohne Zwang selbst gefunden hat, einfach
glücklicher sein.
Eine ausgewogene Ernährung ist gerade jetzt das A und O. Schon eine Zeit, bevor der Nistkasten aufgehängt wird, muss mit der besonderen Ernährung begonnen werden. Damit das Weibchen ihre Eier produzieren kann, braucht es jetzt ein permanentes Angebot an verschiedenen Picksteinen und Mineralkalk. Versäumt man dies, braucht man sich nicht über sogenannte "Windeier", Eier ohne Schale, zu wundern.
Es kann täglich oder alle zwei Tage Keimfutter gereicht werden.
Eifutter muss schon jetzt angeboten werden, damit die Eltern es kennenlernen
und später auch verfüttern. Ob es angefeuchtet oder trocken gereicht
wird, ist Geschmackssache, das handhabt jeder Züchter anders. Trocken
hat es den Vorteil, dass der Nistkasten und der Nachwuchs später nicht
ganz so verklebt sind; angefeuchtet wird es in der Regel lieber genommen.
Täglich ein Stückchen Obst und ein wenig Grünes
liefern wichtige Vitamine.
Wer Probleme damit hat, dass seine Wellis das Angebot nicht nutzen, sollte
über Zusätze nachdenken. Nekton E und S und Amynin sollen sich positiv
auf die Zuchtvorbereitung auswirken.
Da das Pärchen während der Brut den angebotenen Freiflug wahrscheinlich nicht nutzen wird (das Weibchen noch weniger als das Männchen), sollte der Zuchtkäfig ausreichend Platz für Bewegung bieten. Auch werden hier ja später die Küken eine Weile wohnen müssen, und wenn sie im Brutkäfig die ersten Flügelschläge trainieren können, ist das von Vorteil. Ich habe meine Pärchen entweder in einer geräumigen Zimmervoliere oder im W&K-Käfig (100 cm x 80 cm x 55 cm) brüten lassen.
Nach einer guten Vorbereitung wird der Nistkasten aufgehangen - besser zwei,
denn Welliweibchen sind sehr wählerisch. Je höher, desto besser,
aber man sollte immer darauf achten, dass man selbst gut drankommt, denn wenn
die Küken erstmal da sind, ist tägliche Reinigung angesagt.
Der Nistkasten sollte die Maße 20 x 14 x 14 cm
(L x B x H) nicht unterschreiten; das Schlupfloch sollte
zwischen 4 und 5 cm Durchmesser haben. Untersuchungen haben gezeigt, dass
Wellensittichweibchen einen Durchmesser von 4,5 cm bevorzugen. Eine Anflugstange
kann, muss aber nicht vorhanden sein.
SHe