Wer seinen Wellensittichen neben der Grundfuttermischung Frischkost in Form von Obst und Gemüse anbietet und den Speiseplan durch Mineral- bzw. Kalkstein und gelegentlich Kolbenhirse als Leckerei ergänzt, bietet ihnen eine ausgewogene und gesunde Ernährung.
Wer seinen Vögeln noch mehr Abwechslung in den Speiseplan bringen möchte, kann zusätzlich ab und an – und bitte wirklich nur ab und an - folgende Lebensmittel anbieten:

Gekochte, ungesalzene, geschälte Kartoffeln können – selbstverständlich erst, wenn sie ausgekühlt sind – angeboten werden. Achtung, rohe Kartoffeln dürfen nicht verfüttert werden und auch grüne Stellen müssen vorher entfernt werden, da sie giftig sind!
Auch Nudeln werden von manchen Vögeln – gekocht und
ungesalzen – gern gefressen.
Rohe Nudeln dürften wohl eher schwierig zu fressen sein,
werden aber gerne als Spielzeug verwendet und herumgeschleppt oder
geschoben. Dazu eignen sich am besten Farfalle, Penne oder Fusilli,
Spagetti können leicht splittern oder pieksen und sehr kleine
Nudeln (Suppennudeln) eventuell versehentlich verschluckt
werden.
Gekochter, ungesalzener Reis ist für Vögel eine gute
und bekömmliche Eiweißquelle. Damit die Körner
nicht zusammen kleben (das schmeckt vielen Wellensittichen nicht),
kann man den Reis nach dem Kochen mit klarem Wasser
abspülen.
Während der Jungenaufzucht sollte man keinen Reis anbieten, da
die Altvögel ihn sonst bevorzugt zur Fütterung der
Küken verwenden – was zu Nährstoffmangel bei den
Jungvögeln führen kann.
Waffeln aus zusammengepresstem, aufgepufftem Reis werden von vielen Wellis leidenschaftlich gern zerschreddert. Gefressen wird die Waffel dabei eher weniger, aber das Zerkleinern bereitet vielen Tieren Freude. Diesen Spaß kann man seinen Vögeln gönnen, sofern es sich um ungesalzene Waffeln handelt. Auf keinen Fall dürfen Überzüge aus Schokolade oder Joghurt etc. enthalten sein!
Gekochtes Eigelb kann in kleinen Mengen angeboten werden; es
enthält sehr viele Proteine. Mit der Gabel zerdrückt
mischt man es am besten unter Keimfutter, dabei sollte man nur
frisch gekochtes Ei anbieten, da Wellensittiche angetrocknetes
Eigelb meist verschmähen.
Insbesondere im Sommer ist hierbei auf größte Hygiene zu
achten: Das Ei sollte vollständig gegart sein und nach kurzer
Zeit wieder entfernt werden, um eine Infektion mit Salmonellen
auszuschließen.
Eigelb kann den Bruttrieb steigern, weshalb es Hennen, die in
– eher unerwünschter – Brutstimmung sind oder zu
Legenot neigen, nicht gegeben werden sollte.
Patienten, die an Nierenleiden oder Gicht erkrankt sind,
können durch Eigelb belastet werden; bei solchen Vögeln
sollte auf die Gabe ebenfalls verzichtet werden.
Die meisten Milchprodukte sind zu fettreich, um für
Vögel gesund zu sein. Außerdem kann die enthaltene
Laktose (Milchzucker) von den Tieren nicht aufgespaltet werden und
so zu Durchfall führen.
Geeignet ist, in kleinen Mengen angeboten, Magerquark (Topfen). Das
gleiche gilt für Hüttenkäse (auch
„Körniger Frischkäse“ oder „Cottage
Cheese“ genannt).
In der Natur sind Wellensittiche keine reinen Vegetarier,
sondern verspeisen gelegentlich auch Insekten und Würmer. Es
ist jedoch nicht notwendig, Fleisch zu verfüttern!
Tatsächlich sollte es höchstens einmal im Monat und in
geringen Mengen gegeben werden. Geeignet ist gekochtes,
ungesalzenes Hühnerfleisch; Schweinefleisch ist nicht
geeignet.
Insektenfutter (Heimchen oder Mehlwürmer) können
ebenfalls gereicht werden, werden aber nicht von allen
Wellensittichen gern gefressen und auch manchem Halter mag dies
gewöhnungsbedürftig scheinen.
Bei aller tierischen Kost ist der hohe Proteingehalt zu beachten;
diese Lebensmittel sollten nur sehr sparsam gegeben werden. Bei
brutlustigen Hennen und bei Gichtpatienten ist von der Gabe
abzraten.
Bei untergewichtigen oder – beispielsweise durch Krankheit
oder starke Mauser – geschwächten Tieren kann
Traubenzucker zusätzliche Energie spenden. Am besten löst
man diesen im Trinkwasser auf; ein knapper halber Teelöffel
pro Wasserspender bzw. Trinknapf reicht dabei völlig aus. Es
ist extrem wichtig, das Wasser dann mindestens täglich zu
wechseln und das Trinkgefäß sehr gründlich mit
heißem Wasser zu reinigen, damit sich keine Keime bilden
können.
Sittiche, die an Megabakterien leiden (auch als GLS; „going
light syndrom“ bekannt), dürfen keinen Traubenzucker
aufnehmen, da der Zucker die Krankheit verschlimmert.
LHa