Trinkwasser ist für Wellensittiche lebensnotwendig. Aber
Trinkwasser muss nicht immer nur Wasser sein, sondern kann bei
Bedarf auch mit verschiedenen Zusätzen ergänzt
werden.
Was Wellensittich-Halter weiter beachten können und sollten,
wird in diesem Artikel erläutert.
Jeden Tag muss es frisches Wasser geben, da gibt es keine
Ausnahme. Denn länger stehendes Wasser ist ein idealer
Nährboden für Keime und gefährliche
Krankheitserreger - z.B. für den Parasiten Trichomonas gallinae.
Bei höheren Temperaturen ist es äußerst ratsam, das
Wasser mehrmals täglich zu wechseln.
Nicht nur das Wasser sollte täglich gewechselt werden,
sondern auch das Gefäß. Da viele Erreger selbst in wenig
Wasser 24h überleben können, muss das
Trinkgefäß heiß ausgespült werden und
mindestens einen Tag lang trocknen.
Ideal sind Gefäße aus Edelstahl, da diese leichter zu
reinigen sind. Kunststoffgefäße sind anfälliger, da
sich schnell Risse bilden, in denen sich Bakterien ansiedeln
können. So ist ein häufiger Ersatz nötig.
In diesem Artikel geht es speziell um Futter- und Trinknäpfe.
In Deutschland liegt eine so gute Wasserqualität vor, dass
man den Vögeln problemlos Leitungswasser geben kann.
Ausgenommen sind Häuser, die noch alte Leitungsrohre mit
Bleianteilen besitzen.
Alternativ bietet sich stilles Mineralwasser an. Im Handel
erhältliches sogenanntes Ziervogel-Wasser ist eigentlich
überflüssig, da Wellensittiche keine bestimmte
Wassermischung benötigen. Zudem birgt es die Gefahr, zu
verkeimen, bevor es vollständig aufgebraucht ist.
Angebrochene Flaschen sollten stets kühl gelagert und
innerhalb weniger Tage aufgebraucht werden. Allerdings darf
Mineralwasser aus dem Kühlschrank nicht kalt angeboten werden,
sondern muss erst Zimmertemperatur erreicht haben.
Egal was der Halter nun verwendet, Hygiene ist das A und O bei der
Trinkwassergabe.
Manche Vitamine lassen sich über das Trinkwasser
verabreichen. Solche Zusätze gibt es zahlreich zu kaufen,
allerdings ist nicht alles sinnvoll. Deshalb ist es am besten einen
vogelkundigen Tierarzt um Rat zu fragen und vor allem die Dosierung
genau zu bestimmen. Bei falscher Dosierung und/oder Wassermenge
kann die Wirkung verstärkt oder vermindert werden.
Zusätzlich werden viele Vitamine durch Lichtstrahlung
zerstört, was die Wirksamkeit herabsetzt. Daher werden solche
Präparate auch dunkel und kühl gelagert.
Da Vitaminzusätze meist Zucker enthalten, verdirbt das Wasser
extrem schnell und bietet einen idealen Nährboden für
Bakterien. Bei höheren Temperaturen sollte man lieber auf
Vitaminzusätze verzichten, da diese ein Bakterienwachstum
zusätzlich beschleunigen.
Hygiene ist daher ganz wichtig.
Bei einigen Erkrankungen wie Megabakteriose dürfen keine Zusätze mit Zucker gegeben werden.
Tees können wie bei Menschen auch bei Wellensittichen
prophylaktisch und im Krankheitsfall unterstützend
wirken.
Vorweg - Für alle Tees gilt: Nie heiß anbieten und immer
mit Wasser verdünnen!
Um den Tee etwas bekömmlicher oder ihn im Krankheitsfall
energiereicher zu machen, empfiehlt sich die geringe Zugabe von
etwas Traubenzucker oder Honig. Bei einigen Erkrankungen sollte
darauf jedoch verzichtet werden. Im Zweifelsfalle unbedingt vorher
mit dem vogelkundigen Tierarzt absprechen.
Bitte nie auf eigene Faust Vitaminzusätze oder Medikamente
ohne Absprache mit dem Arzt in den Tee geben -
gesundheitsschädliche Wirkungen können die Folge
sein!
Für den Menschen gängige Kräutertees können
auch verdünnt den Vögeln gegeben werden.
So wirkt Kamillentee gut unterstützend bei der Behandlung von
Entzündungen und Infektionen oder bei Durchfällen.
Fencheltee dagegen wirkt krampflösend und Brennnesseltee
entgiftend und heilsam für die Nieren. Bei Pilzerkrankungen
kann Thymiantee empfohlen werden, da er eine pilzstörende
Wirkung hat.
Um einen Kreislauf wieder zu stärken oder einen Schock zu
behandeln ist Schwarzer Tee ratsam - aber dies unbedingt mit dem
vogelkundigen Tierarzt absprechen! Wellensittiche mit einer
Gehirnerschütterung dürfen diesen Tee nicht verabreicht
bekommen!
Fruchtsäfte sind eine weitere Möglichkeit, das Trinkwasser zu erweitern. Auf Säfte mit Zuckerzusätzen und Konservierungsstoffen ist aber zu verzichten.
Viele Wellensittichhalter geben gelegentlich Apfelessig als Kur
mit in das Trinkwasser. Sinn und Zweck ist es, den pH-Wert des
Magensafts herunterzusetzen und damit anzusäuern - denn Pilze
mögen kein saures Milieu.
Die Dosierung liegt hier etwa bei 1-4ml auf 100ml Wasser.
Wichtig: Es kann eine Pilzinfektionen nicht verhindern und diese auch nicht heilen, sondern gilt nur als Unterstützung und Prophylaxe.
JHe