Wenn man mal in der Nähe von Detmold unterwegs ist und einen
schönen Nachmittag verbringen möchte, ist der Vogelpark
Heiligenkirchen auf jeden Fall einen Besuch wert. Die
Eintrittspreise sind mit 6€ für Erwachsene und 4€
für Kinder recht günstig und der Park bietet viel
Interessantes zum Anschauen.
Direkt hinter dem Eingang bekommt man als erfahrener Vogelhalter
erst mal einen Schock, denn da sitzt Max, ein einsamer Ara. Man
sollte sich davon aber nicht ins Bockshorn jagen lassen, denn Max
ist zwanzig Jahre fehlgeprägt worden und es war nicht
möglich, ihn wieder mit Artgenossen zu vergesellschaften. Das
und viele andere interessante Details erfährt man, wenn man
eine der Fütterungstouren mitmacht, die um 15 Uhr stattfinden.
Das ist besonders für Kinder eine tolle Sache, denn sie
dürfen selber mitfüttern und am Ende sogar ein
Hühnerküken auf die Hand nehmen. Nebenbei klären die
Pfleger über die artgerechte Vogelhaltung auf, geben Tipps zum
Futter, zur Käfiggröße und geben ein klares
Statement gegen Einzelhaltung ab. Eine weitere sehr schöne
Sache ist auch, dass sie Tiere aus schlechter Haltung
übernehmen und versuchen ihnen wieder eine Chance zu geben.
Daher kann man in einigen Volieren auch Rupfer sehen, die diese
Störung aus ihrem alten zu Hause mitgebracht haben. Das ist
traurig anzuschauen. Aber manchmal kann man halt nichts mehr
dagegen tun, dass die Federn nicht mehr nachwachsen.
Außer der normalen Führung gibt es noch die
Möglichkeit, bei der Fütterung der Papageienbabys
zuzuschauen, die von ihren Müttern nicht ernährt
werden.
Insgesamt kann man im Park über 300 Arten Vögel und
Säugetiere aus aller Welt in großen Volieren und
Freigehegen anschauen. Besondere Highlights ist die große
begehbare Voliere und die ‚Papageienecke‘. In der
begehbaren Voliere wohnen einige Rosakakadus, Nymphensittiche,
Zebrafinken und ein riesiger Schwarm Wellensittiche.
Körnerfutter kann man aus einem Automaten ziehen und die
Vögel damit füttern, sie sind erstaunlich zutraulich und
kommen gerne auf die Hand geflogen, um ein paar Körnchen zu
ergattern. Die Vögel sind in allen Farben vertreten und vom
Hansi- Bubi bis zum Standardsittich ist alles dabei, weil auch hier
Vögeln aus privater Haltung wieder ein artgerechtes zu Hause
gegeben wird. Die von mir so betitelte Papageienecke besteht aus
einigen Schirmen mit darunter befestigten Sitzstangen, auf denen
sich von Kakadus über Blaustirnamazonen bis hin zu
Graupapageien alle möglichen Vögel tummeln. Der Bereich
ist nicht abgesperrt, hier kann man unter der Aufsicht von
Tierpflegern mit den Vögeln auf Tuchfühlung gehen. Sie
kommen gerne auf den Arm und lassen sich am Kopf kraulen, man
sollte nur auf seine Uhren und Ohrringe acht geben, denn sie sind
sehr neugierig und da kann auch schon mal das eine oder andere Teil
verloren gehen. Gerne beantworten die Pfleger auch Fragen oder
helfen einem überforderten Parkbesucher mit einem Papagei, der
partout den Sitzplatz auf dem Kopf des Besuchers nicht mehr
verlassen möchte.
Alles in allem finde ich den Park sehr gelungen und wir hatten sehr
viel Spaß dort. Der nächste Besuch ist schon in Planung,
allerdings bleiben dann die Ohrringe zu Hause. :)