Es gibt verschiedene Möglichkeiten, woher man Wellensittiche bekommen kann. Welche davon die beste ist, muss jeder für sich entscheiden. Wir wollen hier ein wenig bei der Entscheidung helfen.
Ob man nun im Zooladen oder beim Züchter kauft, bleibt jedem selbst
überlassen. Wichtig ist, dass der erste Eindruck stimmt und die Verkaufskäfige
bzw. die Zuchtanlage sauber und gepflegt sind.
Aber Vorsicht: Auch wenn ein Zooladen oder ein Züchter einen guten Eindruck
macht, heißt das noch lange nicht, dass man eine kompetente Beratung
erwarten darf! Viele Zoofachverkäufer scheitern schon an den einfachsten
Haltungsfragen, lassen sich ihre Unwissenheit aber natürlich nicht anmerken.
Auch die Frage nach dem Geschlecht der ausgesuchten Wellis wird oftmals falsch
beantwortet, und so wundert sich der Laie nach ein paar Monaten, warum der
vermeintliche Hahn plötzlich eine braune Nasenwachshaut hat.
Man kann dem nur entgegenwirken, indem man sich vor dem Kauf ausführlichst
informiert und gut vorbereitet loszieht. Im Internet findet man in der Regel
aktuellere, ausführlichere und somit bessere Informationen als in den
meisten Wellensittichbüchern.
Eine schöne Alternative: Unzählige Abgabevögel warten auf ein neues Zuhause, weil die alten Futtergeber sie aus den verschiedensten Gründen nicht mehr behalten können oder wollen. In den zahlreichen Wellensittich-Foren gibt es täglich neue Anfragen. Oft findet man aber auch in der örtlichen Wochenzeitung oder in Kleinanzeigenmärkten entsprechende Anzeigen. Wer also eine gute Tat tun will, sollte sich einfach einmal umschauen.
Sicherheitshalber sollte jeder Neuzugang zunächst separat gehalten und
tierärztlich untersucht werden. Ein gesunder Wellensittich hat ein glänzendes
Gefieder, klare Augen, einen glatten Schnabel und einen sauberen Popo und
schaut aufgeweckt und interessiert durch die Gegend. Ein schlafender oder
ruhender Wellensittich muss nicht gleich krank sein; vielleicht ist man gerade
zur Siesta ins Zoogeschäft spaziert. In dem Fall schaut man später
noch einmal vorbei und beobachtet, ob sich das Verhalten der Federbällchen
inzwischen geändert hat.
In diesem Punkt scheiden sich die Geister. Es spricht allerdings überhaupt nichts dagegen, direkt zwei Wellensittiche
mitzunehmen. Geteilte Angst ist halbe Angst; denn was den Neuankömmlingen
nach dem Kauf bevorsteht, bedeutet für sie Stress pur und ist zu zweit
viel leichter zu ertragen. Wer unbedingt zahme Wellensittiche haben möchte,
dem sei gesagt, dass die Chancen mindestens genauso gut stehen, wenn man gleich zwei
Wellis nimmt. Viel Geduld und Zeit braucht man sowieso, ob nun für einen
oder zwei - also sollte es von vornherein ein Pärchen sein.
Vielleicht hat man auch gleich ein eifrig schmusendes Wellipärchen entdeckt.
Diese beiden zeigen damit die besten Voraussetzungen für eine harmonische
Partnerschaft. Vorsicht ist aber dann geboten, wenn zwei junge Hennen miteinander
schmusen. Diese Freundschaft wird möglicherweise nicht von Dauer sein.
Wer trotzdem zunächst nur einen Wellensittich mitnehmen möchte, sollte sich vorher vor Augen führen, was das für diesen bedeutet. Denn jeder Tag ohne einen Artgenossen ist für diesen Kerl schon ein Tag zuviel.
SHe