Viele Vogelhalter haben schon Wochen vor dem Urlaub ein schlechtes Gewissen,
wenn sie an ihre armen Wellis denken. Man kann die Schnabelspitzen doch nicht
einfach so einsam und alleine zurücklassen! Oder doch? Das schlechte
Gewissen ist unbegründet. Die Sittiche vermissen ihre Besitzer meistens
weit weniger als umgekehrt!
Nur wer einen großen Schwarm besitzt oder Vögel, die eine aufwändige
Krankenbetreuung benötigen, sollte sich fragen, wem er die Betreuung
zutraut und zumuten kann.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, was mit den Wellensittichen geschehen soll, während ihre Halter in die Ferien fahren.
Die Tiere mitzunehmen, ist keine gute Idee. In vielen Ländern ist es verboten, Vögel ohne Quarantäne einzuführen. Aber selbst bei kürzeren Reisen im Inland bedeutet die Fahrt für die Wellensittiche eher Stress als Erholung - sie sind besser aufgehoben, wenn sie zu Hause bleiben.
Ideal ist es, wenn die Vögel von einem Mitglied des eigenen Haushalts versorgt werden können, denn dann kennen die Wellis ihre "Urlaubsvertretung" schon und der Tagesablauf ändert sich für sie nicht wesentlich. Auch Nachbarn oder gute Freunde sind geeignet, wenn sie Lust und Zeit haben, die Tiere in der Wohnung zu versorgen.
Für einen sehr kurzen Ausflug über ein Wochenende kann man die Wellis notfalls auch schon mal sich selbst überlassen, sofern ausgeschlossen ist, dass sie sich aus ihrem Käfig befreien oder im Vogelzimmer verletzen und sie ausreichend mit Wasser und Futter versorgt sind (dabei muss man daran denken, dass leere Spelzen im Futternapf die vollen Körner verdecken, man sollte also mehrere Futterstellen und/oder Kolbenhirse oder Knabberstangen anbieten!). Einen ganztägigen Freiflug, den viele Vogelhalter ihren Sittichen gewähren, sollte man sich während längerer Abwesenheit lieber zweimal überlegen, denn ein Unfall kann trotz aller Vorsicht immer mal passieren, und dann ist die Gefahr groß, dass der Vogel nicht rechtzeitig entdeckt wird oder sich der Betreuer mit der Ersten Hilfe überfordert fühlt.
Natürlich kann man die Wellensittiche auch mitsamt Käfig bei anderen
in Urlaubsbetreuung geben. Der "Ferienpfleger" sollte die Vögel
am besten schon kennen und wissen, was zu beachten ist. Hierfür ist eine
Checkliste (siehe unten) nützlich.
Es versteht sich von selbst, dass man den Käfig vorher reinigt, ausreichend
Futter bzw. Geld zur Versorgung bereit legt und sich hinterher natürlich
besonders nett im Namen der Wellis bedankt
Und falls sich keine Urlaubsbetreuung aus dem Bekanntenkreis findet?
Dann lohnt es sich, in einem Vogelforum anzufragen, ob sich Gleichgesinnte,
die in der Nähe wohnen, zur Urlaubspflege bereit erklären. Das hat
den Vorteil, dass man sich gegenseitig aushelfen kann und der Betreuer schon
Erfahrung im Umgang mit Wellensittichen hat.
Auch Züchter, Tierheime und Tierpensionen nehmen gelegentlich Vögel
in Pflege, hier lohnt es sich, sich vorher anzusehen, wie die Wellis untergebracht
werden.
Ein wichtiger Hinweis: Falls im "Ferienlager" noch andere Vögel leben oder man selbst Sittiche aufnimmt, sollte vorher abgeklärt werden, ob die Tiere zusammen fliegen dürfen. Viele Wellensittiche genießen das zwar, aber es kann auch zu Streit kommen. Vor allem aber besteht unter Umständen die Gefahr einer Ansteckung. Es ist nie ausgeschlossen, dass die Vögel des anderen Schwarms vielleicht doch unerkannte Krankheiten haben, und jeder Besitzer muss sich selbst fragen, ob er seine eigenen Wellis - oder die fremden - diesem Risiko aussetzen kann.
Dürfen die Vögel Kontakt mit den "Ureinwohnern" haben?
Falls im "Ferienlager" noch andere Vögel leben oder man selbst
Sittiche aufnimmt, sollte vorher abgeklärt werden, ob die Tiere zusammen
fliegen dürfen. Viele Wellensittiche genießen das zwar, aber es
kann auch zu Streit kommen. Vor allem aber besteht unter Umständen die
Gefahr einer Ansteckung. Es ist nie ausgeschlossen, dass die Vögel des
anderen Schwarms vielleicht doch unerkannte Krankheiten haben, und jeder Besitzer
muss sich selbst fragen, ob er seine eigenen Wellis - oder die fremden - diesem
Risiko aussetzen kann.
Bei dieser Gelegenheit lohnt es sich auch, darüber nachzudenken, was
geschehen soll, wenn sich zwei der Vögel während der Ferien ineinander
verlieben. Werden die beiden wieder getrennt? Ist man bereit, den Sittich
da zu lassen - oder einen Neuling aufzunehmen? Auch wenn man dies noch nach
der Rückkehr klären kann, schadet es nicht, sich darüber Gedanken
zu machen.
Was soll geschehen, wenn ein Sittich ernsthaft erkrankt? Dass Anschrift des
Tierarztes und Geld, um diesen zu bezahlen, bereit gelegt wird, sollte sich
von selbst verstehen.
Allerdings sollte man auch darüber sprechen, was in dem traurigen Fall
geschehen soll, wenn der Arzt zum Einschläfern rät. Möchte
der Besitzer dem zustimmen? Am besten hinterlegt man eine Telefon- bzw. Handynummer,
unter der man auch im Urlaub zu erreichen ist, damit dies im Falle eines Falles
geklärt werden kann.
Schließlich müssen Vorkehrungen für den schlimmsten Fall getroffen werden - was tun, wenn ein Vogel stirbt. Viele Wellensittichhalter möchten ihren geliebten Vogel selbst begraben. In diesem Fall muss der Betreuer das Tier - auch wenn das vielleicht etwas makaber klingt - in einer Box im Gefrierfach einfrieren. Ansonsten muss ein Ort ausgesucht werden, wo der Betreuer den Schützling angemessen bestatten kann.
Diese Informationen sollte man seinem "Ferienpfleger" am besten schriftlich mitgeben:
LHa