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Thema: Wie kann man einen Phosphormangel leberschonend beheben?

  1. #1

    anna-u
    Frisch geschlüpft Benutzerbild von anna-u

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    Album von anna-u

    Standard Wie kann man einen Phosphormangel leberschonend beheben?

    Hallo zusammen. Bei meinem Welli wurde ein Phosphormangel und erhöhte Leberwerte festgestellt. Calcium lag minimal über dem Referenzbereich.
    Ich mische derzeit die Körnermischung von Wellensittich Individual mit einer Züchtermischung (letztere ohne Honig, Bäckereinebenerzeugnisse...). Dazu noch etwas von einer Kräutermischung (getrocknet) drüber.. Dies so als Basis neben Obst/Gemüse. Ich frage mich wie ich den Phosphormangel leberschonend beheben kann. Was habe ich bei der Fütterung wohl falsch gemacht? Ein Jodpickstein, eine Sepiaschale und eine Gritmischung hängen zudem zur freien Verfügung im Käfig.
    LG

  2. #2

    Pips
    Gehört zum Inventar Benutzerbild von Pips

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    Album von Pips

    Standard

    Hi, hab da keine Erfahrung, muss ich zugeben!
    Battspinat hat einiges an Phosphor, aber in wieweites Auswirkungen auf Leber hat, keine Ahnung°
    Warum hast du nicht deinen Doc nach der Diagnose danach gefragt?

  3. #3

    Tobe
    Welli.netTeam Benutzerbild von Tobe

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    Album von Tobe

    Standard

    Hallo Anna,

    Phosphormangel ist "nur" eine Begleiterscheinung, genauso wie die erhöhten Leberwerte.

    Ein Phoshormangel kann verschiedene Ursachen haben und da muss man ansetzen. Sehr selten liegt so etwas an der Ernährung.
    Eine Ursache könnte eine vermehrte Auscheidung sein (z.B. Durchfall oder Polyuri). Auch kann eine Stoffwechselerkrankung die Ursache dafür sein, so dass die Nährstoffe nicht richtig verwertet werden können.

    Blutwerte alleine sagen da nicht so viel aus, dazu müsste man mehr über den Welli wissen.
    Die erhöhten Leberwerte sollten auch behandelt werden.

    Hat Dein Tierarzt Dir nur die Blutwerte gegeben und keine Diagnose gestellt?

    L.G. Tobe

  4. #4

    anna-u
    Frisch geschlüpft Benutzerbild von anna-u

    2 Wellensittiche


    Album von anna-u

    Standard

    Lieben Dank für eure Antworten.

    Tobe, das mit den Ausscheidungen ist korrekt, deshalb hole ich etwas aus:
    ich habe beim Welli erst (teilweise) Urinpfützen festgestellt, dann auch breiigen Kot, der wie Durchfall aussah. Der Kot wechselte die Farbe...mal grünlich...mal gräulich, mal halbwegs normal...usw Zwischendurch war er auch mal grün schleimig und zog sich wie Kaugummi. Der Urinanteil sah manchmal leicht gelblich aus.

    Bin mit den Kotproben einer Nacht zum nicht vogelkundigen Arzt gefahren, der aber nichts verdächtiges unter dem Mikroskop entdecken konnte.

    Nun war ich beim vogelkundigen TA. Er hat geröngt, Blut abgenommen und Kot untersucht (evtl. wurde eine kleine Kultur angelegt, da er meinte dass das Ergebnis erst abends da wäre?).
    Auf dem Röntgenbild sah er nichts verdächtiges, im Kot ebenfalls nicht. Die Laborwerte schreibe ich hin und in Klammern setze ich die Referenzwerte aus dem Internet daneben. Das Gerät, mit dem das Blut untersucht wurde, spuckte keine Referenzwerte aus. Ich hoffe die Referenzwerte sind korrekt.

    *AST 211 U/L (55-154U/L)
    BA 52 umol/L (im Netz finde ich nichts, habe keine Ahnung was das für ein Wert ist)
    CK 152 U/L (0,9-4,2 µmol/L -> finde auf die Schnelle keinen Umrechnungsrechner)
    UA 2,4 mg/dl (hier weiß ich auch nicht was das für ein Wert ist)
    GLU 275 mg/dl (198-450 mg/dl)
    *CA 11,7 mg/dl (8-11,2 mg/dl)
    *PHOS 1,5 mg/dl (2,8-5,8 mg/dl)
    *TP 5,1 g/dl (2,1-4,3 g/dl)
    ALB 2,7 g/dl (0,9-1,2g/dl)
    GLOB 2,5 g/dl (0,7-1,5g/dl)
    K+ 7,9 mmol/l (ich weiß nicht ob das Kalium bedeutet)
    NA+ 155 mmol/l (139-159mmol/l)

    Die Werte mit dem Sternchen davor hat er markiert. AST (Leber) zu hoch, CA (Calcium) erhöht, PHOS (Phosphor) zu niedrig, TP (Gesamteiweiß) zu hoch.
    Er meinte, daß der Vogel ein Problem mit der Leber hätte und die Ausscheidungen deshalb in Konsistenz und Farbe wechseln würden. Er hat nichts von einem Nierenproblem erwähnt und ist auch nicht auf das Phosphor eingegangen. Deshalb dachte ich erst, es wäre eine Mangelerscheinung. Aber durch deinen Input Tobe ergibt es mehr Sinn, da die Ausscheidungen ja merkwürdig und viel sind.

    Was sagt ihr zu den Laborwerten? Sind sie "typisch" für ein Leberproblem (auch das Eiweiß?).

    Ich habe nur ein Mariendistelpulver mitgekriegt und muß Diätfutter bestellen.
    LG

  5. #5

    Tobe
    Welli.netTeam Benutzerbild von Tobe

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    Album von Tobe

    Standard

    Hallo Anna,

    das Dein Welli Probleme mit der Verdauung hatte, war eine Vermutung von mir, da Du ja vor ca. 4 Wochen nach einem Tütchen PT-12 fragtest. Verdauungsprobleme bei Lebererkrankungen sind recht häufig.

    Vorsicht bei Referenzwerten, die man so im Internet findet, die können falsch oder veraltet sein. Verlasse Dich da lieber auf die Aussage Deines vogelkundigen Tierarztes.

    "BA" heißt übrigens "Bile Acids" (engl.) auf deutsch Gallensäure und "K+" ist Kalium.
    Ein erhöhter AST-Wert weißt auf eine Leberschädigung hin.
    Ein erhöhter TP-Wert (TotalProtein) in Verbindung mit einem erniedrigten Hämatokrit-Wert (der hier nicht untersucht wurde) deutet auf eine erhöhte Ausscheidung (Durchfall, Polyuri) oder einem Wassermangel hin.
    Ein erniedrigter Phosphat-Wert kann bei vermehrter Ausscheidung entstehen.
    Das der Calcium-Wert in diesem Fall erhöht ist, ist merkwürdig. Dies kann auch verschiedene Ursachen haben, u.a. erhöhte Viatmin-D-Zufuhr.

    Gibst Du Deinen Wellensittichen kontinuierlich irgendwelche zusätzlichen Vitaminpräparate, wo auch Vitamin-D enthalten ist?

    In der Regel benötigen Wellensittiche keine zusätzlichen Vitaminpräparate bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, inkl. Frischfutter. Bei einer Mauser kann man zusätzlich Aminosäuren zur Unterstützung für die Federbildung geben, aber eine dauerhafte zusätzliche Vitamingabe kann eine Überdosierung mancher Vitamine verursachen.

    Alles in allem sprechen die Laborwerte aber für eine Leberschädigung, in Verbindung mit Verdauungsproblemen. Somit sollte der Behandlungsschwerpunkt auf die Leber gelegt werden.
    Mariendistelpulver ist nicht verkehrt, jedoch verordnen vkTÄ in der Regel Silymarin (z.B. Lega Phyton), da dies höher dosiert ist und somit auch effektiver. Silymarin ist der Wirkstoff in der Mariendistel.

    L.G. Tobe

  6. #6

    anna-u
    Frisch geschlüpft Benutzerbild von anna-u

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    Album von anna-u

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    Hallo nochmals Tobe

    ich freue mich sehr über deine Rückmeldung!

    Genau, PT-12 war damals für diesen Welli gedacht.

    Danke für deine weiteren Erläuterungen zu den Laborwerten und den Zusammenhängen!

    Ja, die Ausscheidungen waren/sind erhöht, aber gleichzeitig mag das Vögelchen auch kaum was trinken. Ab und an (auch zu Übungszwecken) halte ich ihr einen mit Wasser gefüllten Löffel hin, von dem sie dann auch gerne einen Schluck nimmt.

    Hm, wo kontinuierlich Vitamin D drinne wäre ist das Basisfutter "Wellensittich Individual". Ich glaube wenn ich hier die Marke nenne wird das zensiert. Es sind nur 600 IE pro kg drinne. Persönlich empfand ich es als nicht viel und da die Vögel bei mir im Sommer kein Sonnenbad nehmen können, hielt ich es für eine gute Option

    Vom TA habe ich Hepa Sol bekommen, zu Hause jedoch gesehen, daß an 2. Stelle Calciumcarbonat steht. Das fand ich bei dem Calciumwert jetzt nicht so prickelnd. Silymarin direkt hat er nicht erwähnt. Da ich im Onlineshop Welli Diätfutter bestellt habe, habe ich dann das noch mitgenommen in der Hoffnung daß es ohne Calcium ist ***.


  7. #7

    Ludmilla
    Fühlt sich wie zu Hause Benutzerbild von Ludmilla

    Besitzt keine Wellensittiche


    Standard

    Hallo Anna, es ist nicht so, dass der Kalziumspiegel ansteigt, wenn ein Vogel Kalk frisst, Kalzium wird im Blut anders reguliert. Phosphat nehmen die Vögel ständig mit normalem Vogelfutter auf, auch dieser Wert wird im Körper unabhängig von der Ernährung reguliert.
    Kalzium und Phosphat sind bei normaler Versorgung automatisch in der Nahrung. Dass die Werte im Blutbild etwas anders als ideal sind, hängt nicht mit mangelhafter Zufuhr, sondern einer Erkrankung zusammen.
    Alles nicht so einfach, Chemie, Biochemie ist ja auch ein schwieriges Feld.

    Liebe Grüße
    Ludmilla

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