Zur Winterszeit sehe ich viel mehr Vögel – klar sind ja auch keine Blätter mehr da, die die Sicht verstellen könnten. Noch dazu hat mein Nachbar einen wunderschönen Zierapfelbaum, der sie anlockt, mit wundervollen kleinen roten Äpfeln im Winter.
Lustig ist die Reaktion der faulen Katze, wenn es ihr zu kalt ist. Dann sitzt sie auf dem Sofa, sieht die Vögel und miaut jedesmal, wenn einer vorbeiflattert.
Einmal habe ich Besuch von einer Fasanenfrau bekommen, da habe ich doch sehr gestaunt.
Regelmäßig kommen im Herbst die Stare vorbei und ein Rotkehlchen sitzt schon mal auf meiner Terrasse. Ich weiß, dass sie immer wieder zurückkommen.
Nun war es um Weihnachten, dass es draußen sehr kalt war und ein wenig Schnee lag auf der Wiese. Mein Mann stand am Fenster und sagte plötzlich: „Da sitzt ein grüner Papagei mit rotem Kopf auf der Wiese.“ „Wooo???“ „Zeig!!!“ Wir sind alle schnell zu Fenster gerannt und da saß tatsächlich ein großer grüner Vogel, den hatten wir vorher noch nicht gesehen. Leuchtend rot war sein Gefieder am Kopf. „Wunderbar, den fangen wir“, dachten die Kinder. Wenn man aber genauer hinsah, konnte man aber sehen: dies ist kein Körnerfresser! Der Schnabel war ja viel zu lang. In aller Seelenruhe verbrachte er seinen Nachmittag bei uns auf der Wiese und pickte am Boden irgendwas Leckeres auf.
Der vermeintliche Papagei war schlicht und ergreifend ein Grünspecht.
Wenn er uns heute im Winter besucht, wissen wir natürlich Bescheid – kein entflogener Papagei, sondern ein heimisches Wesen.
