
Ich hatte damals einen Wellensittich mit Verdauungsproblemen aufgrund einer Nierenschwäche. Wellensittiche fressen in kleinen Mengen Sand, da dieser die Verdauung unterstützt. Der nierenkranke Welli fraß manchmal jedoch mehr Sand als ihm gut tat, was die Verdauung wiederum belastete, so dass es ihm noch schlechter ging. Der Tierarzt empfahl mir zusätzlich zur Behandlung, auf Sand zu verzichten. Was aber stattdessen nehmen? Ein möglichst natürliches, ungefährliches und ergiebiges Einstreu musste her. Die Auswahl im Laden war sehr eingeschränkt, das meiste Streu nur für Nager geeignet. Und so kamen wir zu Buchenholzgranulat.
Mit Buchenholzgranulat als Einstreu kann sich niemand mehr an Sand überfressen. Grit zur Kalkaufnahme und kleine Portionen Sand werden jetzt in einem kleinen Napf gereicht. Das funktioniert soweit gut.
Aber auch sonst bietet BHG einige Vorteile. Nebenbei stellte ich fest, dass es im und um den Käfig viel sauberer aussah. Während Sand die Umgebung des Käfigs unvermeidbar wie Staub belegt, fliegen nur vereinzelt Buchenholzstücke raus, die sich im Gegensatz zu Sand ganz leicht zusammenfegen lassen. Der Käfig macht zudem einen saubereren und natürlicheren Eindruck. Wohlgemerkt einen Eindruck! Dass der Käfig nicht nach der kleinsten Verschmutzung versifft aussieht, sollte nicht dazu verleiten, ihn seltener zu reinigen.
Während meine Wellensittiche auch im Sand gerne scharrten, tun sie das im Buchenholzgranulat noch öfter. Es eignet sich auch wunderbar für eine Wühlkiste, in der sich Futter verstecken lässt. Ich verwende dafür am liebsten die gröbste Körnung.
Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist die Entsorgung. Wer Sand guten Gewissens entsorgen will, gibt diesen bestenfalls in eine Kiesgrube oder zum Wertstoffhof. Das ist relativ aufwändig, sodass der gebrauchte Sand meist einfach im Restmüll landet, denn kompostierbar ist er nicht. Er lässt sich höchstens zum Boden auflockern und als Moosbekämpfer nutzen, das jedoch nur in kleinen Mengen. Auf lange Sicht kann er nicht im Garten eingesetzt werden.
Buchenholzgranulat dagegen ist organischen Ursprungs. Es kann immerhin über den Biomüll entsorgt werden. Außerdem lässt es sich daheim kompostieren. Da es aus kleinen Stückchen besteht, funktioniert das auch relativ gut. Ich kompostiere es jedenfalls und habe gute Erfahrungen gemacht. Es wird wesentlich schneller abgebaut als ein massives Stück Holz, beispielsweise ein Ast. Was ich mir auch vorstellen könnte, jedoch noch nicht probiert habe, wäre BHG direkt im Garten einzusetzen, um die Bodenbeschaffenheit zu ändern oder als Ersatz für Mulch.
Für den Halter ist es außerdem von Vorteil, dass BHG leichter ist. Sandtüten können ziemlich schwer sein und wer große Mengen braucht, hat viel zu tragen. Eine Tüte BHG ist dagegen leichter und ergiebiger.
Sand ist keinesfalls schlecht (außer für Wellensittiche, die übermäßig viel davon fressen), allerdings bietet Buchenholzgranulat einige Vorteile. Meiner Meinung nach ist es eine natürliche und unkomplizierte Alternative, die jeder Halter in Betracht ziehen sollte.
Und genau wie Du schreibst: am Anfang haben auch wir nur den klassischen Vogelsand benutzt.
Aber schon bald haben wir die Vorteile des Buchenschrots erkannt - mit all den Dingen, die Du schreibst.
Wir würden auch noch mehr Sand ersetzen, aber einer unserer Käfige (der Schlafkäfig) hat bei den Schubladen solche Plastiksperren, die beim Herausziehen sämtlichen Buchenschrot zurückhalten. Die Schubladen lassen sich dann überhaupt nicht mehr öffnen. Also ist notgedrungen Sand drinnen. Ist ja auch OK.
Und: es gibt viele Fotos von Fanny mit Buchenholzgranulat-Zigarre. Auch das wäre ohne BHG nicht möglich gewesen :-) .