Kranker Welli zum ungünstigsten Zeitpunkt
Nun tritt das ein, was jeder Wellifreund befürchtet und was doch auf immer wieder groteske Weise das ´Murphy-Gesetz´ bestätigt: An einem vollkommen ungünstigen Tag zu einer vollkommen ungünstigen Zeit wird des Federlosen liebstes Geschöpf, ein kleiner Wellischatz, sehr krank.Apathisch, aufgeplustert, den Kopf auf dem Käfigdach liegend und sich erbrechend findet man direkt nach seinem Examen seinen Welli vor. Was tun? Der vogelkundige Tierarzt hat vor zehn Minuten geschlossen und liegt über eine Stunde entfernt weg ...
... also bleibt nur der Gang zum Tierarzt um die Ecke, der noch auf hat - allerdings nicht vogelkundig ist.
20 Minuten später...
Ein Blick auf den Welli nach meiner detaillierten Beschreibung geworfen ist die Diagnose, wer ahnte es nicht, völlig klar: Kropfentzündung. Und die Therapie ist auch total klar: Antibiotikumsspritze und ein paar Vitamine.
Wenn es mir keiner gesagt hätte, ich hätte es nicht gewusst ...
Ich frage mich allerdings, wie so ein Tierarzt das wissen kann, ohne eine einzige Untersuchung gemacht zu haben ... (?) *grübel*
Diagnose und Behandlung eines nicht vogelkundigen Tierarztes
Wem die Ironie an diesem Blogartikel noch nicht aufgefallen ist, dem sei es hiermit erläutert: - Kropfentzündung ist die Standarddiagnose eines jeden Tierarztes, der sich nicht gut mit Vögeln auskennt und einen kotzenden Welli vor sich hat (tschuldigung der Ausdruck)- Und das AB samt Vitamine ist es auch.
- Und dass man eine Diagnose stellt, ohne ein Tier genau zu untersuchen, leider auch :(
Das ist in etwa ja so, als ob ich zum Arzt gehe und sage ´ich hab Bauchweh´ - und der mir, ohne mir auf dem Bauch herumgedrückt zu haben, antwortet ´Ganz klar, das ist ne Blindarmentzündung´.
Nun hab ich ja schon ein paar Jahre Erfahrung mit Wellis und es war kalkuliert von mir, dass wohl genau dies passieren würde. Ich wurde auch nicht enttäuscht. Aber ich habe auf das Antibiotikum spekuliert, das meine Lucky vermutlich über das Wochenende rettet.
Lucky hat nun ein Antibiotikum (zwei Versuche waren nötig, die Spritze zu setzen *heul*) und ein paar Vitamine intus und es geht ihr einen Tick besser. Sie hat ein wenig Kolbenhirse genagt und ruht sich nun bei ihren Kumpels aus.
Ende gut - nicht immer "alles gut"
Ich hoffe sehr, dass sie das Wochenende übersteht und werde nächste Woche (immer noch Examen) ein Familienmitglied beauftragen, zu meinem richtigen vk TA zu fahren - meinen und vor allem Luckys Nerven zuliebe.Es soll kein falscher Eindruck entstehen: ich bin froh, dass Lucky wenigstens ein Antibiotikum bekommen kann, denn ich halte eine Infektion (neben Megabakterien) für nicht unwahrscheinlich, aber es ist immer wieder
ernüchternd
erschreckend und
desillussionierend,
wie wenig Ahnung der Normaltierarzt von Wellis hat.
Ich bin der Tierärztin trotzdem dankbar, dass sie meine Lucky freitags um 17.30h noch behandelt hat, aber auch heute möchte ich wieder jedem ans Herz legen: bringt euren Welli zu einem vogelkundigen Tierarzt!
Auf welli.net gibt"s die Liste!
(ist ja blöd, den eigenen Blog zu kommentieren, aber ich wollte euch über Luckys Zustand informieren:)
- etwas stabilier heute. Bislang noch nicht wieder erbrochen, aber erschöpft und ruhebedürftig.
Wir sind guter Hoffnung