Die Tatsache, dass gerade halbreife Hirse eine leicht verdauliche Kost darstellt - was für meine mit Megabakterien infizierten Jungs im Falle eines Schubs durchaus von Vorteil sein könnte - hat mich dazu bewogen, selbst rote Kolbenhirse anzubauen. Man kann sie aber im Spätsommer auch in einigen Onlineshops halbreif bestellen.

Für einen Quadratmeter habe ich nur die Körner gebraucht, die unten (aus dem Kolben gebröselt) in der Tüte lagen. Laut meiner Recherche braucht Hirse einen sonnigen Platz, kommt mit sehr wenig Wasser zurecht und sollte nicht vor Ende April gesät werden, weil sie Frost nicht verträgt. Ich habe sie einfach auf der Fensterbank vorgezogen und an einen entsprechenden Platz gesetzt, als sie schon ein paar Zentimeter groß war - hat sehr gut funktioniert, alle Pflänzchen haben trotz Wurzelschäden überlebt.
Das Getreide ist kräftig gewuchert, und hat den erwarteten Meter Höhe um mehr als 60cm überschritten, obwohl es mehrmals im wahrsten Sinne des Wortes am Boden zerstört war. Der liebe Regen... Wobei die Tropfen auf den Blättern schon sehr schön aussehen:

Als die Pflanzen dann zu groß waren, um sich selbst wieder aufzurichten, wurden sie eben angebunden und haben Anfang August endlich die ersten Kolben angesetzt. Jetzt, Ende August, konnte bereits die erste Hälfte geerntet werden, und es hat sich wirklich gelohnt. Es sind riesige Kolben dabei!

Ein Großteil wird gleich eingefroren, damit er über den Winter zur Verfügung steht. Hoffentlich wird die halbreife Hirse nur als abwechslungsreiches und gesundes Grünfutter benötigt, und weniger als Schonkost. Meine Flauschkugeln mögen die grünen Kolben jedenfalls. Es wäre ja auch weniger lustig gewesen, wenn sie sie nicht mal mit dem Bürzel angeschaut hätten...

Wer also einen Garten hat: probiert es doch auch mal aus! In einem Kübel funktioniert das Ganze möglicherweise auch - wenn es nichts wird, die Wellis freuen sich auch über die Blätter.
Schade, dass ich jetzt erst ein halbes Jahr warten muss bis ich es selber ausprobieren kann.
Aber dann! :)