Schaut man durch die Foren, erkennt man schnell, dass jeder Vogelhalter eine andere Art hat, damit umzugehen. Als ich vor drei Monaten spät abends erkannte, wie sehr unsere Pauline litt und mit ihr gleich am nächsten Tag zu unserer vogelkundigen Tierärztin bin, erschien mir der Gedanke, dass sie es bald geschafft hätte, sehr tröstlich. Ich fand es ihr gegenüber nicht fair, sie länger leiden zu lassen. Trotzdem tat es mir sehr leid und es fiel schwer, sie gehen zu lassen sodass auch ich in der Praxis einige Tränen vergoss. Aber es war die beste Entscheidung, alles andere wäre nur Qual für sie gewesen und das wollte ich meinen Tieren nie antun. Danach war die Stimmung komisch, trotz der anderen vier hinterbliebenen Vögel fand ich es entsetzlich still bei uns. Nach einigen Tagen gewöhnten sich aber alle an die neue Situation.
Jeder trauert anders
Manchen Menschen hilft es, wenn sie eine kleine Grabstelle herrichten, eine kleine Zeremonie veranstalten, Gedichte oder Texte zu schreiben oder Fotos zu gestalten, um den Tod zu verarbeiten. Andere machen das innerlich mit sich aus oder haken es ab, das hat meist nichts mit Kaltherzigkeit zu tun, sondern ist einfach die beste Taktik. Diese muss man manchmal erst herausfinden. Natürlich baut auch jeder eine andere Bindung zu seinen Tieren auf oder sieht das ganz pragmatisch.Ich gehör auch eher zu der Sorte Mensch, die das mit sich ausmacht. Ich hab Pauline auch bei der Ärztin gelassen: hinter der Praxis ist eine kleine Wiese, auf der Tiere bestattet werden können. Das überließ ich aber dem Team, da wollte ich nicht dabei sein. Wie gesagt, jeder hat seine Art, auch wenn sie anderen nicht unbedingt gefällt. Dafür sollte man sich nicht schämen und ehrlich bleiben.
Wer mag, kann seinen verstorbenen Wellensittich in das Regenbogenland von welli.net eintragen. Viele Wellensittiche wurden da schon verewigt.
Ich hab noch viele Bilder von Pauline, die ich mir hin und wieder ansehe. Aber ich erfreu mich immer dran und finde das eine nette Erinnerung. Es war toll, dass sie vier Jahre unser Leben bereicherte und das tröstet. Aber es ist vorbei.
Hoffen wir, dass unsere Leser sich noch lange an ihren Wellensittiche erfreuen können und sie diesen Weg nicht oft gehen müssen!
