Es war ein schöner Freitag Anfang Mai, ich hatte Dienstschluss und dachte nur „ab nach Hause auf die Terrasse in die Sonne“. Alle viere wollte ich von mir strecken und keinen Gedanken an den Giersch, den Löwenzahn o.ä. in unsrem Garten verschwenden.
Zuhause angekommen
hörte ich nur wie der beste aller Ehemänner brav dem Rasen einen neuen Haarschnitt verpasste und ging in den Garten um ihn zu begrüßen. Aber was passierte? Statt einer liebevollen Begrüßung erwartete mich ein „das iss ein Elesitti hin Dirimbau“.... (man(n) sollte beim Rasenmähen auch nicht essen). „Häääähh???????? Wat willst Du von mir?“ Jeden Buchstaben betonend ein neuer Versuch: „Da sitzt ein Wellensittich hinter dir im Baum!“ Ups, vorsichtig umgedreht und tatsächlich, in unserem neuen kleinen Apfelbaum saß eine wunderschöne blaue Welli-Dame und schaute mich neugierig an. Oh ja, es stimmt, Menschen können sich tatsächlich zum Affen machen (gut dass unsere Nachbarn alle Stubenhocker sind). Denn ich habe mich mit viel „butschi butschi“ „guschi guschi“ oder „piep piep piep“ angeschlichen, dabei wie ein balzender Welli mit dem Kopf geruckt und vorsichtig den Finger zu der Kleinen gehalten... und was macht sie? Steigt auf den Finger und guckt mich an als wollte sie fragen „und nu?“ Leider war sie nicht zu bewegen auf dem Finger mit rein zu kommen und flog wieder weg. Nach 10 Minuten landete sie wieder, als kleines blaues Juwel im Baum und das Spielchen wiederholte sich.... wieder und wieder.... stundenlang.
Mittlerweile
hatte ich Hirse geholt (noch von der Winterfütterung der Spatzen) die sie auch gierig in sich hinein stopfte.... nur mit mir reingehen wollte sie ums verrecken nicht. Der beste aller Ehemänner lag mittlerweile (alle viere von sich gestreckt) auf der Terrasse in der Sonne und grollte... diesen schönen sonnigen Nachmittag hatte er sich völlig anders vorgestellt, mit einem leckeren Glas Wein relaxen oder ähnlichem... Nicht aber mit einer Frau die alle 10 Minuten wieder mit Hirse in den Garten rannte und versuchte ein weiteres Haustier zu erhaschen. Ja, die Kleine suchte heftig den menschlichen Anschluss bei uns, sie flog immer wieder ganz aus unserem Sichtbereich raus um dann 10-15 Minuten später wieder an der gleichen Stelle im Baum zu warten wo ich wohl mit der Hirse bliebe. Aber weder mit Finger noch mit Stöckchen wollte sie mit rein, unser Terrassendach war ihr wohl unheimlich.
Beim nächsten Versuch
- mittlerweile war es sechs Uhr abends und fast vier Stunden vergangen - konnte ich dann kurz ihre Füßchen mit dem Daumen auf dem Zeigefinger fixieren, beherzt zugreifen und ich hatte sie... allerdings auch ein Loch im Finger... sie hatte nämlich einen verdammt festen Biss. Ab dem Moment an ging dann alles seinen geregelten Gang: Erstmal einen kleinen Käfig besorgt > Ringnummer abgelesen > Futter und Sand gekauft > für Stangen den Haselstrauch „verkleinert“ > bei welli.net angemeldet > vkTA aufgesucht > Voliere bestellt > und nach zwei Wochen kam dann der kleine weißgraue „Willi“ als Partner dazu. Der beste aller Ehemänner hat sich mittlerweile auch beruhigt und liebt die beiden heiß und innig.