Du warst immer gesund und putzmunter, dein Blick so neugierig und lebensfroh.
Schon von Anfang an wusstest du, dass deine Federlosen niemals böse werden und man auf ihnen landen, sie anknabbern und anmeckern konnte.
Im Transportkäfig hast du Flocke begleitet wenn er wieder einmal zum Tierarzt musste. Dein kleiner, kränklicher, immunschwacher und trotzdem geliebter Partner war glücklich eine so selbstbewusste Henne an seiner Seite zu haben.
Ihm hast du beigebracht, dass die Federlosen nicht so böse sind, wie er anfangs glaubte.
Ein schönes Paar in blau und grün.

Chui und Sunny, die beiden Nymphensittiche, hast du großmütig akzeptiert und sie als Bereicherung des Schwarms gesehen.
Dann kamen Pinsel und Sonja dazu und Flocke musste um dich kämpfen, da der grüne Pinsel deine Aufmerksamkeit wollte.
Zu viert war das Leben so schön!
Du warst in deinem Element und hast die Liebesbekundungen deiner Verehrer genossen und sowohl Flocke als auch Pinsel gemocht.
Auch die Federlosen mussten regelmäßig daran erinnert werden, dass es dich gab.

So oft mussten wir zum Tierarzt... Flocke, Pinsel... doch nie mit dir.
Und dann kam der Tag an dem es dir nicht mehr gut ging.
Die Notfallpraxis am Wochenende war nicht vogelkundig und konnte dich nur bis Montag stabilisieren.
Es war das erste Mal, dass Flocke nicht dabei war als wir dich in die Transportbox setzten.
Ein komisches Gefühl euch in diesem Moment zu trennen.
Irgendwie wusste ich schon vorher, dass wir dich da lassen mussten und ich rang mit mir Flocke doch mitzunehmen, um dich zu unterstützen.
Doch Flöckchen war immer so ängstlich und kränklich... wir hatten die Befürchtung, dass er durch die zusätzliche Belastung wieder krank werden könnte.
So waren nur wir Federlosen und du unterwegs.
Wenn ich vorher gewusst hätte, dass es deine letzte Reise wird... dann hätte ich dich diesen Weg nicht alleine gehen lassen.
Du wurdest untersucht, geröntgt.
Etwas war in deinem Bauchraum, das die anderen Organe verdrängte und dir Schmerzen bereitete.
Kein Ei, vielleicht ein Lipom oder doch ein bösartiger Tumor.
Der Abschied schmerzte. Du musstest dort bleiben, denn am nächsten Morgen sollte die Operation stattfinden.
Bei einem Lipom hätte der Arzt versucht es zu entfernen.
Um 10 Uhr morgens erhielten wir die Nachricht, dass du die Augen nie wieder öffnen würdest.
Der Tumor war bösartig und so durftest du einfach weiterschlafen...
bist direkt aus deinem Traum ins Regenbogenland geflogen.
Als wir dich abholten erzählte uns der Arzt noch, dass du ihn, bis die Narkose wirkte, empört angemeckert hast. So kannte ich dich und so werde ich dich immer in Erinnerung behalten.
Mein selbstbewusster kleiner Zauberwelli!
Nie warst du krank... doch in diesem Fall ein Pechvogel. Keiner hätte geahnt, dass es dich treffen könnte!
Flocke, den wir immer als so kränklich erlebten haben ist inzwischen ein gestandener, fitter Hahn in den besten Jahren, der sich vielleicht ab und zu an seine erste große Liebe erinnert:
seine bezaubernde Merlin!
Wir werden dich immer in unseren Herzen und unserer Erinnerung bewahren!
