Dazu kann ich nur sagen: Das ist Blödsinn! Wirklich!
Es gibt zwei Faktoren, von denen abhängig ist, ob und wie zutraulich ein Wellensittich wird.
1. Seinen Charakter. Denn nicht jeder Welli faßt das nötige Zutrauen, um etwa auf die Hand oder dergleichen zu kommen. Dabei ist es egal, ob Einzel- oder Schwarmvogel. Andere brauchen einfach sehr lange und es hilft ihnen, wenn sie bei ihren Artgenossen sehen, daß denen nichts passiert, wenn sie sich ihrem Menschen nähern.
2. Es spielt eine große Rolle, wie intensiv man sich mit seinen Wellensittichen beschäftigt. Je besser sie einen kennen, desto besser können sie ihren Menschen einschätzen und desto leichter vertrauen sie ihm.
Zu erwarten, daß ein frisch eingezogener Wellensittich nach ein, zwei Tagen auf die Hand kommt, setzt Ansprüche an das Tier, die es meist nicht erfüllen kann. Es braucht eben seine Zeit.
Gerade Kindern wird ein solcher Vogel dann leider schnell langweilig.
Nur: Wie ist es denn, wenn man als Mensch z.B. umzieht, auf einmal auf eine neue Schule geht oder einen neuen Arbeitsplatz hat? Es gibt Menschen, die leben sich sehr schnell ein, andere sind lange Zeit schüchtern und tauen nicht so recht auf. Und genau so ist es eben auch bei unseren Wellis.
Und jetzt noch einmal zurück zum Anfang: Auch mehrere Wellensittiche in einem Schwarm werden zahm! Die Schüchternen schauen sich das Verhalten von den Mutigeren ab, wenn sie erkennen, daß ihnen keine Gefahr droht.
Hier der Beweis. Bei uns leben 12 Wellensittiche und so schaut es aus, wenn sie Kolbenhirse bekommen:

Hier Lara und Kevin-Marcel. Lara müßte eigentlich gar nicht selbst auf die Hand kommen, da Kevin-Marcel sie nach dem Fressen sowieso noch einmal füttert.

Lara, Erik, Kevin-Marcel und Tristan - langsam wird es etwas eng.

Unser Lutino-Hahn Sergej - heute war er zum ersten Mal auf der Hand. Er hat die Anderen vorher genau beobachtet und sich dann auch selbst getraut.

Und zum Schluß unsere kleine Ella. Auch sie ist auf diesem Foto das erste Mal auf die Hand gekommen und auch sie hat sich das von den "Großen" abgeschaut.
Neben diesen sechs Piepern kommen sonst gern auch noch zwei weitere, Finn und Grisu, auf die Hand. Die hatten aber heut anscheinend besseres zu tun.
Und jetzt sage doch noch mal bitte Einer, daß mehrere Vögel in einem Schwarm nicht zutraulich werden!