Hallo zusammen,

ich möchte mich auf diesem Wege von meinem geliebten Rocky und seinen Freunden verabschieden.

Rocky war ein grüner Halbstandardwellensittich mit gelbem Gesicht und grauer Haut.
Er wurde an meiner Seite 11 Jahre alt und wir erlebten zusammen viele Höhen und Tiefen.

Ich hatte ihn damals zu meiner blauen Welli-Dame Kiki dazugeholt. Gleich am ersten Abend entwischten mir die beiden in der Küche und verbrachten die Nacht dort zusammen. Sie vertanden sich prächtig. Kiki "erzog" den jungen Frechdachs zu einem stattlichen erwachsenen Wellensittich. Leider war ihnen zusammen keine lange Beziehung vergönnt - Kiki starb bald an Altersschwäche.

Als neue Freundin für Rocky holte ich eine junge zitronengelbe Welli-Dame - Jeanny.

Sie verstanden sich super und Rocky lernte Jeanny alle wichtigen Dinge des Lebens. Sie mochten sich sehr und schmusten oft zusammen.
Leider starb auch Jeanny nach kurzer Zeit an Kropfkatarrh, was ich mir nicht erklären konnte.
Es kam so plötzlich und unerwartet!

Ich beschloss dann, es mit einem zweiten Männchen zu versuchen. Ich holte den weißen Spocky mit blauem Bauch. Die beiden wurden gute Freunde, auch wenn sie sich oft um Dinge, wie die Schaukel, das Futter oder Ähnliches stritten. Auch eine zweite Schaukel brachte keine Abhilfe. Ich erinnere mich gut an einen Abend, an dem sie Freiflug hatten und ich gerade das Vogelheim sauber machte: Ich vergaß, die Tür zu ihrem Zimmer zu schließen, und was machten die beiden? Nein, sie flogen nicht aus dem Zimmer, sie kamen mir fröhlich entgegenmarschiert - zu Fuß, auf dem Boden! Es sah super-süß aus!

Leider ereilte auch Spocky das selbe Schicksal, wie Jeanny: er verstarb noch so jung an einem Kropfkatarrh. Ich konnte ihm nicht mehr helfen. Das Weichfutter verschmähte er und das Körnerfutter hatte ihm der TA verboten...

Ich beschloss, es noch einmal zu versuchen und holte einen jungen grünen Standardwellensittich mit gelbem Gesicht, wie Rocky. Ich nannte ihn Tipsy.
Tipsy war sehr anhänglich und folgte Rocky auf Schritt und Tritt. Rocky machte ihm immer wieder klar, wer der Chef im Vogelheim war. Trotzdem waren sie Freunde. Man sah die beiden auch mal eng aneinander gekuschelt. Tipsy war ein sehr ruhiger, gelassener Welli.
Leider verstarb auch er in seinem noch so jungem Leben an einem Kropfkatarrh.

Dann waren Rocky und ich wieder allein. Ich beschloss, dass das auch so bleiben sollte, zumindest, was die Wellis anging. Ich hatte das Gefühl, das Rocky alleine zufriedener und gelassener war, weil er sich mit niemandem um Sachen streiten oder sie verteidigen musste.
Es folgten viele schöne Jahre und Momente, die ich nie vergessen werde.
Rocky liebte vor allem seine an drei Gitterbällen hängende Glocke, der er kaum von der Seite wich. Mit ihr spielte er, schimpfte er oder erzählte ihr leise etwas. Dort war sein Lieblings- und Schlafplatz.

Rocky war ein lebenslustiger, fröhlicher, aufgeweckter kleiner Kerl. Er liebte es Musik zu hören und laut mit zu singen (vor allem Klassik). Leider wurde Rocky nie handzahm aber er war ein guter Sänger und auch ein guter Zuhörer. Ich saß oft stundenlang neben seinem Käfig und beobachtete ihn und sprach mit ihm. Er sah immer so aus, als würde er aufmerksam zuhören.
Wenn man in seiner Gegenwart laut redete, zwitscherte er noch lauter mit und versuchte, uns zu übertönen.

Es war mit ihm immer sehr aufregend und lustig.

Dieses Jahr ging ich mit ihm zum TA wegen seines plötzlich zuckenden Beinchens, dass er auch immer weniger belastete. Leider erhielt ich dann die schlechte Nachricht, dass er einen Hodentumor hatte, und man nichts dagegen tun konnte... Da brach für mich eine Welt zusammen. Mein treuer Freund und Begleiter war schwerkrank!
Ich bekam Tropfen, die das Wachstum des Tumors verlangsamen sollten. Der Tumor drückte auf einen Nerv im Beinchen und deshalb spürte er es immer weniger. Ihm das Mittel in den Schnabel zu träufeln, war für uns beide eine Riesenherausforderung. Denn ich musste ihn aus dem Käfig fangen, und das war er nicht gewöhnt. Es verursachte bei ihm so viel Stress, dass ich es nur ein paar Mal durchführte, aus Angst, es würde ihm danach noch schlechter gehen.
Er kämpfte und zeigte eisernen Lebenswillen. Auch nachts sah ich nach ihm, da ich mich sehr sorgte. Als er schwächer wurde, fuhr ich mit ihm in die Klinik. Schließlich musste ich schweren Herzens die Entscheidung treffen, ihn erlösen zu lassen...

Er ging tapfer, wie er immer war, über die Regenbogenbrücke, seine letzte Reise...
Ich begrub Rocky unter einem starken großen Ahornbaum bei seinen Freunden und hoffe, er fühlt sich wohl.

Rocky, Kiki, Jeanny, Spocky und Tipsy, ich hoffe es geht euch gut, da wo ihr jetzt seid, ich vermisse euch so sehr! Seht ab und zu nach mir! Lebt wohl! Ihr seid unvergessen!
Ich liebe euch!
R.I.P.