Wellensittich-Körnerfutter

Auch wenn es für eine gesunde und ausgewogene Ernährung nicht ausreicht, sie nur mit Körnerfutter zu füttern, und man das Nahrungsangebot immer durch Obst, Gemüse und Kräuter und (sofern saisonal verfügbar) Wildkräuter ergänzen sollte, so sind die Sämereien doch das Hauptnahrungsmittel der Vögel.

Genau aus diesem Grund sollte man hier ein besonderes Augenmerk auf die Qualität des Futters legen.

Unnütze und ungesunde Zusätze

Vielen im Handel erhältlichen Futtermitteln sind Zusätze beigemischt, die unsere Wellensittiche weder brauchen noch ihre Gesundheit fördern. Allen voran sind hier Zucker, Honig und Bäckereierzeugnisse zu nennen, aber auch Molkereierzeugnisse, Vitamin- und Ölzusätze sind nicht notwendig für eine gesunde Ernährung. Mittlerweile wird auch Futter für Sittiche angeboten, welches Ei und Insekten enthält. Ein gesunder Welli, der sich nicht in der Brut- oder Aufzuchtsphase befindet, benötigt auch diese Zusätze nicht.

Besonders viele unnötigen Zusatzstoffe stecken in Knabberstangen, Knabberringen u.ä. Wer eine Abwechslung in der Wellensittich Ernährung bieten möchte, kann Knabberstangen selber backen oder man bietet die Körner in der ursprünglichen Form an, als Rispenhirse oder Kolbenhirse. Die rote Hirse in kolbenform ist dabei besonders beliebt und hat obendrein einen etwas höheren Nährstoffgehalt als die gelbe Hirse.

Werden Wellensittiche als Haustiere gehalten, ist ihr Energiebedarf aufgrund des selbst bei täglichem Freiflug eingeschränkten Bewegungsangebots geringer als bei ihren wildlebenden Verwandten, die jeden Tag Kilometer durch das australische Outback ziehen, um geeignete Nahrung zu finden. Dementsprechend neigen viele Vögel schnell zu Übergewicht, welches durch die unnötigen Kalorien in den Zusätzen nur gefördert wird.

Auch von Futtermitteln, die einen schnelleren Erfolg beim Sprechen lernen, ein schöneres Gefieder oder andere Nebeneffekte versprechen, ist abzuraten. Sie tragen nicht zu einer gesunden Ernährung bei.

Woran ist gutes Futter zu erkennen?

Eine gute und ausgewogene Futtermischung besteht aus unterschiedlichen Sämereien wie etwa verschiedenen Arten Hirse, Kanariensaat, Grassaaten, geringer Anteil an ölhaltigen Saaten und Hafer, oben genannte Zusätze sind ihr nicht zugefügt. Auch werden detaillierte Angaben zum Futterinhalt gemacht, manchmal sogar mit prozentualer Zusammensetzung der Saaten. Bei schlechtem Sittichfutter sind die Informationen oft nur sehr allgemein gehalten, z. B. als Inhaltsangabe Getreide.

Körnerfutter Mischung für Wellensittiche

Theoretisch ist es möglich, sich ein gutes Körnerfutter selbst aus Einzelsaaten zu mischen, allerdings ist hierbei Vorsicht geboten: Es erfordert ein fundiertes Wissen über Inhaltstoffe der Körnerarten und Bedürfnisse der Wellensittiche, um das richtige Verhältnis zwischen den verschiedenen Sorten zu erhalten; eine falsche Mischung führt schnell zu Mangelerscheinungen bei unseren gefiederten Freunden!

Gutes und abwechslungsreiches Wellensittich-Futter bekommt man über verschiedene Online-Shops, die sich auf Futtermischungen und Zubehör rund um Wellensittiche und andere Vogelarten spezialisiert haben. Welche hier empfehlenswert sind, kann man gerne in unserem Forum erfragen. Im Vergleich zu solchem Futter, das in Supermärkten, Zoohandelsketten und Drogerien erhältlich ist, ist es nicht unbedingt kostenintensiver, dafür aber ausgewogener und qualitativ hochwertiger.

Viele Futterhändler bieten zudem auch verschiedene Varianten eines Grundfutters an, so etwa solche, denen getrocknete Kräuter oder Beeren oder Grassamenarten beigemischt sind, wodurch man als Federloser im Futternapf immer einmal wieder für Abwechslung sorgen kann. Man kann Zusätze wie Blüten oder getrocknetes Obst und Gemüse auch separat kaufen und unters Grundfutter mischen oder in einem Extranapf anbieten

Wie groß der Nährstoffgehalt des Wellensittichfutters ist, kann man mit einem Keimtest bestimmen, wofür man eine kleine Menge an Körner wie für normales Keimfutter ansetzt. Mindestens 60% der Körnchen keimen bei einem guten und frischen Futter aus, sind es weniger, ist das Futter überlagert oder qualitativ minderwertig.

Welches Körnerfutter schmeckt den Wellis?

Viele Wellensittiche sind wahre Feinschmecker, wenn es um ihre täglichen Körnchen geht, und nicht jedes Futter, was im Napf landet, wird auch gleichermaßen gut angenommen. Was allerdings beliebt ist und für welche spezielle Zusammensetzung sich die Vögelchen begeistern, ist von Wellensittich zu Wellensittich bzw. von Schwarm zu Schwarm unterschiedlich. Da hilft nur: Einfach ausprobieren.

Ist erst einmal eine Futtermischung gefunden, die den Schnäbeln schmeckt, tut man gut daran, von ihr immer genügend im Haus zu haben. Andere Varianten können jederzeit probiert werden, allerdings muss man damit rechnen, dass bei Missfallen bestimmte Sämereien akribisch aus den Näpfen befördert werden.

Wie viel Futter braucht ein Wellensittich am Tag?

Die Futtermenge ist abhängig von der Unterbringung der Wellensittiche und ihrem Gesundheitszustand. In der Außenvoliere benötigen die Vögel eine größere Menge Körnerfutter und auch eine reichhaltigere Zusammensetzung, als Tiere in der Wohnungshaltung. Sie brauchen mehr Energie, um die Temperaturschwankungen am Tag und in der Nacht auszugleichen. Auch der gesundheitliche Zustand und die Aktivität muss mit einbezogen werden. Bei weniger Aktivität reduziert sich die Futtermenge, wie etwa im Alter, während der Mauser oder auch im Winter, wenn es früh dunkel ist. Wohingegen sich z. B. während einer Legephase die Menge an Futter erhöht. Auch inhaltlich sollte dann teilweise die Zusammensetzung angepasst werden.

Die Futtermenge sollte also immer an den eigenen Schwarm und seine Bedürfnisse angepasst werden.

Bei gesunden Vögeln rechnet man etwa mit der Futtermenge von 8 bis 12 % des Körpergewichtes der Wellis. Hier wird der Durchschnittswert aller Schwarmmitglieder zusammengerechnet. Nicht nur das normale Körnerfutter wird eingerechnet in die komplette Futtermenge, sondern auch Leckerchen, z. B. Kolbenhirse. Je nach Schwarmzusammensetzung kann die Menge so zwischen 6 und 10 Gramm pro Vogel liegen.

Häufig wird das Wellensittich-Futter pro Tag und Vogel in der Maßeinheit Teelöffel angegeben. Die Abmessung der Futtermenge mit einem Teelöffel ist aber sehr ungenau. Jeder Löffel kann eine andere Menge an Wellensittichfutter enthalten und auch die Futterzusammensetzung ergibt unterschiedliche Mengen. Gräser zum Beispiel haben ein größeres Volumen und ein geringeres Gewicht als Hirse. Wenn weniger Grassamen enthalten sind, umso höher ist die Futtermenge je Teelöffel. Besser und auch viel genauer ist es, wenn man das Futter abwiegt. Dafür kann man eine digitale Küchenwaage oder auch eine Feinwaage nutzen.

tägliche Menge Körnerfutter für Wellensittiche

Das Wellensittichfutter sollte täglich frisch gegeben werden. Man kann die Tagesportion auch aufteilen und zwei mal am Tag füttern.

Viele Wellensittiche haben Erkrankungen wegen zu vielem und zu reichhaltigem Futter. Es ist nicht gut eine unbegrenzte Menge an Körnerfutter anzubieten, da die Tiere dann mehr fressen als sie brauchen und als ihnen gut tut. Bei unbegrenztem Zugang suchen sich auch viele Wellis die besten Saaten, meist auch die reichhaltigsten, aus und nehmen dadurch zu. Folgeerkrankungen von Adipositas können, genau wie bei uns Menschen, Organschäden oder auch Gelenkprobleme sein.

Ob man die richtige Menge füttert, sollte man immer im Auge behalten, kontrollieren und ggf. der Situation anpassen. Eine Möglichkeit der Kontrolle ist regelmäßiges Wiegen der Wellis und Abtasten des Brustbeines. Hier zeigen sich Veränderungen des Gewichtes der Sittiche. Auch der Futternapf gibt Aufschluss. Wenn noch Reste vorhanden sind, dann ist die Menge ausreichend bzw. könnte wahrscheinlich noch reduziert werden. Stürzen sich die Wellis ausgehungert auf frisches Futter, dann muss die Menge ggf. nach oben angepasst werden.

Eine zu lange offene Lagerung der Körnermischung, wie es in einem Napf, dessen Inhalt nicht täglich gewechselt wird, der Fall ist, ist außerdem nicht förderlich für ihre Qualität. Man sollte immer darauf achten, dass das Futter auf genügend Näpfe verteilt wird, so dass Futterneid und Streitereien weitestgehend vermieden werden und jeder Wellensittich in Ruhe seine Portion fressen kann.

Eines muss man zudem beim Verhältnis Futtermenge zu Napfgröße noch beachten: Wellensittiche scharren nicht im Futter wie Hühner (es sei denn, die Mischung schmeckt ihnen nicht). Hat sich also eine Schicht leerer Spelzen auf den noch vorhandenen Körnern im Napf gebildet, kommen die Tiere nicht mehr an den noch fressbaren Teil heran. Abhilfe schaffen hier etwa flachere Näpfe, z. B. glasierte Tonteller, oder eine größere Anzahl, wodurch die Menge im einzelnen Napf geringer ist. Ebenso kann man als Federloser zwischendurch die leeren Spelzen vom restlichen Wellensittichfutter pusten oder zweimal täglich zu fressen geben.

Wie lagere ich das Futter richtig?

Bricht man eine neue Tüte Körnerfutter an, sollte ihr Inhalt immer in eine verschließbare, gut zu reinigende Vorratsdose umgefüllt werden, so bleibt die Mischung vor Feuchtigkeit und Ungeziefer geschützt und auch alle Nährstoffe bleiben erhalten. Sofern es sich um ein durchsichtiges Behältnis handelt, ist es sinnvoll, die Dose an einem dunklen Ort (etwa im Schrank) aufzubewahren, da Licht bzw. Sonneneinstrahlung wichtige Inhaltstoffe zerstören können. Der Lagerort sollte generell sauber, trocken und kühl sein. Ist der Inhalt der Vorratsdose aufgebraucht, muss das Gefäß gründlich gereinigt werden und komplett durchgetrocknet sein, bevor neues Futter eingefüllt wird.

richtige Lagerung von Wellensittichfutter

Gerade wenn man einen Wellensittichschwarm beherbergt, bietet es sich an, größere Futtermengen auf Vorrat einzukaufen, da dies auch oft günstiger ist. Auch dieser Vorrat ist trocken, dunkel und kühl zu lagern. Eine Möglichkeit ist, das Vogelfutter in der Originalverpackung einzufrieren. Hierbei muss man aber bedenken, rechtzeitig Nachschub aus dem Tiefkühler zu holen, der erst verfüttert werden darf, wenn er wieder komplett aufgetaut ist und Zimmertemperatur erreicht hat.

Als gewissenhafter Wellensittich-Halter muss man immer auf das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung der Körnermischung achten. Ist es abgelaufen, darf das Futter den Wellensittichen nicht mehr angeboten werden. Viele Hersteller geben außerdem an, wie lange sich nach Anbruch der Packung die Körnchen halten, diese Zeitdauer sollte ebenfalls nicht überschritten werden.

Körnerfutter verliert innerhalb eines Jahres die meisten Nährstoffe. Wenn man davon ausgeht, dass es beim Futterhersteller ja auch schon gelagert wurde, ist es also mehrere Monate, meist ein halbes Jahr haltbar. Eingefrorenes Wellensittichfutter ist ca. 2 Jahre haltbar.

Auch wenn das Verfallsdatum noch nicht erreicht ist und man das Vogelfutter ordentlich gelagert hat, kann es passieren, dass es schlecht ist. Öffnet man eine Packung Futter, sollte dieses immer frisch riechen, die Körner glänzen und nicht zusammen kleben. Muffig riechendes Wellensittichfutter oder solches, bei denen die Körner durch eine Art feinste Spinnweben miteinander verklebt sind, muss umgehend entsorgt werden.

Tipp

Die meisten Internet-Shops bieten diverse Sämereien auch als Einzelsaaten an. Diese eignen sich oftmals gut als kleiner Snack zwischendurch, als Belohnung oder – untergemischt unter das normale Wellensittichfutter – Abwechslung zur alltäglichen Ernährung. Besonders beliebt bei den meisten Wellensittichen sind hier Hafer und Knaulgras. Hafer darf allerdings nicht übermäßig angeboten werden, da er schnell dick macht. Geschält ist er ein guter Zusatz, einen kranken oder untergewichtigen Vogel zu päppeln.

Knaulgras dagegen ist relativ leichte Kost und eignet sich besonders bei zu Übergewicht neigenden Vögeln als Streckungsmittel für die Körnergrundmischung. Hierbei muss man allerdings beachten, dass es nicht zusätzlich zur Grundmenge des Futters gegeben werden, sondern lediglich einen Teil des gewöhnliches Futters ersetzen darf.

Man kann die Wellis auch mit Futtersuche beschäftigen. Anstatt ausschließlich im Napf das Futter zum Fressen anzubieten, füttert man am Boden des Käfigs oder verteilt Näpfe im Vogelzimmer. Das hilft gegen Langeweile, Bewegungsmangel und meist auch gegen Übergewicht.

Ob und inwiefern ein Vogel über- oder untergewichtig ist und welche speziellen Konsequenzen das für seine Ernährung hat, sollte aber immer erst mit einem vogelkundigen Tierarzt abgesprochen werden.

Autor: Bealu / erweitert von: Pezzy und MelliW

 

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