Schnabel und Wachshaut vom Wellensittich

Der Vogelschnabel besteht aus einem knöchernen Unterbau, dem Unter- und Oberkiefer. Dieser ist nur bei einem Vogelskelett erkennbar; denn er ist von einer Hornsubstanz überzogen, dem so genannten Schnabelhorn. Dieses besteht aus abgestorbenen, mit Keratin gefüllten Zellen, und somit aus demselben Material, aus dem auch beispielsweise die Hörner von Huftieren oder unsere Fingernägel aufgebaut sind. Zähne besitzen Vögel nicht, ihre Schnäbel sind stattdessen mit harten, scharfen Kanten ausgestattet.
Vogelschnäbel sind, je nach Art, sehr unterschiedlich geformt und an die Lebens- und Ernährungsweise des Vogels angepasst. Greifvögel beispielsweise haben einen kräftigen, spitzen Hakenschnabel, mit dem sie Beutetiere erlegen und aufreißen können, Insektenfresser haben meist einen schmalen, spitzen Schnabel und Samenfresser kräftige, dicke Schnäbel, mit denen sie Körner knacken können. Bei Papageienvögeln wie den Wellensittichen dient der typische, kräftige Krummschnabel nicht nur als Fress-, sondern auch als Kletter- und Greifwerkzeug.

Wachshaut beim Wellensittich

Man unterscheidet zwischen dem spitz zulaufenden Ober- und den kleineren, rundlicheren Unterschnabel. Der Unterschnabel ist unbeweglich und mit dem Kieferknochen verwachsen, er ist normalerweise nur sichtbar, wenn der Vogel den Schnabel geöffnet hat. Der Oberschnabel hingegen kann mit Hilfe von Muskeln bewegt werden.
Unterhalb des Unterschnabels kann man, wenn der Vogel gebadet hat oder den Kopf weit in den Nacken legt, eine unbefiederte Hautstelle erkennen. Diese „Lücke“ ist notwendig, um dem Vogel ein müheloses Schlucken zu ermöglichen.

Organstörungen wie beispielsweise ein Leberschaden können übermäßiges Schnabelwachstum zur Folge haben. Auch ein Mangel an Abnutzungsmöglichkeiten wie Kalksteinen, Naturästen oder Nagematerial kann eine Überlänge des Schnabels verursachen. Schlimmstenfalls muss dieser von einem fachkundigen Tierarzt gekürzt werden, während zugleich die Ursache bekämpft wird.

Bei sehr kranken Vögeln kann der Schnabel sich bläulich verfärben, weil er schlecht durchblutet ist. Wie bei diesem Weibchen zu erkennen, können Wachshaut und Schnabel im Extremfall regelrecht durchschimmernd erscheinen.

Wellensittich füttert Partner

Die Zunge der Sittiche hat eine verdickte, sensible Spitze, mit der der Wellensittich verschiedene Gegenstände abtastet und untersucht.

Übersicht von Schnabel und Wachshaut beim Wellensittich

Die Nase der Wellensittiche befindet sich am oberen Ansatz des Schnabels, die Nasenlöcher sind deutlich zu erkennen. Sie sind oval und sollten sauber, glatt umrandet und frei von Ausflüssen sein. Die Nasenlöcher sind von der festen, unbefiederten Wachshaut umgeben.
Die Farbe der Wachshaut gibt Informationen zum Geschlecht des Tieres und darüber, ob es sich um ein Jungtier oder einen ausgewachsenen Vogel handelt.
Bei Hähnen ist die Wachshaut dunkelblau und glatt bzw. pink oder violett bei Jungtieren und manchen Farbschlägen. Bei Hennen kann die Farbe, je nach Alter und Brutstimmung, von hellblau über beige und hellgrau bis zu dunkelbraun reichen.
Brutlustige Weibchen haben eine krustige, intensiv braun gefärbte Wachshaut. Sollten aber Beläge auf der Wachshaut oder dem Schnabel oder eine extreme Wölbung der Nasenhaut sichtbar sein, ist dies ein Zeichen für Hyperkeratose oder Milbenbefall.

 

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Blueberry

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