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Thema: Brieftaube zugeflogen

  1. #1

    Kanzi
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    Standard Brieftaube zugeflogen

    Vor 3 Tagen sass bei uns vor dem Haus eine erschöpfte Brieftaube. Gott sei Dank ist sie nicht auf der Strasse gelandet, da habe ich schon schlimme Bilder gesehen.
    Wir haben sie ein bisschen aufgepäppelt und später dann auf unseren Balkon gesetzt. Als es ihr besser ging wurde es aber schon langsam dunkel. Ich glaube, sie wollte die Nacht bei uns verbringen. Dummerweise wollte sie sich auf die Leiste in der Balkontür setzen und ist dann natürlich am Glas abgerutscht. Sie sass dann eine Zeit lang etwas verwirrt am Balkongeländer, hat sich dann ausgiebig umgeschaut und ist Richtung Dach abgeflogen.
    Ich habe ihr das Futter und das Wasser bis zum nächsten Tag stehen lassen, aber leider habe ich sie nicht mehr gesehen.

    Hoffentlich hat sie es bis nach Hause geschafft. Offensichtlich hat sie an einem Rennen teilgenommen. Ich habe ein bisschen recherchiert und es gab an diesem Wochenende trotz der üblen Wetterwarnungen tatsächlich Taubenrennen. Unverantwortlich. Aber das gehört wohl zum Taubenrennsport dazu, sonst könnte man ihn ja gar nicht erst betreiben.

    Die Taube ist laut Telefonnummer am Ring etwa 50 km westlich von München beheimatet. Wenn sie am nächsten morgen wieder fit genug war, könnte sie es geschafft haben. Leider meldet sich bei der angegebenen Telefonnummer niemand. Eine andere Möglichkeit wäre noch, dass die Taube nur ausgebüxt war. Ich halte es nämlich für ungewöhnlich, dass jemand bei Taubenrennen seine Telefonnummer auf den Ring schreibt. Die wollen doch normalerweise mit den "Versagern" nichts mehr zu tun haben.
    Kennt sich hier jemand damit aus?

  2. #2

    Cami
    Welli.net Team


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    Standard

    Hallo Kanzi,

    danke, dass du dich um die Taube gekümmert hast.
    Ich hoffe auch sehr, dass sie es geschafft hat.
    Wirklich schlimm, wozu Tauben gezwungen werden .

    Da ich mich mit demThema nicht auskenne, schreibe ich einmal einer lieben Userin hier im Forum.

    LG, Carmen

  3. #3

    mieze
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    Besitzt keine Vögel


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    Hallo,

    ich bin nicht sicher, aber es kann sein, dass es da Bestimmungen durch den Verband gibt, keine Ahnung. Leider haben die Züchter an zu spät heimkommenden Tiere kein Interesse, das sind Verlierer und "das Futter nicht wert".

    Aber da Du die Taube nicht mehr hast, kann ihr nun eh nicht mehr geholfen werden.

    Wen das Thema interessiert:
    http://www.veganblog.de/2013/03/taub...hof-der-vogel/
    http://www.veganblog.de/2015/05/brie...ubenquaelerei/
    http://www.veganblog.de/2013/05/taub...als-umgedreht/
    http://www.peta.de/Hochzeitstauben#.V031alKOlTw

  4. #4

    mieze
    Frisch geschlüpft


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    Besitzt keine Vögel


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    Wer erfahren möchte, wie das Leben unserer Stadttauben aussieht, kann sich hier informieren:
    http://www.stadttaubenhilfe-online.de/index.html
    Hier der vierte Beitrag: https://www.welli.net/forum/threads/...end?highlight=
    Und wer in Berlin ist, kann sich hier auch einen betreuten Taubenschlag und viel Infomaterial direkt anschauen:
    https://www.welli.net/forum/threads/...lin?highlight=

  5. #5

    Kanzi
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    Vielen Dank, Carmen und Mieze.

    Das Probem mit den Stadttauben vergfolge ich auch seit längerer Zeit. Obwohl oder vielleicht gerade weil wir direkt an einem Naturgebiet liegen, leben hier besonders viel unfreundliche Menschen, die sich auch gegen eine Taubenschlag wehren. Hier hat man sogar das Füttern der Wasservögel untersagt, obwohl es dafür keine Grundlage gibt. Die angeblichen Begründungen sind ja alle falsch. Eigentlich sind die nur den Kajakfahrern ein Dorn im Auge.

    Wenn ich gewusst hätte, was die Taube vorhat, dann hätte ich ihr die Tür natürlich aufgemacht und sie in der Küche die Nacht verbringen lassen. Meine Wellis haben ja ein eigenes Zimmer, das nicht neben der Küche liegt. Als sie dann auf dem Balkongeländer sass habe ich ihr noch schnell einen Stuhl in die Tür gestellt und ihr die Lehne zum Sitzen angeboten.

    Zur selben Zeit brüten Meisen auf unserem Balkon. Schon das dritte Jahr in Folge. Als die die Taube gesehen haben waren sie nur kurz vorsichtig und haben sich dann nicht weiter störenlassen. Aber die Taube hat das Gepiepse bei der Fütterung immer wieder zum Essen animiert. Das könnte allerdings auch einen traurigen Hintergrund haben, weil die Renntauben ja auch manchmal von ihrem Gelege getrennt werden, um möglichst schnell wieder heim zu fliegen.

    Trotzdem konnte ich wegen der Meisen nicht all zu lange auf dem Balkon rumstehen oder grössere Veränderungen vornehmen. Ich glaube auch nicht, dass sich die Taube da noch von mir hätte nehmen lassen, weil es ihr da schon sichtlich besser ging. Wir haben den Besitzer zwar nicht erreicht, aber dafür so einen Taubenrennverband angerufen: Die Dame am Telefon hatte sich verwundert gezeigt, dass die Taube so zutraulich ist. War sie aber eigentlich gar nicht. die war nur total am Ende, als ich sie gefunden habe.

    Bei der Tierrettung München haben wir gleich als erstes angerufen. Da sass die Taube noch da, wo wir sie an der Hausmauer gefunden hatten. Bisher habe ich mit denen eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht, aber in diesem fall fand ich die Anweisung eigentlich unbefriedigend. Wir sollten einfach warten, bis es ihr besser geht, die wäre nur ein bisschen erschöpft und würde in einer Stunde schon wieder weiter fliegen.

    Nach 2 Stunden war sie aber immer noch so fertig, dass sie sich sehr leicht von mir in die Hand nehmen liess.
    Man hat aber dann schon gemerkt, dass sie zutraulich war, nachdem ich sie auf unseren Balkontisch gesetzt und ihr wieder neues Essen und Wasser hingestellt hatte. Um so ärgerlicher die Enttäuschung beim Versuch, für die Nacht das Nest in Beschlag zu nehmen, was eigentlich keins war. Nur eine Glasscheibe.

    Aber jetzt muss ich auch mal eine Freundin für Chico besorgen, der Arme wird immer trauriger und hat sich jetzt auch Kummerspeck angefressen.

    Herzliche Grüsse,
    Pat

  6. #6

    Mariama
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    Album von Mariama

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    Hallo Kanzi,

    es gibt die Bestimmung durch den Verband, dass verirrte und durch andere Personen gefundene Brieftauben zurück genommen werden müssen.

    Möglicherweise ist deine Taube aufgrund des bei euch herrschenden Unwetters vom Weg abgekommen und inzwischen glücklich in ihrem heimischen Schlag gelandet. Ich wünsche es ihr von Herzen.

    Sicherlich gibt es bei Brieftaubenzüchtern schwarze Schafe, aber eine generelle Stimmungsmache gegen sie wie hier immer wieder betrieben, hilft den Tauben absolut nicht. Grundsätzlich sollte man versuchen, eine verirrte Brieftaube zum Züchter, ihrem heimischen Schlag und ihrer täubischen Familie zurück zuführen.

    Ich habe in meiner Arbeit für unseren heimischen Wildvogelschutzverein mehrmals erleben dürfen, wie Taubenzüchter eine verlorene Brieftaube abgeholt und eine dreistellige Summe für die erfolgte medizinische Versorgung bezahlt haben.

    Liebe Grüße
    Mariama

  7. #7

    Kanzi
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    Standard

    Hallo Mariama

    Mir wärs für jetzt auch am liebsten, diese Taube hätte heim gefunden. Dass es den Tauben nicht hilft, wenn man die Züchter kritisiert, kann ich aber so nicht stehen lassen. Wobei mir natürlich klar ist, dass du das auf den Einzelfall beziehst und da hast du natürlich auch Recht. Es ist immer heikel, Tierbesitzer zu krisitieren. Ob Taube oder Hund.

    Dass es Unterschiede zwischen den Brieftaubenzüchtern gibt, dürfte jedem klar sein. Manche sind rücksichtlos und manche vielleicht sogar fürsorglich. Es gibt auch fürsorgliche Eltern, die ihre Kinder irgendwie lieb haben und ihnen nur das Beste zuommen lassen. Und sie dann mit 8 Jahren zu Schönheitswettebewerben oder massiven Tennistraining zwingen. Auch alles zum Wohl des Kindes, ganz bestimmt.

    Ich bleibe bei meiner Meinung: wer seine Tauben zu Rennen zwingt kann es nicht wirklich gut mit ihnen meinen.
    Die Bestimmungen des Verbands sind in der Praxis nicht viel wert und mir ist auch aufgefallen, dass sich die Taubenzüchter extrem um ein gutes Image bemühen, aber das ist bestenfalls Selbstbetrug.

    Ein schönes Beispiel war ein Blogbeitrag vom letzten Wochenende. Da hat ein Teilnehmer seine Erlebnisse vom Samstag-Vormittag geschildert. Die grosse Frage war nicht, ob man die Rennen am Wochenende vielleich absagt. Das kommt offensichtlich nur in Frage, wenn die Sportler menschlich sind. Eine Verkürzung der Strecken war das höchste der Gefühle. Gleichzeitig stand in mindestens jedem zweiten Satz, dass er und seine Gruppe ja zu den Taubenzüchtern gehören, die ihre Tiere besser behandeln als die anderen und ihnen nicht die grösste Strecken abverlangen. Mag ja sein, aber das ist für mich eher bestürzend als erleichternd. "Nur" 250 km bei den Wettervorhersagen sind immer noch 250 km zu viel.

    Ich habe auch Anzeigen gelesen, in denen Siegertauben versteigert werden.
    Da prahlen die Verkäufer mit "ihren " Leistungen. "530 km bei 33 Grad Hitze und diese Taube kam mit nur 2 anderen am ersten Tag als einzige ins Ziel." Ich will nicht wissen, wie viele Tauben dieses Rennen das Leben gekostet hat.

    Tut mir leid, so einen Sport kann ich grundsätzlich nicht gut finden. Verständnis kann man für vieles aufbringen, unhaltbare Zustände gehören trotzdem kritisiert und möglichst verändert.
    Das Züchten von Tieren sehe ich generell sehr kritisch und wenn man weiss, dass ein Grossteil der verwilderten Stadttauben, ehemalige Brieftauben, bzw, ihre Nachfahren sind, dann wäre das Mindeste, dass sich die Taubenzüchter grosszügig an den Kosten für die Taubenhäuser beteiligen.
    Volles Verständnis habe ich nur für Menschen, die sich ausgemusterter Tauben annehmen und diesen einen artgerechten Lebensabend bieten. Alle anderen müssen sich mit meiner kritischen Haltung abfinden.

    Du hast es sicher gut gemeint und ich will Dir auch nicht grundsätzlich widersprechen.
    Natürlich würde ich mit dem Besitzer der Taube auch anders reden, keine Sorge. Ich finde es nur seltsam, dass er seine Telefonnummer auf den Ring schreibt und dann nicht ans Telefon geht. Ich habe am Samstag angerufen, am Sonntag und gestern noch mal. Freizeichen, aber keiner geht dran. Sieht jetzt auf den ersten Blick nicht nach einem besorgten Besitzer aus. Ich weiss allerdings noch lange nicht genug, um mir ein abschliessendes Urteil bilden zu können.

    Selbst im schlimmsten Fall wäre ich natürlich nicht so ungeschickt, den Besitzer zu kritisieren oder unfreundlich zu werden.
    In solchen Fällen versuche ich immer, mich vorsichtig an eine mögliche freiwillige Abgabe heranzutasten. Im Notfall verständigt man halt anschliessend den Tierschutz. Das macht aber leider nur da Sinn, wo es die Gesetzeslage hergibt und der Besitzer das Tier garantiert abgenommen und nicht mehr zurück bekommt. Sonst hilft das dem Tier tatsächlich auch nicht viel, sondern kann sogar schaden.

    Herzliche Grüsse,
    Pat

  8. #8

    Mariama
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    Standard

    Hallo Pat,

    ich stimme dir absolut zu und kritisiere den Brieftaubensport selbst. Sport sollte meiner Meinung nach jeder Mensch mit seiner eigenen Muskelkraft betreiben und dazu nicht Tiere ausbeuten.

    Ich kritisiere nur Pauschalurteile, die alle Züchter in einen Topf werfen und verdammen, denn ich habe eben auch positive Beispiele erleben dürfen.

    Wobei der Ausdruck positiv nicht aussagen soll, dass ich irgendetwas am sogenannten Brieftaubensport gut finde.

    Ich sehe aber aus Erfahrung das dicke "Aber" bei der Sache.

    Denn es gibt in dieser Angelegenheit auch ganz praktische Erwägungen. Klar, wenn ich die Wahl hätte, würde ich auch gerne jede Brieftaube in einen Schlag geben, in der sie künftig ein schönes und taubengerechtes Leben führen darf. Aber wie viele gibt es davon und wer bezahlt die Kosten?

    München ist übrigens ein ganz trauriges Beispiel...

    Es gibt wenige Privatpersonen und kleine Vereine, die Tauben aufnehmen, auf eigene Kosten tierärztlich versorgen lassen und auch die Kosten für Futter und Unterkunft übernehmen. Und die sind meistens überfüllt und finanziell am Rande des Ruins. Wo sollen diese Tauben also alle hin?

    Renate wird dir das bestätigen können.

    Bei uns sitzt seit Sonntag eine Brieftaube, die sich an unserer Futterstelle für Ringeltauben bedient und bisher keine Anstalten macht nach Hause zu fliegen. Sobald ich sie einfangen kann, werde ich die Ringnummer ablesen und den Züchter anrufen.

    Habe im Laufe der Zeit ein Gespür dafür entwickelt, ob er seine Taube wirklich zurück haben möchte oder nur den Anforderungen der Verbände genügen will. Man kommt in ein nettes Gespräch und erfährt dabei doch Einiges.

    Wenn ich mir sicher bin, dass er die Taube gern zurückholt, bekommt er sie. Wenn nicht, weiß ich schon, wo ich sie hingeben werde.

    Liebe Grüße
    Mariama

  9. #9

    Cami
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    Standard

    Hallo Kanzi,

    kennst du schon diesen Thread ?

    https://www.welli.net/forum/threads/...916#post959916

    Bitte mitmachen !!!
    So kann das Leid der gestrandeten Tiere ein wenig gelindert werden.

    LG, Carmen

  10. #10

    Cami
    Welli.net Team


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    Standard

    Hallo Kanzi,

    ich habe deinen Thread in das richtige Unterforum verschoben, denn Tauben sind ja bekanntlich Vögel. Nicht, dass du dich wunderst. Eine liebe Userin war so aufmerksam und hat mich darauf hingewiesen.

    LG, Carmen

  11. #11

    Kanzi
    Frisch geschlüpft


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    Besitzt keine Vögel


    Standard

    @Carmen

    Danke und sorry, dass ich das Vögel-Forum übersehen habe.
    Ich habe jetzt auch mal für die Stadttauben Essen abgestimmt, ohne mir die anderen Projekte anzuschauen.
    Sollte man eigentlich nicht tun, aber es gibt ja für mehrere Projekte Geld, wenn ich das richtig verstanden habe.


    @Mariama

    Von Verdammen ist doch gar nicht die Rede. Ich verdamme andere Menschen grundsätzlich nicht. Kann höchstens sein, dass ich keinen Sinn mehr darin sehe, mit jemandem weiter über ein bestimmtes Thema zu diskutieren. Dann redet man halt über was anderes, wenn es sein muss.

    Ich bin eben nur der festen Meinung, dass jemand, der seine Tauben zu Rennen zwingt, nicht wirklich das Wohl der Tiere im Auge hat.
    Sicherlich gibt es da welche, die anständiger sind als andere. Aber jedes Rennen ist für die Tauben einfach nur Stress und birgt die relativ grosse Gefahr, dass ihnen was passiert.
    Keine Taube macht das freiwilig und die empfinden dabei auch nichts anderes als Stress. Glaub mir! Das hat mit Freiflug oder Auslauf, den die Vögel vielleicht brauchen, rein gar nichts zu tun. Bei einem Raubvogel wäre das vielleicht was anderes.
    Und dazu kommen noch die schlimmen Begleiterscheinungen.

    Aber ich lasse mich gerne eines bessseren belehren. Wenn mir mal jemand eine nachweislich taubenfreundliche Form des Taubenrennens zeigen kann, dann kann ich wenigstens bezüglich dieser taubenfreundlichen Rennen meine Meinung auch ändern. Bis jetzt ist mir so was aber unbekannt.

    Herzliche Grüsse,
    Pat

  12. #12

    Mariama
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    Hallo Pat,

    ich möchte deine Meinung über Bieftaubenzüchter gar nicht ändern. Wie ich neulich schon schrieb, teile ich sie voll und ganz. Diese Art von "Sport" gehört abgeschafft. Punkt!

    Worauf es mir in deinem und ähnlichen Threads ankommt, ist einfach nur der Wunsch, die beste Lösung für gestrandete Brieftauben zu finden. Denn es gibt sie und wird sie leider auch noch lange geben.

    Eine Lösung muss jeder Finder selbst suchen, ich kann nur Informationen geben, welche Aspekte man bei der Suche nach einer Lösung einbeziehen muss.

    Eine Brieftaube ist ein Haustier, dass immer versuchen wird, den Weg in den heimischen Schlag zu finden.

    Wenn wir also als Finder entscheiden, die Taube nicht zum Züchter zurückzugeben, brauchen wir die Hilfe eines Besitzers einer Voliere mit anderen Tauben, in der unsere Fundtaube für mehrere Wochen eingesperrt werden muss.

    Die muss es in unserer Region erstmal geben, und sie darf nicht schon überfüllt sein mit behinderten Tauben, die dort dauerhaft wohnen und mit Brieftauben, die auf ihre weitere Bestimmung warten.

    Nachdem diese Wochen vergangen sind, und die Taube vermutlich nicht mehr in den heimischen Schlag fliegen wird, stellt sich die Frage, wohin denn nun mit ihr?

    In der Voliere kann sie nicht dauerhaft bleiben, weil andere bedürftige Tauben auf ihren Platz angewiesen sind.

    Gibt es in der Stadt betreute Taubenschläge, kann sie dort hin gebracht werden und ein einigermaßen artgerechtes Leben unter relativ günstigen Bedingungen führen. Obwohl ihr Verbleib auch dort nicht gesichert ist, denn in Berlin müssen wir gerade erleben wie ein großes Gebäude mit einem Taubenschlag von einem Investor gekauft wird, der statt des Taubenschlags lieber eine Dachterrasse mit Restaurant betreiben will.

    Gibt es in einer Stadt keine betreuten Taubenschläge, bliebe nur die Möglichkeit, sie dem elenden Dahinvegetieren der Stadttauben auszuliefern.

    Du wohnst offenbar in München oder Umgebung. Da ich eine Bekannte dort habe, die sich um kranke Stadttauben kümmert, habe ich einen kleinen Einblick in die Situation der Stadttauben bei euch.

    Betreute Taubenschläge gibt es nicht, kranke Tauben werden von wenigen, lieben Menschen eingesammelt, gesund gepflegt und mangels einer guten Alternative wieder auf die Straße gesetzt.

    Rund um den Hauptbahnhof hat eine von der Stadt beauftragte Firma vor einigen Monaten die störenden Stadttauben eingefangen. Ich fürchte, sie wurden nicht in ein Taubenparadies außerhalb der Stadt umgesiedelt sondern ins himmlische Paradies.

    Aus diesen Gründen bezeichnete ich München neulich als besonders trauriges Beispiel im Umgang mit Tauben.

    Wo hätte deine Fundtaube also unterkommen sollen, wenn nicht in ihrem heimischen Schlag?

    Leider haben die Züchter an zu spät heimkommenden Tiere kein Interesse, das sind Verlierer und "das Futter nicht wert".
    Eine durch ein Unwetter vom Weg abgekommene Taube wird übrigens vom Besitzer nicht unbedingt als unfähig und das Futter nicht wert abgestempelt. So blöd sind die Züchter nun auch wieder nicht.

    Liebe Grüße
    Mariama

  13. #13

    Kanzi
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    Hallo Mariama.
    Entschuldige, dass ich so spät antworte. Ich hab das übersehen.
    Wir sind uns ja eigentlich weitgehend sowieso einig.

    Zur Situation in München kann ich folgendes sagen: Es gibt sehr wohl betreute Taubenschläge. Unter anderem gleich zwei am Tierheim in Daglfing-Riem. Bei den anderen Taubenschlägen ist es so, dass die Stadt das nicht an die grosse Glocke hängen will und auch die Betreuer keine Lust auf Anfeindungen von Taubenhassern haben. Die sind gut versteckt, wenn es in der Stadt welche gibt.

    Aber es sind noch viel zu wenige. Dabei sind Taubehäuser die günstigste und tiergerechteste Lösung. Wenn jeder Münchner nur einen Euro dafür bezahlen würde könnte man das schon flächendeckend einrrichten und die Betreuung wäre auch schon auf ein paar Jahre finanziert.
    Ich würde für die Taubenhasser aus meiner Strasse sogar mitbezahlen, wenn es so eine Aktion gäbe.

  14. #14

    Mariama
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    Hallo Pat,

    kein Problem, ich war ja auch nicht so oft hier.

    Ja, wir beide haben das gleiche Ziel, wir wollen diesen armen Tieren helfen. Und das können wir auch.

    Nachdem ich jetzt so viele Informationen über die Situation der Stadttauben in München bekommen habe, die sich teilweise widersprechen, habe ich heute Nachmittag mit der für die Taubenprojekte zuständigen Dame eures Tierheims telefoniert.

    Es gibt tatsächlich zwei betreute Taubenschläge in der Innenstadt. Einen im Karstadtgebäude und einen am Hauptbahnhof. Am Hauptbahnhof werden die Tauben von Bahnmitarbeitern mit Steinen beworfen, berichtete sie.

    Die beiden betreuten Taubenschläge des Tierheims werden von jeweils 600 Tieren bewohnt.

    Die Stadt stellt ein Kontingent von 10 000 Euro jährlich zur Verfügung, das aber nicht abgerufen wird, weil andererseits jegliche Nutzung öffentlicher Gebäude für betreute Taubenschläge abgelehnt wird. So kann man seinen vermeintlich guten Willen dokumentieren und die Ausführung trotzdem verhindern. Traurig!

    Dafür hat die Stadt aber drei Schädlingsbekämpfungsfirmen beauftragt, die Tauben einzufangen. Eine davon verfüttert die Tauben an Falken, eine unterhält angeblich Taubenschläge, zu denen den Tierheimmitarbeitern der Zugang verwehrt wird. Sie dürfen sie nicht besichtigen. Die Beurteilung überlasse ich dem geneigten Leser.

    Die dritte beauftragte Firma kassiert das Geld von der Stadt und bringt die eingefangenen Tauben ins Tierheim, das für die Kosten der Unterbringung, Futter und tierärztliche Versorgung aufkommt.

    Die Frau machte auf mich einen sehr netten und engagierten Eindruck. Leider sind die Taubenprojekte nur eine ihrer vielen Aufgaben, und sie hat viel zu wenig Zeit.

    Sie wäre dankbar für Menschen, die organisatorische Aufgaben, wie beispielsweise das Führen von Listen über die Zahl der ausgetauschten Eier übernehmen würden. Eine Stunde pro Woche wäre schon viel wert und würde den Tieren helfen.

    Dankbar wäre sie auch für Spenden, denn das TH zahlt sehr viel Geld für die Tauben. Damit das Geld wirklich den Stadttauben zugute kommt, sollte als Verwendungszweck "Spende für Stadttaubenprojekt" eingetragen werden.

    Ich werde auf jeden Fall etwas spenden.

    Liebe Pat, wenn du in irgendeiner Weise helfen möchtest oder Leute kennst, die helfen können, melde dich kurz, dann gebe ich dir Namen und Durchwahl der zuständigen Tierheimmitarbeiterin per Pn. Das gilt natürlich auch für alle anderen Interessierten.

    In München gibt es noch sehr viel zu tun für die Stadttauben...

    Liebe Grüße
    Mariama

  15. #15

    Kanzi
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    Liebe Mariama,

    wahrscheinlich hast Du mit Judith B. telefoniert. Die kenne ich bereits persönlich, aber vielen Dank.
    Ich habe auch schon meine Hilfe wegen der Taubenhäuser angeboten. Unter anderem wäre ich bereit, mich um die Pflege zu kümmern, wenn es hier im Münchner Süden ein Taubenhaus geben würde.
    Ich muss sowieso bald ins Tierheim, aber ansonsten liegt das für mich leider sehr ungünstig auf der anderen Seite der Stadt.
    Solltest Du noch eine andere Person als Judith B. mit einer anderen Durchwahl meinen, dann kannst Du mir die gerne schicken.
    Vielen Dank für Deine Mühe und Dein Engagement

    Herzliche Grüsse,
    Pat

  16. #16

    Mariama
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    Hallo Pat,

    wie ich sehe, stehst du bereits in Kontakt mit der richtigen Ansprechpartnerin.

    Ich weiß aus der eigenen Berliner Erfahrung, wie schwer es ist, einen Hausbesitzer zur Bereitstellung eines Dachgeschosses für ein Taubenprojekt zu überzeugen und drücke den Münchner Stadttauben alle Daumen, dass sich in dieser Beziehung doch noch etwas ergibt.

    Würde man das Geld, das die Stadt an diese Schädlingsbekämfungsfirmen zahlt, für betreute Taubenschläge verwenden, könnten sehr viele Tauben in Frieden leben und die Population deutlich reduziert werden.

    Hoffnungsvolle Grüße
    Mariama

  17. #17

    Cami
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    Hallo Pat,

    toll, einfach bewundernswert, dass du dich schon für die Stadttauben einsetzt.

    Vielleicht kannst du über dieses Forum noch einige Mitstreiter aus der Region finden.

    Ich finde es einfach unglaublich, dass die Stadt die Grundsätze des Tierschutzes und die Erkenntnisse zur Verminderung der Population ignoriert.

    @ Mariama: Teile mir doch bitte die entsprechenden Infos per PN mit.

    In der Hoffnung auf ein besser Leben für die geboren Tauben, in München und anderswo,
    Carmen

  18. #18

    Mariama
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    Habe den Zettel leider gleich weggeworfen nachdem feststand, dass Pat bereits mit der Frau in Kontakt steht, Carmen.

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