Das Wellensittich-Auge

Die Augen liegen seitlich am Kopf, was den Vögeln ein weites Gesichtsfeld verschafft und ihnen ermöglicht auch Dinge, die sich hinter ihnen befinden noch größtenteils wahrzunehmen. Bei Fluchttieren wie beispielsweise auch Pferden oder Kaninchen ist diese Anordnung der Augen die Regel.
Im Gegensatz dazu sind die Augen bei Raubtieren (wie bei Hunden und Greifvögeln), aber auch bei Tieren, die beim Klettern und Springen auf eine räumliche Wahrnehmung angewiesen sind (wie Affen), nach vorne gerichtet.

Im Inneren des Auges liegt die schwarze (oder, je nach Farbschlag, auch rote oder dunkelbraune) Pupille, die von der Iris eingerahmt ist. Bei noch sehr jungen Sittichen, aber auch bei bestimmten Farbschlägen wie den so genannten Schwarzaugen, ist die Iris schwarz gefärbt und daher kaum von der Pupille zu unterscheiden.
Wie beim Menschen kann die Pupille sich weiten oder verengen, wodurch die Iris unterschiedlich breit erscheint. Bei geringer Lichtintensität weitet sich die Pupille (die Iris wirkt schmaler), um mehr Licht ins Auge zu lassen, bei starker Lichteinstrahlung zieht sie sich zusammen und erscheint nur noch als kleiner Punkt. Die Pupille verkleinert sich auch, wenn der Vogel aufgeregt ist. Bei intensiv balzenden Vögeln ist das beispielsweise gut zu erkennen.

Auge vom Wellensittich

Der größte Teil des Auges liegt, wie beim Menschen auch, geschützt und unsichtbar im Inneren der Augenhöhlen. Dabei nehmen die Augäpfel im Schädelinneren relativ gesehen mehr Platz ein als bei uns.

schematische Darstellung vom Wellensittich-Auge

Diese Schemazeichnung soll einen Eindruck des Aufbaus vermitteln und ist keine völlig exakte Abbildung.
Hinter der gewölbten, durchsichtigen Hornhaut befindet sich die vordere Augenkammer, die, mit einer Kammerwasser genannten Flüssigkeit gefüllt, vor der Iris (Regenbogenhaut) und der dahinter liegenden Augenlinse liegt. Die Linse wird durch den Strahlenkörper an ihrer Position gehalten. Dessen Muskulatur kann sie krümmen und verformen und somit die Sehschärfe fokussieren.
Dahinter liegt der runde Glaskörper und schließlich die Netzhaut, auf der die Bilder entstehen und über den Sehnerv ans Gehirn geleitet werden. Oberhalb der Eintrittsstelle des Sehnervs liegt der Augenkamm, eine Besonderheit des Vogelauges. Diese „gefaltete“ Ausstülpung dient höchstwahrscheinlich dem Nährstofftransport.
Die dicke, von Blutgefäßen durchzogene Aderhaut versorgt die Netzhaut mit Nährstoffen. Auf der Netzhaut befinden sich die Zäpfchen und Stäbchen zur Lichtwahrnehmung. Die Bereiche größter Empfindlichkeit werden als Fovea Centralis bezeichnet.
Genaueres zur Wahrnehmung ist im Artikel zu Sinneswahrnehmungen erläutert.

Von außen wird das Auge durch das bewegliche Ober- bzw. und Unterlid geschützt, dahinter liegt die durchsichtige Nickhaut, die sich seitlich über das Vogelauge schiebt. Sie ist meistens nicht zu sehen, höchstens, wenn man sich dem Vogel sehr dicht nähert, und wird mit zwei eigenen, nur bei Vögeln vorhandenen Muskeln bewegt.
An den Lidrändern kann man, wenn man genau hinsieht, feine Federn erkennen, die wie menschliche Wimpern aussehen und Staub und andere Fremdkörper vom Auge fernhalten.

Wellensittich Auge
 

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Blueberry

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