Luftsackmilben

Luftsackmilbe ist nur einer von verschiedenen Namen, mit denen diese Parasiten bezeichnet werden. Andere Bezeichnungen sind Luftröhrenmilben, Acariasis und Lungenmilben. Sie gehören zur Gruppe der Endoparasiten und werden zwischen 0,5 und 0,7mm groß. Sie ernähren sich von den Schleimhäuten der Atemwege und setzen sich vorzugsweise in den Luftsäcken fest. Dort lösen sie Entzündungen aus.

Übertragung und Ansteckung

Die Übertragungswege der Luftsackmilben sind vielfältig. Sie können von Elterntieren auf die Jungen übertragen werden, betroffene Vögel stecken aber auch durch Husten und Niesen ihre Artgenossen an. Dieser Übertragungsweg funktioniert zwar nur bei direkt in der Nähe befindlichen Tieren, über das Trinkwasser können sich die Vögel jedoch auch anstecken. Daher sind während der Behandlung besondere Hygienemaßnahmen zu ergreifen.

Symptome

Im Anfangsstadium sind wenig bis gar keine Symptome erkennbar, daher ist es teilweise recht schwierig festzustellen, wann sich die Tiere infiziert haben. Von der Ansteckung bis hin zum Ausbruch erkennbarer Symptome können unter Umständen mehrere Monate vergehen. Zu den Symptomen gehören Atemnot, Atemgeräusche und generell Probleme mit dem Atmen. Dies führt dazu, dass die Kondition der Tiere schlechter ist und sie weniger gern und häufig fliegen. Die Probleme beim Atmen sind durch Schwanzwippen leicht zu erkennen. Zudem verändert sich auch der Gesang der erkrankten Wellensittiche. Noch vor dem Auftreten erster Atemprobleme verlieren sie nach und nach ihre Stimme und der Gesang bekommt einen heiseren Klang, bis kaum noch Geräusche produziert werden. Auch Schnabelatmung und das Schütteln des Kopfes sowie Würgebewegungen können hinzu kommen.

Behandlung

Da Luftsackmilben zum Tod des befallenen Vogels führen können, ist es sehr wichtig, dass schnell ein vogelkundiger Tierarzt zu Rate gezogen wird. Im schlimmsten Fall ersticken die Wellensittiche qualvoll an den Parasiten. Der vogelkundige Tierarzt behandelt den Befall mit einem Antiparasitikum, oftmals kommt dabei die Spot-on Methode zum Einsatz, bei der das Gift in den Nacken des Vogels geträufelt wird. Dies wird in bestimmten Abständen wiederholt, damit wirklich alle Parasiten absterben. Während der Behandlung ist es sehr wichtig, die Wassernäpfe regelmäßig zu reinigen. Idealerweise sollten mehrere Sätze zur Verfügung stehen, die immer wieder abgekocht und dann komplett austrocknen gelassen werden. Es können auch Desinfektionsmittel für Tiere zum Einsatz kommen, allerdings dürfen die Näpfe nur außerhalb des Vogelzimmers desinfiziert werden und die Näpfe müssen danach sehr gründlich wieder abgewaschen werden. Von der Behandlung mit Insekten-Strips, die Gase absondern, wird ausdrücklich abgeraten!

Erkrankte Tiere sollten zunächst wegen der problematischen Atmung keinen Freiflug bekommen und viel Ruhe haben. Weitere unterstützende Behandlungsmöglichkeiten sind mit dem vogelkundigen Tierarzt abzusprechen.

 


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