Quellfutter und Keimfutter

Man liest immer wieder wie gesund Quell- und Keimfutter für unsere Wellensittiche ist, da dies eine Quelle vieler wertvoller Inhaltsstoffe ist. Aber was ist das überhaupt und was unterscheidet dieses Futter von den normalen trockenen Körnern.

Kurz zusammengefasst, weicht man Futtermittel in Wasser ein und lässt sie dann keimen. Für die Wellensittich Ernährung ist es ein vitaminreiches Zusatzfutter. Aber auch viele weitere Vogelarten, wie z. B. Kanarien, Nymphensittiche, fressen gerne die gekeimten Sämereien.

Verwenden kann man es als Ergänzung zur artgerechten Ernährung bei Wellensittichen. Aber auch zur Fütterung vor der Brut und bei der Aufzucht der Nestlinge wird es von den Eltern verfüttert. Ebenfalls ist es super für kranke Vögel bei Darm- und Verdauungsprobleme.

Was ist Quellfutter?

Das Futter ist durch den Quellvorgang enzymatisch verändert und reichhaltiger an Wasser. Dadurch wird es leichter verdaulich für den Wellensittich. Das hat den Vorteil für Vögel mit belastetem Verdauungssystem, dass der eigene Körper keine Schwerstarbeit leisten muss in der Verarbeitung und Verdauung des Futters, sondern schon unterstützend vorbereitet werden kann. Vitamin- und Stärkegehalt bleiben im Vergleich zu trockenem Körnerfutter etwa gleich bei Quellfutter.

eingeweichtes Keimfutter

Was ist Keimfutter?

Es ist ebenso wie Quellfutter reich an Wasser und ebenso enzymatisch verändert. Die Verdaulichkeit ist gesteigert und durch den entstehenden Keim sinkt der Stärkegehalt im Korn, dafür steigt der Vitamingehalt. Der Eiweißgehalt verändert sich ebenfalls, auch er steigt.

Deshalb sollte Keimfutter u.a. bei Brutigkeit (wenn man diese verhindern will) nicht gegeben werden, aber ansonsten gibt es keinerlei Einschränkung. Es kann zur Stärkung benutzt werden, versorgt auf natürliche Weise den Wellensittich mit Vitaminen und das bei verringerter Kalorienzahl. Somit ist es eigentlich für übergewichtige Wellis besser als das trockene Korn.

Hygiene und Schimmelgefahr

Aus den o.g. Gründen ist Quell- und Keimfutter sehr gesund für den Wellensittich, aber auch leicht verderblich. Daher muss man bei der Zubereitung und Verfütterung auf größtmögliche Hygiene achten. Viele haben aufgrund von Schimmelgefahr extreme Angst überhaupt dies für ihre Vögel zuzubereiten.

Diese Angst ist aber übertrieben, wenn man ein paar Regeln beim Herstellen einhält. So sollte man darauf achten, dass bei der Futterzubereitung nicht unnötig umgerührt wird oder die Keimlinge angefasst werden. Die Körner sollten einfach stehen gelassen werden. Das heißt nicht, gammeln lassen, aber kontrolliert in sauberem Gefäß und sauberem Umfeld mit sauberen Mittel verarbeiten.

Auch werden fälschlicher Weise oft die feinen weißen Wurzeln des Keimlings als Schimmel angesehen. Verdorbene Keime riechen pilzig und schimmelig. Und zwar so deutlich, dass man es riechen würde, ohne direkt daran riechen zu müssen!

gekeimte Körner

Im Sommer bei hohen Temperaturen vermehren sich Bakterien und Schimmel viel schneller. Das gekeimte Futter sollte dann früher aus dem Käfig entfernt werden. Ggf. sollte man ganz auf die Herstellung verzichten.

Welches Futter verwendet man zum Quellen und Keimen?

Je nach Zusammensetzung ist normales Vogelfutter nur bedingt geeignet für die Herstellung von Quell- oder Keimfutter. Es enthält Saaten oder auch Zusätze, die sich nicht eignen. Besser ist es spezielles Keimfutter aus Onlineshops zu füttern. Man kann auch Einzelsaaten kaufen und sich seine Mischung selbst zusammen stellen. Besonders beliebte und auch geeignete Saaten bei Wellensittichen sind Weizen, Buchweizen, Rote Hirse und auch weitere Sorten Hirse.

Die verschiedenen Samen haben unterschiedliche Quellzeiten. Die Wässerungszeit sollte nicht übermäßig überschritten werden, da sonst die Saat nicht ausreichend Sauerstoff hat und gärt und somit dann nicht richtig keimt. Bei einer Mischung sollten keine Saaten enthalten sein, bei denen die Einweichzeiten stark von einander abweichen. Eine sehr kurze Einweichzeit hat z. B. Negersaat, Sesam und Quinoa mit nur etwa 2 bis 4 Stunden. Hirse und Weizen liegen bei etwa 12 Stunden.

Was ist nicht geeignet in einer Keimfuttermischung?

  • Salbei/Chia
  • Wegerich
  • Leinsamen
  • Leindotter
  • ölpolierte Samen
  • geschälter Hafer
  • Spitzsaat
  • Grassaaten
  • Sonstige Inhaltsstoffe aus normalem Futter, z. B. Kräuter / Blüten / Trockengemüse, -früchte

Ölpolierte Saaten haben eine verzögerte Keimung und haben durch die Ölschicht eine schlechtere Wasseraufnahme. Verzögerte Keimung von Spitzsaat und vielen Gräsern ist der Grund, dass diese sich nicht eignen. Geschälter Hafer hat durch die Behandlung keine Keimfähigkeit mehr. Nicht zu verwechseln mit Nackthafer, der eine spezielle Art des Hafers ist und auch keimfähig.

Ein hoher Anteil an Schleimstoffe ist bei Chia, Wegerich, Leinsamen und Leindotter vorhanden. Grundsätzlich sind diese Schleimstoffe sehr gesund für Ziervögel und können auch angeboten werden. Sie wirken sich positiv auf die Verdauung und den Darm aus. Diese Samen müssen allerdings separat zubereitet werden.

Wie mache ich Quellfutter bzw. Keimfutter?

Zur Herstellung benötigt man:

  • Futtermischung zum Keimen
  • sauberes Wasser
  • sauberes Sieb oder Keimglas
  • sauberes Gefäß
  • 2 bis 3-mal täglich 5 Minuten Zeit

Quellfutter:

Die gewünschte Menge Körnchen nehmen, dabei eher eine kleinere Menge, man rechnet mit ca. einen Teelöffel pro Wellensittich und Tag. Die Körner etwas durchspülen und in das Gefäß einfüllen. Mit lauwarmen Wasser bedecken und für 6 bis 8 Stunden stehen lassen. Alternativ zu Wasser gehen auch Kräutertees, die bereits gekocht wurden und abgekühlt (noch leicht warm) sind.

Nach der Quellzeit gießt man die gequollenen Körner durch einen Sieb, spült alles gut durch (bis das Wasser klar ist) und lässt es gut abtropfen, ggf. mit einem Küchentuch etwas trocken tupfen. Entweder man verfüttert es auf diese Weise gleich, oder wenn man es am Tag zuvor zubereitet, dann hält es sich wunderbar in einem sauberen Gefäß mit Deckel im Kühlschrank. Es muss vor dem Verfüttern bitte nur rechtzeitig entnommen werden, da es nicht kalt verfüttert werden sollte. Denn das führt zu Verdauungsproblemen beim Wellensittich.

Es hat sich bewährt die Körner vor dem Zubettgehen einzuweichen und sie morgens abzuschütten. So ist das Quellfutter frisch und man kann es gleich verfüttern.

Nach der Gabe von Quellfutter entnimmt man es am besten nach 2 bis 3 Stunden wieder.

Keimfutter:

Die gewünschte Menge der Körnermenge entnehmen, auch hier etwa ein Teelöffel pro Vogel, Körner durchspülen und in ein Gefäß einfüllen und mit handwarmem Wasser bedecken. Für 6 bis 8 Stunden quellen lassen. Danach abgießen in ein Sieb und durchspülen mit frischem Wasser.

Nun beginnt die Keimung. Dazu wird kein Wasser mehr zugefügt, sondern die Körner bleiben im Sieb oder im Keimglas. In der Phase kann man die Körner zu Zweidrittel mit einem Küchentuch abdecken, um die Lichtzufuhr zu verringen und sie gegen Staub und Dreck zu schützen. Ausreichende Sauerstoffzufuhr für die Körner ist wichtig für eine gute Keimung. Am besten erhält man das mit einem Sieb (Plastik oder Edelstahl).

Man sollte die Körner/Keimlinge Mittags und Abends und am nächsten Morgen nochmal gut mit fließendem Wasser durchspülen (mindestens alle 12 Stunden). Also 3x täglich, das dauert maximal 5 Minuten. Man lässt so lange keimen, wie man möchte.

Viele Wellis fressen das Keimfutter, wenn die Keimlinge etwa 36 bis 48 Stunden alt sind. Das heißt, wenn der Keim die Spelze gut durchbrochen hat und das erste Grün sichtbar wird und schon feine Wurzelchen nach Untergrund suchen. Sind die Körnchen so gekeimt, kann man sie anbieten. Zuvor ein letztes Mal kurz die gekeimten Körner durchspülen, abtropfen lassen, servieren, fertig.

Wellensittich frisst Keimfutter

Nach 2 bis 3 Stunden entfernt man das Keimfutter am besten. Man sollte 2 bis 3 Tage bevor man das Keimfutter verfüttern möchte mit der Zubereitung beginnen. Wenn man also Donnerstag Abends das Futter zum Keimen ansetzt, kann man Samstag oder Sonntag servieren.

Wie oft dürfen Wellensittiche Quell- bzw. Keimfutter fressen?

Man sollte beides nicht täglich anbieten. Quellfutter ist für Darmpatienten täglich jedoch möglich. Keimfutter hingegen eher seltener. Ein- bis zweimal pro Woche kann Keimfutter aber gerne gereicht werden. Bei schwächlichen, unterversorgten Vögeln kann es auch als Kur zwei Wochen lang täglich verfüttert werden.

Gesunde Tiere können auf die tägliche Gabe von Keimfutter mit gesteigerter Brutlust reagieren. Bemerkt man dies, sollte die Gabe gekürzt werden.

 
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