Der wissenschaftliche Name der Zebrafinken wird dem französischen Ornithologen Louis Jean Pierre Vieillot zugeschrieben, der Taeniopygia guttata erstmals 1817 wissenschaftlich beschrieben hat. Die Zebrafinken bilden die einzige Art der Gattung Taeniopygia und gehören zu den Prachtfinken (Estrildidae), die eine Familie in der Unterordnung der Singvögel (Passeri) bilden. Bei den Zebrafinken werden zwei Unterarten unterschieden. Der Timor-Zebrafink (Taeniopygia guttata guttata) erhielt die wissenschaftliche Bezeichnung der Nominatform, da er zuerst entdeckt wurde. Die ursprüngliche Nominatform wird aber der Australische Zebrafink (Taeniopygia guttata castanotis) sein, der auch im Folgenden überwiegend besprochen wird, da er im wesentlichen die Wildform des beliebten Stubenvogels ist. Für australische Prachtfinken findet man auch oft die Bezeichnung Amadinen. Als Amadinen bezeichnet man die Prachtfinken mit eher dickeren Schnäbeln, die in Australien, Südasien aber auch in Afrika vorkommen. In Afrika beheimatete Prachtfinken mit eher spitzeren Schnäbeln werden Amaranten oder auch Astrilden genannt. Zebrafinken sind Amadinen.
Der Australische Zebrafink ist ein kleiner ca. 11cm großer
Vogel, der nur annähernd 10 Gramm wiegt. Seinen Namen erhielt
er wegen seiner schwarz-weißen Streifen unterhalb des
Schnabels und entlang der Kehle, die bei den Hähnen gut
ausgeprägt sind. Diese Zebrastreifen grenzt ein schwarzer
Bruststreifen vom weißen Bauch ab. Besonders auffällig
sind die rostbraunen Wangenflecken bei den Männchen. Diese
Wangenflecken bilden eine starke Stimulation für das
Balzverhalten der Henne. Die Flügeldecke der Hähne ist an
den Flanken rotbraun mit weißen Punkten. Kopf und Decke sind
grau. Das markante Aussehen wird durch den leuchtend roten Schnabel
und die roten Ständer abgerundet. Hennen sind grau und haben
einen beigen Bauch. Die namengebenden Streifen fehlen. Ein grauer
Wangenfleck ist erkennbar. Auch Schnabel und Ständer sind
nicht so kräftig in der Farbe wie bei den Hähnen.
Gemeinsam ist beiden Geschlechtern der sogenannte
Tränenstrich. Damit bezeichnet man einen schwarzen Strich, der
sich von der Augenmitte bis zum Halsansatz zieht.
Jungvögel haben einen schwarzen Schnabel. Gemeinsam mit den
Altvögeln ist ihnen der Tränenstrich. Die Ausfärbung
des Gefieders erfolgt erst nach der Jugendmauser. Als
Fütterungsauslöser haben sie eine Punktzeichnung auf der
Schnabelinnenseite und der Zunge, wie sie für Prachtfinken
typisch ist.
Das Verbreitungsgebiet der Australischen Zebrafinken wird von der Temperatur und der Feuchtigkeit bestimmt. Im Wesentlichen fallen für die Zebrafinken, die sich an das trockene Klima der australischen Steppen angepasst haben, nur die südlichen Küstenregionen und der zu feuchte Nordosten des Landes aus. Als Bewohner offener Steppenlandschaften meiden die Vögel zudem geschlossene Waldgebiete. Wo der Mensch durch Rodung und das Anlegen von Wasserstellen geeignete Lebensräume schafft, treten sie als Kulturfolger auf.
Dem Habitat entsprechend besteht ihre Nahrung überwiegend
aus Grassamen in unterschiedlichen Reifegraden. Darüber hinaus
werden auch gerne junge Blätter oder Insekten gefressen. Die
Insekten können Zebrafinken im Flug erbeuten. Zebrafinken
können außerhalb der Brutzeit lange Zeit ohne Wasser
auskommen. Wenn allerdings Wasser vorhanden ist, fliegen sie die
Wasserstelle gerne mehrmals täglich zum Baden und zum Trinken
an.
Zebrafinken sind Schwarmvögel, die in Schwärmen von
einigen Dutzend Paaren auftreten. Auf der Suche nach Nahrung
können sich in Trockenzeiten durchaus riesige Schwärme
bilden. Bei guten Bedingungen leben Zebrafinken als
Standvögel.
Ihr Sozialverhalten weicht deutlich von dem der Wellensittiche ab. Jungvögel sieht man zwar mit engem Körperkontakt aufgereiht auf den Ästen sitzen, bei Altvögeln haben überwiegend die Paare Körperkontakt. Neben der gleichzeitigen Gefiederpflege genügt es, dass ein Partner den Anderen durch entsprechende Aufforderung zum Kraulen animiert. So können auch Partien gepflegt werden, die der einzelne Vogel nicht erreicht. Die Nacht verbringen die Paare aneinandergeschmiegt im Schlafnest. Außerhalb der Brutzeit übernachten Zebrafinken aber auch auf Ästen. Gelegentlich kann man auch bei erwachsenen Hennen Körperkontakt beobachten. Bei Hähnen dient allerdings die kräftige Farbe der Wangenflecken gegenseitig als Abstandswarnung.
Der Tagesablauf ist bestimmt durch Futtersuche,
Brutgeschäft und Aufzucht der Jungen. Nach Sonnenaufgang
sammeln sich die Vögel an einem Platz, der in großer
Entfernung von den Schlaf- bzw. Brutplätzen liegen kann, um
dann gemeinsam auf Futtersuche zu gehen. Im Tagesverlauf werden die
Ruhe- und Brutplätze immer wieder aufgesucht. Am frühen
Abend sammelt sich der Schwarm noch einmal, bevor sich die
Zebrafinken für die Nacht auf ihre Kolonien aufteilen.
Die einzelnen Schwarmmitglieder können sich individuell
erkennen. Man vermutet, dass dies über die Stimme geschieht,
wogegen die Zugehörigkeit zur eigenen Art über optische
Reize erkannt wird. Meist finden sich einige Paare innerhalb des
Schwarms, die etwas abseits eine kleine Brutkolonie bilden. Anders
als bei Wellensittichen, die ihre Bruthöhlen in
räumlicher Nähe dulden, baut bei Zebrafinken jedes Paar
in der Regel nur sein Brutnest in einem Strauch oder Baum.
Voraussetzung ist natürlich, dass genügend
Nistplätze verfügbar sind. Die Vögel bilden schon
kurz nach der Geschlechtsreife feste Paare, die ein Leben lang
halten. Man hat sogar beobachtet, dass Paare die längere Zeit
getrennt waren und bereits neue Partner hatten, wieder
zusammengekommen sind und die neuen Partner verlassen haben. Hennen
werden bereits mit drei Monaten geschlechtsreif und Hähne mit
dreieinhalb Monaten. Der halbe Monat Differenz verhindert, dass
Geschwistertiere eine Paarbindung eingehen. Die frühe
Geschlechtsreife ist eine Überlebensstrategie der kleinen
Vögel, wodurch die Population erhalten werden kann.
Wie die Wellensittiche sind Zebrafinken keine saisonalen,
sondern opportunistische Brüter. Da ihr Habitat keine sicheren
jahreszeitlichen Bedingungen bietet, sind sie zur Arterhaltung
darauf angewiesen jede Möglichkeit zur Brut nutzen zu
können. Die Partnerwahl findet in den Jungvogelschwärmen
statt und unterliegt einem festen Ablauf. Der Hahn singt die Henne
an und führt mit Hüpfen und Fliegen einen Balztanz auf.
Erwidert die Henne sein Werben mit den gleichen Gesten, ist die
Paarbildung abgeschlossen und gilt für immer. Auch die
eigentliche Balz zur Einleitung der Brut erfordert den Ablauf eines
vorgegeben Schemas. Dabei spielt das Prachtgefieder der
Männchen und die Abfolge des Balztanz eine wichtige Rolle.
Ohne die genetisch determinierte Abfolge ist eine Verpaarung nicht
möglich. Ganz junge Hähne benötigen einige Zeit, um
den Ablauf einzuüben.
Der Nestbau dauert ca. eine Woche, wobei der Nistplatz von den
örtlichen Gegebenheiten bestimmt wird. Das überdachte
Nest selbst besteht meist aus ca. 400 Halmen. Die Henne legt
zwischen vier und sechs Eiern, die ab dem dritten Ei bebrütet
werden. Beide Partner brüten abwechselnd und nach etwas mehr
oder weniger als zwei Wochen schlüpfen die Küken. Die
genaue Brutdauer ist abhängig von der Außentemperatur.
Nach etwas mehr als drei Wochen verlassen die Jungvögel
erstmals das Nest. In den ersten Tagen werden die Jungtiere von den
Eltern immer noch ins Nest gelockt und dort gefüttert. Hier
spricht man von Nestleite. Sobald die jungen Zebrafinken in der
Lage sind selbstständig Körner zu entspelzen, beginnen
sich die Wege zu trennen. Die Eltern nehmen wieder den Rhythmus des
Schwarmlebens an, die Jungen ziehen mit dem Jungvogelschwarm. Die
Nacht verbringen die Vögel noch gemeinsam im Nest. Ab der
sechsten Woche beginnt sich der Schnabel der Jungvögel rot zu
verfärben. Dies ist meist im Alter von acht Wochen
abgeschlossen und daran schließt sich die Jugendmauser an.
Risiken bei der Brut und Aufzucht entstehen durch Unwetter,
Nahrungsmangel, Greifvögel und Nesträuber. Bei ganz
jungen Elterntieren kann auch Unerfahrenheit die Brut
gefährden.
Der Timor-Zebrafink stammt, wie sein Name schon sagt, von den Kleinen Sundainseln und ist etwas kleiner als sein australischer Verwandter. Die namensgebende Zeichnung findet sich bei ihm nur seitlich am Hals. Sowohl bei Hähnen als auch bei Hennen ist der Bauch beigefarben. In der Heimtierhaltung spielen diese Vögel keine bedeutende Rolle und sind in der Regel nur in Liebhabervolieren zu finden.
Eine Besonderheit stellen weiße Zebrafinken dar, die auch gelegentlich in der Natur gesichtet werden. Diese Vögel zeichnen sich durch einen kompletten Pigmentausfall aus und sind keine Albinos. Wie schon dargestellt zeigen Zebrafinken einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus. Bei weißen Exemplaren fehlt diese Unterscheidung. Lediglich das etwas kräftigere Rot der Schnäbel bei den Hähnen, bietet ein geringes Unterscheidungsmerkmal. Wie bereits beschrieben, hat die Farbgebung für Zebrafinken auch Auswirkungen auf ihr Verhalten. Durch den Wegfall aller Farbsignale kommt es bei weißen Zebrafinken zu Abweichungen im Verhalten. So fehlen für die Hennen die Signalfarben für den Balztanz. Weiße Hähne halten keinen Abstand zueinander, was zu Aggressionen führen kann. Bei den Jungtieren kommt hinzu, dass normalgefärbte Jungvögel durch den Tränenstrich als Artgenossen erkannt werden und durch den schwarzen Schnabel als Jungvögel, was sie vor sexuellen Übergriffen und sonstigen Aggressionen schützt. Weißen Jungvögeln fehlt nicht nur der Tränenstrich, sie bekommen bereits sehr früh nach dem ersten Ausflug einen zart roten Schnabel und können Opfer von aggressivem Verhalten werden. Zudem sind weiße Zebrafinken für Fressfeinde leicht auszumachen und dadurch besonders gefährdet.
Zebrafinken gelten als nicht gefährdet und die Population als relativ intakt.
Die ersten Prachtfinken brachten Seefahrer von ihren Reisen mit in ihre Heimatländer. Erste Berichte darüber findet man bereits aus dem 17. Jahrhundert. Eine sehr lange Domestikationsgeschichte hat beispielsweise das Japanische Mövchen. Seinen Namen erhielt es von dem berühmten Vogelkundler Karl Russ, der es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert erstmalig nach Deutschland importierte. Er wollte mit der Namensgebung die Herkunft der Vögel, die zuvor u.a. als Bengalis bekannt waren, darstellen. Dieser vom Spitzschwanz – Bronzemännchen abstammende domestizierte Vogel gelangte jedoch tatsächlich erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts von China aus nach Japan. Zu diesem Zeitpunkt soll das Japanische Mövchen bereits über 200 Jahre in China gezüchtet worden sein.
So eine lange Zuchtgeschichte haben die Zebrafinken nicht.
Obwohl bereits Vieillot schon in der ersten Hälfte des 19.Jh.
Zebrafinken auf die Stange gebracht haben soll und die Vögel
als opportunistische Brüter auch in Gefangenschaft leicht zu
züchten sind, dauerte es noch bis zum Anfang des 20.
Jahrhunderts bis der Siegeszug der Zebrafinken in die Stuben der
Vogelliebhaber begann. Dennoch gibt es Hinweise auf frühe
Zuchterfolge. So sollen bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts in
Holland Zebrafinken gezüchtet worden sein. Eigene
Aufzeichnungen haben die Holländer möglicherweise aus
Gründen der Geheimhaltung nicht hinterlassen. Aus England gibt
es allerdings bereits Berichte über Zuchterfolge um das Jahr
1840 herum. In der Zeitschrift „Gefiederte Welt“ findet
sich 1874 ein Beitrag mit dem Thema Zebrafinkenzucht von
R.Strassner. Im Jahr 1958 wurde der Zebrafink wiederum in England
zum domestizierten Heimtier erklärt. Spätestens ab dem
01.01.1960, dem Ausfuhrverbot für alle australischen Tiere,
gibt es keine Wildfänge in den Beständen der
domestizierten Zebrafinken. Tatsächlich sollen bereits seit
dem ersten Weltkrieg keine der Natur entnommenen Vögel mehr
nach Europa eingeführt worden sein.

Im Laufe der Zuchtgeschichte entstanden wie bei vielen
domestizierten Vögeln Farbmutationen. Es fielen mittlerweile
mehr als 60 Farbschläge, wie beispielhaft: Schwarzwange,
Rotbrust, Schecke, Weißbrust oder Hellrücken. Diese
Beispiele, deren Besonderheit sich bereits aus den Bezeichnungen
erschließt, gibt es in verschieden (Farb)-Kombinationen. Als
Beispiel: Schwarzwange Schecke Grau.
Wie bei den Wellensittichen sind auch die domestizierten
Zebrafinken etwas größer als ihre wilden Artgenossen.
Deutlicher weichen dagegen die Schauvögel mit über 12cm
Größe und einem höheren Gewicht ab. Das
Idealmaß für Schauvögel wurde mit einer Länge
von 12,5cm definiert. Das in manchen Quellen genannte Gewicht von
40gr. ist kaum glaubhaft. Dieses Gewicht entspräche den
deutlich größeren Wellensittichen und wäre das
Vierfache vom Gewicht der Wildform. Unsere Stubenvögel
ähneln mit ihrer tropfenförmigen, gedrungenen Gestalt der
Wildform. Der Rücken soll bis zur Schwanzspitze eine gerade
Linie bilden. In der Züchtersprache wird die Körperform
als Typ bezeichnet. Wie bei den Wellensittichen gibt es bei den
Zebrafinken auch Tiere mit Federhauben. Neben den Zebrafinken mit
dem markanten roten Schnabel werden auch Vögel mit gelbem
Schnabel gezüchtet, die dann entsprechend als Gelbschnabel
bezeichnet werden.
Wie vor jeder Entscheidung zur Haltung von Vögeln sollte
man sich im Vorfeld einige Gedanken machen. Zunächst sind
allgemeine Fragen zu klären. Ist ausreichend Platz für
einen geräumigen Käfig vorhanden? Gibt es Allergien gegen
Federn oder Federstaub? Ist die Versorgung der Tiere während
des Urlaubs sichergestellt? Kann man den Dreck, den die Vögel
unweigerlich machen hinnehmen?
Speziellere Fragen zu den Vögeln können sein: Hat man
sich im Vorfeld über die Bedürfnisse von Zebrafinken
informiert? Werden alle Familienmitglieder den Gesang der
Zebrafinken, den manche als gewöhnungsbedürftig
empfinden, andere liebevoll als Mäpen bezeichnen, akzeptieren?
Zebrafinken sind auch in Gefangenschaft brutwillig. Hat man eine
Lösung für eventuellen Nachwuchs? Ist bekannt, dass
Zebrafinken eher Tiere zum Betrachten sind und in der Regel nicht
so zutraulich werden wie z.B. Papageien? Das sie schon gar nicht
geeignet sind, um zu kuscheln? Zebrafinken haben eine
Lebenserwartung von bis zu 10 Jahren. Das ist eine lange Zeit,
für die eine Versorgung der Vögel sichergestellt sein
muss. Zebrafinken selbst sind sehr preisgünstige Tiere. Ein
artgerechter Käfig ist dagegen sehr viel teurer. Und
mögliche Tierarztkosten müssen auch eingeplant
werden.
Sind alle Fragen beantwortet und die Entscheidung für Zebrafinken gefallen, ist zu entscheiden, woher die Vögel kommen sollen. Bei den wildlebenden Zebrafinken sorgt die Natur dafür, dass die Gefahr von Inzucht dadurch minimiert wird, dass junge Hennen ca. einen halben Monat früher geschlechtsreif werden als ihre Brüder. Als Käufer wird man eher bei einem Züchter kein Geschwisterpaar erhalten, als im Zoohandel. Aber hier wie da gilt, dass man sich die Unterbringung der Tiere auf Sauberkeit, Besatz, Ausstattung sowie Wasser und Nahrung genau anschauen sollte. Die Vögel selbst sollen agil sein und ein glattes, nicht verschmutztes Gefieder haben.
Da Zebrafinken Schwarmvögel sind, kommt nur die Haltung von mindestens zwei Zebrafinken infrage. Sowohl die Haltung eines Pärchens als auch die Haltung gleichgeschlechtlicher Vögel ist möglich. Das gesamte Programm der natürlichen Verhaltensweisen der Zebrafinken kann man natürlich nur beobachten, wenn man Pärchen hält. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass ein bestehendes Paar nicht auseinandergerissen wird. Neben der Fürsorge für die Tiere, wird man mit einem festen Paar Vögel bekommen, die sich auch gut verstehen. Egal ob Paare oder gleichgeschlechtliche Vögel gehalten werden, muss es immer eine gerade Anzahl sein. Dann gehen Zebrafinken meistens sehr verträglich miteinander um. Lediglich in Brutzeiten können gelegentliche Aggressionen vorkommen. Will man in einen Bestand ein neues Paar hinzusetzen, empfiehlt es sich die gesamte Unterkunft neu zu dekorieren, damit alle sich neu einfinden müssen.
Zebrafinken sind sehr lebhafte, bewegungsfreudige Vögel, die im Käfig kurze Strecken fliegen sollen. Dazu sollte der Käfig mindesten 80cm, besser noch 1m breit sein, bei einer Tiefe von 40cm und einer Höhe von 50cm. Wie für alle Vögel gilt auch für Zebrafinken: Größer ist immer besser. Die Sitzstangen aus Naturholz sollten so gesetzt werden, dass die Flugmöglichkeiten im Käfig nicht eingeschränkt werden. Zudem sollten sie nicht direkt über dem Wasser und Futternapf angebracht sein, um Verunreinigungen zu vermeiden. Die genannten Mindestmaße für ein Pärchen sind lediglich ausreichend, wenn täglicher mehrstündiger Freiflug gewährt wird.
In manchen Büchern wird der Freiflug bei Zebrafinken leider noch immer kritisch betrachtet. Diese Auffassung muß heute als überholt betrachtet werden. Die Risiken, die genannt werden, gelten in gleichem Maße auch für Wellensittiche oder Kanarienvögel. Hier gilt es die Räume vogelsicher zu machen. Dann steht auch für Zebrafinken einem Freiflug nichts entgegen. Im Gegenteil, gerade für diese agilen, kleinen Vögel ist Freiflug sehr wichtig. Freiflug stärkt die Flugmuskulatur, bringt Abwechslung in den Alltag der Vögel, vermindert die Gefahr von Übergewicht und verbessert das Wohlbefinden. Anflugstationen machen den Ausflug für die kleinen Prachtfinken interessanter. Allerdings behalten Zebrafinken meist eine größere Scheu vor Menschen, als Wellensittiche oder Kanarienvögel. Zebrafinken mit dem Stöckchentaxi zurück in den Käfig zu setzen, dürfte eher selten gelingen. Deshalb soll das Futter immer nur im Käfig angeboten werden, damit die Vögel zum Fressen wieder den Käfig aufsuchen. Mit viel Geduld können aber auch die Zebrafinken ihre natürliche Scheu verlieren. Manche Halter berichten, dass ihre Zebrafinken sogar Futter von der Hand nehmen.
Als Basisfutter bieten sich Prachtfinkenmischungen an, die es im Fachhandel oder bei Internetanbietern zu kaufen gibt. Ergänzend kann man Gräser oder Grünfutter reichen. Auch Keimfutter wird von den Zebrafinken gerne angenommen. Obst wie z.B. Äpfel, Birnen, Bananen oder auch Erdbeeren fressen viele Zebrafinken auch gerne. Sehr säurehaltiges Obst ist für Zebrafinken unverträglich. Eine eher magere Fütterung mit mehr mehlhaltigen Sämereien statt Ölsaaten, sowie ein geringes Angebot an Grünfutter können zur Vermeidung einer Brutlust beitragen.
Wie im Abschnitt über die Wildform erwähnt, verbringen die Paare die Nacht aneinander gekuschelt im Schlafnest. Allerdings können Zebrafinken auch auf den Sitzstangen schlafen. Außerhalb der Brutzeit ist das auch für die wilden Australier ein natürliches Verhalten. Auch unsere domestizierten Stubenvögel benötigen keine Schlafnester. Sie können sehr gut auf Naturholzstangen schlafen. In Schlafnestern werden die Zebrafinken brüten. Wer also keinen Nachwuchs möchte, darf keine Nester anbieten.
Zwingend notwendig ist für die kleinen Prachtfinken ein Badehäuschen. Darin wird begeistert gebadet und auch gerne getrunken. Das Wasser sollte deshalb mindestens zweimal täglich gewechselt werden. Sonstiges Spielzeug brauchen sie nicht.
Da sie jedoch aufgrund ihrer größeren Scheu auch schreckhafter sind als Wellensittiche, empfiehlt sich für Zebrafinken der Einsatz eines Nachtlichtes besonders, um bei Panikflügen ein wenig Orientierung zu ermöglichen und Verletzungsgefahren zu minimieren.
Zebrafinken werden bei Tagesanbruch aktiv und begrüßen den Tag lautstark. Anschließend folgt die Gefiederpflege. Es ist schön anzusehen, wie gerade Paare alles gleichzeitig machen und sich so aufeinander abgestimmt haben, dass es fast synchron wirkt. Nach Phasen eifriger Aktivität legen die Vögel immer wieder gerne eine Ruhepause ein.
Eine ganzjährige Haltung von Zebrafinken in einer Außenvoliere ist in unserer Klimazone nicht möglich. Zebrafinken sind zwar robuster als andere Prachtfinken und man kennt Berichte, nach denen die kleinen Vögel noch bei 15° gebrütet haben, aber weniger als 10° vertragen sie nicht. Es stellt sich die Frage, ob eine Außenhaltung über die wenigen Sommermonate den Stress des ständigen Umsetzens rechtfertigt.
Keine Krummschnäbel mit Spitzschnäbeln
vergesellschaften! Das gilt auch für Wellensittiche und
Zebrafinken. Das Risiko von Verstümmelungen ist zu groß
für die zarteren Prachtfinken. Aber auch die agilsten
Wellensittiche sind nicht annähernd so lebhaft wie
Zebrafinken. Gerade für ältere Vögel können die
sich ständig in Bewegung befindlichen Zebrafinken anstrengend
werden.
Wer Zebrafinken brüten lassen möchte, muss damit rechnen,
dass Wellensittiche die Brutvorbereitungen stören, indem sie
beispielsweise im Spiel die kunstvollen Nester zerstören.
Umgekehrt neigen Zebrafinken dazu schon einmal Federn anderer Arten
zu rupfen, um damit das Nest auszupolstern. Ein solches Verhalten
konnte gegenüber den deutlich ruhigeren Nymphensittichen
beobachtet werden. Möchte man bei Zebrafinken wiederum die
Brut vermeiden, können dagegen die Fasern von
Krummschnabelspielzeug die Zebrafinken zum Nestbau animieren.
Wer dennoch mehr Farbe in seine Voliere bringen und dazu verschiedene Arten vergesellschaften möchte, kann bei anderen Prachtfinken geeignete Vögel finden. Man sollte allerdings darauf achten, eher die etwas robusteren Amadinen und nicht die zarteren Astrilden auszuwählen.
Auf jeden Fall sollten diese Kriterien bei der Entscheidung
berücksichtigt werden:
- Damit sich die Vögel aus dem Weg gehen können, muss die
Voliere dem Besatz angepasst sein.
- Die Vögel sollten von der Größe vergleichbar sein
und niedriges Aggressionspotential haben.
- Sie sollten ein ähnliches Temperament haben.
- Die Anforderung an das Futter sollte vergleichbar sein.
- Die Vögel sollten sich in ihrem Sozial- und Revierverhalten
ähnlich sein.
- Der Tagesrhythmus der Vögel sollte weitgehend
übereinstimmen.
- Um sich wohl zu fühlen sollten die Vögel annähernd
gleiche Umweltbedingungen benötigen.
Die beste Vergesellschaftung ist aber immer noch Zebrafinken mit Zebrafinken.
HFi