Diamanttauben / Diamanttäubchen

Eine ganz besondere Taubenart, bzw. sogar die kleinste Taubenat der Welt, ist die Diamanttaube (Geopelia cuneata).

Systematik

Die Diamanttaube gehört natürlich zur Klasse der Vögel (Aves) in die Ordnung der Taubenvögel (Columbiformes). Die genaue Familie sind die Tauben (Columbidae), zu der sie, wie bereits erwähnt, als kleinste Taubenart zählt. Diamanttauben leben in freier Wildbahn in Gruppen bis etwa 50 Tiere.

Aussehen

Wie sieht denn die kleine Taube aus? Sie misst etwa 19-20 cm Körperlänge und wiegt zwischen 43-47 g (im Durchschnitt). Der Körper, vor allem aber Brustbereich und Kopf sind schiefer-grau gefärbt. Die Flügeldecken sind hell- bis rehbraun und beim Weibchen kann der bräunliche Gefiederanteil auch bis zum Hals ragen. Die Geschlechtsunterschiede bzgl. der Gefiederfärbung sind mit etwas Glück nur mit einem geschulten Auge zu erkennen. Wirklich sichere sichtbare Merkmale sind jedoch nicht pauschal zu geben, da der Einzelvogel betrachtet werden muss.

Auf den Flügeloberseiten befinden sich runde bis ovale weise Flecken, die wie Diamanten aussehen. Daher stammt auch die Namensgebung der kleinen australischen Taube.

Der Bauch ist von der Gefiederfärbung her aufgehellt. Ebenso die Unterseite des langes Schwanzes, der grau-braun ist und eine dunkle Spitze besitzt. Meist sind die außen liegenden Schwanzfedern an der Basis hell oder gar weis. Auffälligstes Merkmal ist die wirklich orangerote Färbung der Iris und die nackte Haut um die Augen, die eine Art Augenring bildet, der nicht befiedert ist. Der Schnabel ist spitz und schmal und etwa 4,5 - 5,5 cm lang und dunkelgrau gefärbt.

Diamanttaube

Stimme und Gesang

Wie für Taubenvögel üblich, gibt auch die Diamanttaube ein Gurren von sich, das allerdings wesentlich leiser ist, als das größerer Tauben. Männchen und Weibchen unterscheiden sich in der Lautbildung durchaus. Vor allem in der Balzzeit ist dies gut wahrnehmbar.

Herkunft

Die Diamattauben stammen vom Australischen Kontinent, den sie fast komplett besiedelt. Lediglich im Südosten und Südwesten gibt es kleinere Areale, in denen sie nicht natürlich vorkommt. Vielleicht liegt ihr großes Verbreitungsgebiet an der guten Anpassung an die trockenen Umgebungsbedingungen, die in Australien vorherrschen. Jedenfalls gilt die kleine Taube als wahrer Anpassungskünstler in der doch oft durstigen Umgebung.

Verhalten

Wie bereits erwähnt ist die Diamanttaube ein besonderer kleiner Vogel. Sie ist trotz ihrer guten Anpassung auf die Nähe von Wasser angewiesen und verbringt in freier Wildbahn die meiste Zeit des Tages damit nach Futter zu suchen. Entgegen der Gewohnheiten anderer in Australien heimischer Vogelarten, sucht die Diamanttaube die Bodennähe am Tag. Dort findet sie neben feinen Wildgrassämereien auch Insekten wie z. B. Ameisen und deren Puppen/Eier, von denen sie sich durchaus gerne ernährt.

Auch ausgiebige Sonnenbäder gehören zum festen Bestandteil des Lebenswandels. Nur in der Nacht sucht die Diamanttaube höher gelegene Äste und Zweige auf, um dort zu schlafen.

Auch wenn nach der Balz der Nestbau durch beide Altvögel ansteht, werden höher gelegene Äste bevorzugt. Als freibrütender Vogel, d.h. der Nestbau erfolgt mit losem Nistmaterial, legt die Henne 1-2 Eier. Die Brutzeit von etwa 13 Tagen teilen sich beide Elternvögel und ebenso die Aufzucht der Nestlinge. Nach dem Schlupf verbleiben die Jungen etwa 10-12 Tage im Nest und werden dann flügge.

Dies ist im Vergleich zum Wellensittich (mellopsittacus undulatus) deutlich kürzer. Dort beträgt die Brutzeit in der Regel 17-19 Tage. Das Gelege des kleinen australischen Papageis ist oft deutlich größer und die Nestlingszeit mit mehreren Wochen höher. Trotzdem leben beide Arten erfolgreich miteinander in freier Wildbahn und teilen sich den roten Kontinent mit Erfolg. Auch wenn die Diamanttauben Nestlinge das Nest verlassen haben, werden sie noch von den Elterntieren so lange gefüttert, bis sie sich selbst Nahrung beschaffen können und das Gefieder komplett fertig ausgebildet ist. Die Schwanzfedern und langen Schwungfedern sind zwar funktionsfähig, jedoch noch etwas verkürzt. Erst wenn die Jungvögel selbstständig sind, werden sie von ihren Eltern verlassen. Schon nach etwa 12-14 Wochen sind die jungen Tauben geschlechtsreif. Für Taubenvögel ist dies eine rasche Entwicklung.

Diamanttaube mit gespreiztem Flügel

Bedeutung und Haltung als Ziervogel

Um 1870 herum wurden die ersten Diamanttauben in Zoos gehalten und nachgezüchtet. Etwa 5 Jahre später kamen die ersten Exemplare nach Deutschland, wo mittlerweile einige Farbmutationen heraus gezüchtet werden konnten und die Bedeutung der Haltung als Ziervogel zunahm. Die kleinen Spitzschnäbel werden bei uns gerne in Volieren gehalten und können mit einer Mischung aus verschiedenen entspelzten Hirsearten, Dari, Kardi, Maisgrieß, Rübsen, Hanf, Glanz, Mohn, Leinsaat, Wildgrassamen wie Knaulgras, Raygras, Weidelgras und Perilasaat sehr gut und ausgewogen ernährt werden. Auch Frischkost sollte auf ihrem Speiseplan nicht fehlen und reicht von Salaten über Gemüse, Obst und Wildkräutern bis hin zu Golliwoog und Vogelmiere. Auf spezielle Weichfutter Zusatzkost sollte ebenfalls nicht verzichtet werden, da ein gewisser tierischer Eiweißanteil gegeben sein sollte. Auch Quell- und Keimfutter werden gerne genommen.

Die Diamanttaube gilt als Bereicherung für jeden Vogelhalter, der sich an den australischen Gesellen erfreut. Sie begurren sich gern gegenseitig und bringen wirklich Leben ins Vogelzimmer oder die passende Voliere.

Bei der Haltung sollte darauf geachtet werden, dass zwar ausreichend Flugraum zur Verfügung steht, aber auch, dass diese Täubchen gerne den Boden aufsuchen. Viel Platz schadet wie bei jeder Tierhaltung nie!

Da Hähne meist aggressiv ihr "Revier" verteidigen und sich in Gefangenschaft schnell bekämpfen, rät man in der Regel eher zu Hennenhaltung. Wird ein Hahn zusammen mit einer oder auch mehreren Hennen gehalten ist in der Regel von einem harmonischen Miteinander auszugehen. Mit sehr, sehr viel Platz zum ausweichen wäre auch eine Haltung von 2 oder mehreren Hähnen machbar. Reine Hahnhaltung gilt aber als eher problematisch.

Paarhaltung ist Vorraussetzung, Einzelhaltung ebenso wie in der Wellensittich Haltung tabu.

Vergesellschaftung

Zum Abschluß ein wichtiger Punkt. Von der Vergesellschaftung von Diamanttauben mit Wellensittichen oder anderen Krumschnäbeln halte ich persönlich nichts. Im allgemeinen rät man von der Vergesellschaftung zweier so unterschiedlicher Arten, trotz des gemeinsamen Lebensraumes ab, da es in der Regel nicht möglich ist, die gleichen oder auch nur annähernd ähnliche Bedingungen zu schaffen wie in freier Wildbahn. Können sich die beiden Vogelarten nicht aus dem Weg gehen, kann es zu üblen Auseinandersetzungen mit schlimmen Verletzungen als Folge kommen. Nicht selten sterben dabei auch Tiere. Deshalb eher Abstand davon nehmen.

In Ausnahmefällen kann Freiflug in einem ausreichend großen Vogelzimmer bei jeweils getrennten Volieren gewährt werden. Das muss jeder Halter jedoch für sich selbst entscheiden und verantworten.

 

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Ive84

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