Edelpapageien

Innerhalb der Klasse der Vögel bilden Papageien die Ordnung Psittaci-formes, deren einzige Familie die Eigentlichen Papageien oder Psittacidae sind. Papageien sind sehr farbenprächtige, überwiegend tropische Vögel mit einem stark gekrümmten Schnabel. Ebenso wie dies die Edelpapageien sind. Verwechseln sollte man dabei aber nicht die beiden Gruppen Edelpapagei und Edelsittich.

Systematik

Edelpapageien (Eclectus roratus) sind farbenfrohe Papageien, bei denen die Geschlechter leicht zu unterscheiden sind. Sie sehen so unterschiedlich aus, dass man früher davon ausging es handle sich um 2 verschiedene Arten. Diese Papageienart ist der letzte Vertreter der Eclectus. Die zweite Art, Polynesische Edelpapagei, ist schon seit etwa 300 Jahren ausgestorben. Die Fossile wurden im November 1989 entdeckt.
Edelpapageien sind eine der häufigsten Vogelarten und sie werden in nicht weniger als zehn Unterarten unterschieden.

Edelpapagei Hahn Edelpapagei Hahn

Edelpapagei Henne Edelpapagei Henne

Wildform und natürlicher Lebensraum

Die großen und kräftigen Edelpapageien haben einen relativ kurzen Schwanz. Die Flügel sind lang und gerundet und das Kleingefieder ist glänzend. Die Wachshaut ist befiedert, der Schnabel sehr groß und weist am Oberschnabel eine Kerbe auf.

Der Edelpapagei ist ein sehr geselliger Vogel. Gerade während des Schlafes befindet er sich gerne unmittelbar neben Artgenossen.
Die Flügelschläge sind weit ausholend und wirken auf andere sehr gemächlich. Der Flug ist immer wieder von kurzen Gleitphasen unterbrochen.

Ihre Schreie sind laut und klingen heiser. Der Schrei ist sehr oft ein immer wiederholendes "Kar-kar-kar". Sie beherrschen aber auch sehr klagende Rufe und flötenartiges Pfeifen.

Edelpapageien erreichen ein Größe von etwa 35 Zentimetern und bringen ein Gewicht zwischen 400 Gramm und 600 Gramm auf die Waage.

Die Weibchen haben ein sehr kräftig rot leuchtendes Gefieder. An den Schenkeln, dem Rücken und auf den Flügeldecken ist das Rot etwas dunkler. Am Nacken weisen sie ein breites, violettblaues Band auf, ebenfalls ist auf dem Bauch eines zu sehen. Der Flügelbug, Flügelrand und die großen Flügeldecken sowie die Unterflügeldecken sind blau. Die äußeren Handschwingen sind blauschwarz gefärbt. Die restlichen Schwungfedern sind purpurblau gefärbt. Ihr Schwanz ist auf der Oberseite rot und weist eine breite, orangerotfarbene Spitze auf. Auf der Unterseite ist der Schwanz gelblich orange und endet mit einer breit orangeroten Spitze. Der Schnabel ist vollständig schwarz, die Beine sind grau gefärbt. Die Augen sind gelblich weiß.

Die Männchen weisen ein größtenteils grünes Gefieder auf. Der Scheitel und die Ohrdecken sind leicht bläulich. Die äußeren Handschwingen blauschwarz und deren Außenfahnen sind leicht purpurblau gefärbt, ebenso weisen die Schwungfedern und die Steuerfedern auch einen ebenso blauen oder grünen Ton mit dunkelblauen Spitzen auf. Die Unterflügeldecken, Flanken und der seitliche Bauch sind rot. Die Schwanzunterseite ist grauschwarz. Der Schnabel ist relativ groß, der Oberschnabel ist elfenbein- bis orangefarben. Der Unterschnabel ist schwarz. Die Beine sind gräulich und die Augen orangefarben.

Schon die Jungvögel weisen einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus auf, also sie sind je nach Geschlecht vollkommen anders aussehend. Aber die Farben sind etwas matter, als die der erwachsenen Vögel. Bei den jungen Männchen ist das Gefieder etwas bläulich überhaucht, während bei den jungen Weibchen das Nackenband etwas verwaschener aussieht und das Gefieder ist grünlich überhaucht. Bei den beiden Geschlechtern ist der Schnabel dunkelbraun und die Iris ist auch braun gefärbt.

Die Verbreitung der Edelpapageien reicht von den Molukken bis nach Indonesien, Neuguinea, Nordostaustralien, Bismarck-Archipel und Salomon-Inseln. Die Bestandsdichte ist nicht überall gleich hoch. Das Hauptverbreitungsgebiet umfasst Neuguinea und die umliegenden Inseln. Eine kleine Population existiert auch auf Cape York in Australien.

Edelpapageien zählen nicht zu den Arten, die vom Aussterben bedroht sind.

Sie halten sich sehr gerne im Tiefland mit Primär- und Sekundärwäldern auf. Aber sie wurden auch hin und wieder schon in hohen Baumgruppen in Savannen, offenen Landschaften, Mangrovenwäldern und Plantagen gesehen. Die Edelpapageien halten sich größtenteils in Wipfelregionen auf und sind nur sehr selten am Boden zu sehen.
Oftmals kann man sehen, wie sich eine große Anzahl der Edelpapageien auf fruchttragenden Bäumen versammeln und in der Regel auch in den Baumkronen fressen.

Ernährung

Die hauptsächliche Nahrung dieser Papageien besteht aus Früchte, Beeren, Samen. Aber auch Blattknospen, Blüten und Nektar wird von ihnen gerne genommen.
Oftmals kann man beobachten, wie sie über Plantagen herfallen und dort die Früchte fressen.

Das Futter der Edelpapageien besteht größtenteils aus Quellfutter, einzelner Hülsenfrüchte; Gemüse und Obst (etwa 60%) und gekochten Hülsenfrüchten. Wichtig ist, dass das Futter einen hohen Wert an Betacarotin und Gemüseeiweiß besteht. Hülsenfrüchte sind reich an Gemüseeiweiß. Auch Insekten, die von Edelpapageien in freier Wildbahn gerne aufgenommen werden, enthalten Eiweiße. Für den Papagei sind die pflanzlichen oder tierischen Eiweiße essentiell. Edelpapageien fressen in freier Wildbahn keine Saaten, von daher wäre es fatal sie nur mit getrockneten Getreidesaaten zu füttern.
Der Verdauungstrakt ist länger als bei anderen Papageienarten, ebenso besitzen sie einen größeren Drüsenmagen und längeren Darm. Auf Grund dessen sollte die Fettzufuhr so gering wie möglich gehalten werden. Bei erhöhter Fettzufuhr neigen sie zu Fetttumoren und Lipomen. Ganz verzichtet werden sollte auf Fett nicht, denn sonst können die fettlöslichen Vitamine A, E, D und K nicht aufgenommen werden. Hin und wieder kann man Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne oder Erdnüsse verfüttern. Aber diese gelten dann eher als Leckerli.

Wichtig ist, dass auch jederzeit Grit für sie da steht. Auch frische Äste zum nagen werden sehr gerne genommen.

Haltung

Durch die wunderbare Gefiederfärbung werden sie gerne als Volierenvögel gehalten, auch die auffallend unterschiedliche Färbung der Männchen und Weibchen spielen eine große Rolle dabei. Es hat für Außenstehende den Anschein, dass es sich um 2 verschiedene Arten handelt.
Sie gelten als robust und werden sehr alt. Bei Menschen gehaltene Edelpapageien wurden schon bis zu 30 Jahre alt.

Je mehr sich der Halter mit seinen Vögeln beschäftigt, desto lebendiger werden sie. Sie lassen sich von ihrem Umfeld recht stark prägen. Wie so ziemlich jeder Papagei ist auch der Edelpapagei sehr gut darin, Geräusche oder Stimmen nach zu ahmen. Je jünger der Vogel ist, desto leichter kann er es lernen, wenn er es will.

Edelpapageien sollten, wie alle anderen Vögel, niemals ohne Artgenossen gehalten werden. Ein Pärchen braucht eine Mindestgröße von 2x1x1 m mit zusätzlichem Schutzraum. Der Draht der Voliere sollte eine Stärke von 2 mm haben und die Maschenweite sollte bei 20x20 mm liegen. Im Winter darf die Temperatur nicht unter 15 Grad Celsius liegen.
Da Edelpapageien sehr gute Flieger sind, sollte ausreichend Flugfreiraum gewährleistet sein. Und da sie auch beschäftigt werden wollen, sollten in der Voliere auch genügend Beschäftigungsmöglichkeiten vorhanden sein. Sie lieben Kletter- und Sitzäste. Aber auch Kletterseile werden sehr gerne angenommen. Sie lieben es zu baden, also sollte jederzeit nicht nur für frisches Trinken gesorgt werden, sondern auch für eine Bademöglichkeit. Gerade während der Brutzeit, sollte man die Paare von anderen trennen, denn das Weibchen reagiert nicht selten sehr aggressiv.
Edelpapageien brüten zwischen 26 und 28 Tagen. Meistens sind es um die ein bis zwei Eier.

Edelpapageien sind Kennzeichnungs- und anzeigepflichtig aufgrund der Führung in der Europäischen Artenschutzverordnung und der Bundesartenschutzverordnung. Auch ein Herkunftsnachweis ist erforderlich.

 

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blue_angel

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