Halsbandsittiche

Systematik

Der Halsbandsittich (Psittacula krameri) ist die am weitesten verbreitete Papageienart und wird auch sehr oft: Kleiner Alexandersittich genannt. Sein englischer Name ist rose-ringed parakeet. Der Sittich wurde von Giovanni Antonio Scopoli im Jahr 1769 entdeckt. Er gehört zu der Gattung der Edelsittiche (Psittacula). Der Kleine Alexandersittich hat sich schon in Gegenden angesiedelt, in dem er zuvor nicht heimisch war, wie zum Besipiel auch bei uns in Deutschland und in Nordamerika. Ansonsten findet man ihn in Afrika und auch in Asien vor.

Es gibt 4 allgemein anerkannte Unterarten.

- Afrikanischer Halsbandsittich (Psittacula krameri krameri) Schnabel: Oberschnabel rot, zur Spitze schwärzlich, Unterschnabel schwarz mit dunkelroter Basis Vorkommen: Westafrika, Guinea, Senegal, Süd-Mauretanien, West-Uganda, Süd-Sudan

- Neumanns Halsbandsittich (Psittacula krameri borealis) Größe: 43 cm Gesichtsmaske: gelbgrün, Brust und Bauch mit hellgrauem Anflug Schnabel: Oberschnabel und Unterschnabel rot Vorkommen: Pakistan, Nord-Indien, Assam, Burma, Südost-China, Nepal, Zentral-Birma

- Indischer Halsbandsittich (Psittacula krameri manillensis) Größe: 43 cm Färbung: deutlich dunkler als die Nominatform Gesichtsmaske: kräftig grün, Brust und Bauch mit bläulich-grauem Anflug Schnabel: Oberschnabel rot, Unterschnabel schwarz Vorkommen: Südindien, Ceylon, Sri Lanka

- Abessinischer Halsbandsittich (Psittacula krameri parvirostris) Größe: 40 cm Gesichtsmaske: blaß hellgrün, Brust und Bauch mit grauweißem Anflug Schnabel: Oberschnabel rot mit schwarzer Spitze, Unterschnabel schwarz Vorkommen: Sudan, Nord-Äthiopien, Südwest-Somalia

Es gibt eigentlich noch eine 5. Art, doch aufgrund der Seltenheit wird sie nicht weiter beachtet. Hierbei handelt es sich um den Echosittich Psittacula echo.

Halsbandsittich

Wildform und natürlicher Lebensraum

Der Halsbandsittich ist am Kopf überwiegend grün und am Bauch und unter den Flügeln grün-gelb. Die Männchen sind grün und haben ein charakteristisches Halsband, dass als schwarzer Streifen unter dem Kinn beginnt und in ein rosafarbenes Nackenband übergeht. Der Hinterkopf ist leicht bläulich gefärbt und die Unterseite und Unterflügeldecke ist heller, eher gelblich. Der Oberschnabel ist dunkelrot bis korallenrot und hat eine Schwarze Spitze und sein Unterschnabel geht von Rot bis hin zu Schwarz. Das Auge ist blassgelb. Auffallend ist der orange-rote Lidring, der das Auge mit einer hellblauen Iris umschließt. Seine Schwanzfedern sind oben dunkelgrün, die mittleren blaugrün und unteren gelb. Die Füße weisen eine grünlichgraue Färbung auf. Bei den Weibchen fehlt der schwarze Strich zum Auge hin, sowie das Halsband. Bei ihnen ist das Nackenband nicht rosa, sondern grün. Die mittleren Schwanzfedern sind kürzer. Jungvögel haben die Merkmale wie die Weibchen, zudem sind sie etwas blasser, der Kopf und die Stirn sind grün. Die Iris ist grauweiß. Die Handschwingen sind bis zur ersten Mauser hell gesäumt. Die Umfärbung beim Indischen Halsbandsittich beginnt mit ca. 15-18 Monaten. Erreicht habe sie die volle Umfärbung nach ca. 32 Monaten. Beim Afrikanischen Halsbandsittich beginnt die Umfärbung später, die volle Ausfärbung ist ebenfalls später abgeschlossen.

Ganz entgegen aller Erwartungen sind die bisher gesichteten Halbandsittiche in Deutschland wildfarben. Es liegt bisher nur eine Sichtungsmeldung einer blauen Variante eines Lutinos vor.

Alexandersittiche sind vorwiegend auf offenen Landschaften mit Baumbestand zu finden, sowie in Trockenwäldern, Dornbuschsavannen, landwirtschaftlich genutzte Flächen und in Parks. Sie leben in kleineren Gruppen. Erst am Abend Treffen sie sich laut rufend als große Gruppe zusammen und nehmen ihren Schlafplatz in den Bäumen ein.

Neozoen (Tiere, die ursprünglich nicht hier heimisch sind)

Halsbandsittiche haben sich als Gefangenschaftsflüchtlinge in vielen Teilen Europas verbreitet. Entflogene oder auch absichtlich freigelassene Vögel haben sich in Parks angesiedelt und brüten dort in Baumhöhlen. Während einige Ziervogelarten, wie der Wellensittich, nicht lange in freier Natur überleben, fühlen sich die Sittiche vor allem im milden Rhein-Gebiet (Hessen und Rheinland) sehr wohl und vermehren sich. In Deutschland wurden die Vögel erstmals im Jahr 1967 in Köln in freier Natur nachgewiesen, vermutlich ein entflogenes Paar aus dem Kölner Zoo. Mittlerweile gilt der Halsbandsittich in Deutschland als etabliert und steht auf der Beobachtungsliste des Bundesamt für Naturschutz (BfN) als potenziell invasive Art (Tierart, die unerwünschte Auswirkungen auf heimische Tiere hat). Dort heißt es, dass die Vögel in mindestens 25 Städten vorkommen mit ca. 7500 Tieren, davon etwa 1400-2100 Brutpaare. (Quelle: BfN-Skripten 409, 2015, Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertung für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Wirbeltiere)

Haltung

In Europa wird hauptsächlich der Indische Halsbandsittich gehalten. Sie sind relativ zutraulich gegenüber dem Halter. Trotz ihrer lauten und schrillen Stimme sind sie trotzdem auch hin und wieder in einer angenehme zwitschernden Unterhaltungslautstärke zu vernehmen. Da sie viel nagen, sollten stets frische Zweige mit Knospen oder Blüten zur Verfügung stehen. Sie sind auch begeisterte Bader. Das Talent, etwas nachzuahmen, ist eher gering. Es sind sehr gesellige Tiere, die auch gerne nach der Brutzeit in Paaren gehalten werden. Mit kleinen Sittichen vertragen sie sich häufig nicht. Halsbandsittiche sind eher weniger für Anfänger der Sittichhaltung geeignet. Sie werden in Deutschland recht selten von privaten Haltern gehalten. Eher von Züchtern oder in Vogelparks. Die Voliere sollte ausreichend groß sein. Für ein Pärchen sollte sie mindestens 2 Meter in der Länge haben sowie einen Meter in der Breite und auch 2 Meter in der Höhe. Für die Käfighaltung sind sie nicht geeignet.

Fortpflanzung

Die Brutzeit ist zwischen März und April. Während der Brutzeit sollten die Paare einzeln gehalten werden. Fortpflanzungsfähig sind sie bereits nach dem 3. Lebensjahr, manchmal auch früher. Weibchen legen auch gerne mal im 2. Lebensjahr schon Eier, die dann meistens unbefruchtet sind. Das Weibchen brütet fest und wird währenddessen von ihrem Männchen versorgt. Das Gelege besteht durchschnittlich aus 3-4 Eiern, vereinzelt kann es auch mal bis zu 6 Eiern kommen. Die Brutzeit beträgt in etwa 23 Tage. Die Nestlingszeit beträgt etwa 7 Wochen. Die Selbstständigkeit wird ca. 3 Wochen nach dem Ausfliegen erlangt.

Ernährung

Die Alexandersittiche fressen sehr gerne Obst und Gemüse, Grünfutter, Beeren und Keimfutter, welches mit Eifutter, Blütenpollen, Bierhefe, Vitamin B oder etwas Traubenzucker gemischt werden kann. Das Großsittichfutter sollte aus folgenden Bestandteilen bestehen: verschiedene Hirsearten, Glanz, wenig Sonnenblumenkernen, Weizen, Buchweizen, Hafer, Hanf und Wildsamen.

Vergesellschaftung

Der Halsbandsittich zählt zu einer Art, die sich schwer vergesellschaften lässt. Sie vertragen sich nur äußert selten mit kleinen Sittichen. Die meisten raten dazu, lieber nur diese Art alleine zu halten.

 

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