Kloakenvorfall

Ein Kloakenvorfall, auch Kloakenprolaps genannt, bezeichnet ein Hervorstülpen der Kloakenschleimhaut und möglicherweise auch andere Organe. Ein solcher Kloakenvorfall ist sehr ernst und muss möglichst schnell behandelt werden.

Ursachen

Ein Kloakenvorfall bei Wellensittichen entsteht in erster Linie bei Hennen, als Folge einer Legenot. Dabei ist es nicht möglich, ein im Legedarm befindliches Ei normal abzulegen. Die Henne presst sehr stark und dabei wird die Schleimhaut des Legedarms durch die Kloake nach außen gestülpt. Ansonsten können Kloakenvorfälle bei beiden Geschlechtern auch durch Bewegungsmangel (geschwächte Muskulatur um die Kloake), Probleme mit der Verdauung, eine falsche Ernährung, Fremdkörper im Verdauungsapparat, extremen Parasitenbefall, Darmverschluss durch eine bakterielle Infektion oder durch Lähmungen in bestimmten Nerven entstehen. Dies ist aber seltener der Fall.

Symptome

Ein Kloakenvorfall ist sehr leicht zu erkennen. Die Schleimhaut des Legedarms oder des Darms ist aus der Kloake nach außen gestülpt und als dunkelroter, meist etwas blutiger Knubbel zu erkennen, der aus der Körperöffnung hängt. Teilweise befindet sich bei Hennen auch ein Ei in der Schleimhaut, was nicht abgelegt werden konnte. Die betroffenen Tiere leiden meist extreme Schmerzen, atmen schwer und sind nicht in der Lage, normal Kot abzusetzen. Die Situation kann lebensbedrohlich sein und es ist hier keine Zeit mehr zu verlieren, das Tier muss schnellstmöglich zu einem vogelkundigen Tierarzt.

Behandlung

Als Halter kann man bei einem Kloakenvorfall nur Erste Hilfe leisten. Da die aus dem Körper hängende Schleimhaut schnell austrocknet und abstirbt, muss sie möglichst feucht gehalten werden. Im Idealfall ist eine sterile Kochsalzlösung zur Hand, mit der man die Haut befeuchtet. Im Notfall tut es aber auch ein sauberes, warmes angefeuchtetes Tuch. Man sollte trotz alledem keine Zeit verlieren und direkt einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen. Abgestorbene Schleimhaut verfärbt sich dunkel oder grau. Je größer die abgestorbenen Stellen sind, desto geringer ist die Chance des überlebens des Vogels.
Je nachdem, wie die Ursache des Kloakenvorfalls ist, ist die Behandlung verschieden. Befindet sich ein Ei in der Schleimhaut, wird es vom Tierarzt entfernt, oftmals ohne Narkose, wegen der Eile und weil der Vogel ohnehin schon geschwächt ist und eine Narkose möglicherweise nicht mehr überleben würde. Ist der Vorfall nicht durch eine Legenot verursacht, kann teilweise noch eine Narkose verabreicht werden. Sind bereits Teile der Schleimhaut abgestorben und nekrotisch, müssen sie vom Tierarzt entfernt werden. Dann wird der Darm wieder zurück in den Körper verlagert und die Kloake wird mit einer speziellen Naht (Tabaksbeutelnaht) verschlossen, damit die Schleimhaut nicht sofort wieder aus dem Körper fällt. Dadurch ist es dem Tier möglich, noch Kot abzusetzen. Meist wird den Tieren dann noch ein Antibiotikum verabreicht, um Infektionen vorzubeugen. Auch Elektrolyte, Vitamine und Mineralien sind sinnvoll, vor allem wenn der Prolaps durch eine Legenot bedingt war. Nach der Operation muss sich der Wellensittich schonen und braucht sehr viel Ruhe.

Die Naht kann im Normalfall nach zwei Tagen wieder geöffnet werden. Der vogelkundige Tierarzt überprüft, ob die Heilung weit genug vorangeschritten ist und zieht dann die Fäden.


 

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twixx_87

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