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Was sind eure Erfahrungen mit Megabakterien?

Hallo :-)
Ich bräuchte dringend Rat..
Ich habe eine über 10Jahre alte Welli-Dame, bei der vor zwei Wochen Megabakterien festgestellt wurden. Diese scheint sie allerdings schon länger zu haben. Die TÄ hat mir Bene-bac mitgegeben, von Ampho sieht sie ab, da es die Leber zu sehr schädigt. Der Welli hatte die ganze Zeit 36g und hat jetzt die letzten Tage auf 32g abgenommen. Er frisst noch (Hirse,Quellfutter) sitzt aber den ganzen Tag über aufgeplustert auf der Stange, atmet schwer und ist schwach. Die letztem Nächte geht er nicht mehr auf die Schaukel, für heute Nacht hab ich ihn in eine kleine Transportbox, damit er sich ablegen kann. Wärmelampe gefällt ihm. Ich hätte gerne mal eure Erfahrungen/Meinungen...soll ich ihn erlösen, ist es Quälerei? Vielen Dank für eure Antworten.

Antwort: Hallo Laura,

also, das ist ein schwieriges Thema, was bestimmt nicht mit einer Antwort zu besprechen ist, deshalb würde ich Dich bitten, Dich bei uns im Forum zu registrieren und einen Thread im Unterforum Krankheiten aufzumachen.

Was mir aber direkt auffällt, schreibe ich schonmal:
Als erstes ist es wichtig, mit einem Vogel immer zu einem vogelkundigen Tierarzt zu gehen. Diese Tierärzte haben eine dreijährige Zusatzausbildung absolviert und viel mehr Erfahrungen mit Vögeln als Kleintierärzte. Deshalb wäre meine erste Rückfrage, die Du mir nur im Forum beantworten könntest, ob Du bei solch einem Vogeldoc warst.
Dann fällt mir auf, dass Bene-Bac Zucker enthält und deshalb bei Megabakterienschüben eigentlich mehr schadet als nützt, denn die Megabakterien sind eigentlich keine Bakterien, sondern Pilze, die nur aussehen, wie große Bakterien. Diese ernähren sich vom Zucker und dadurch sollte unbedingt bei jedem Megabakterienträger auf Zucker verzichtet werden, auch zucker- oder honighaltiges Futter ist nun sehr schlecht für Deinen Welli.
Dann denke ich, obwohl ich kein TA bin, dass man erstmal eine Amphokur starten sollte, bevor man über das Einschläfern nachdenkt. Denn ich persönlich denke, dass es keinen Sinn macht, die Leber zu schonen und den Vogel dann wegen der Gewichtsabnahme möglicherweise sterben zu lassen. Die Meinungen zur lebertoxischen Wirkung von Ampho gehen übrigens selbst unter vogelkundigen Tierärzten auseinander. Es gibt sogar manche, die behaupten, dass es nur lokal im Verdauungstrakt wirkt und nicht verstoffwechselt wird. Es gibt aber auch Möglichkeiten die Leber während der Behandlung zu schonen, zB durch Silymarin. Dann kann man auch die Amphobehandlung durch verdünnten Thymiantee unterstützen (aber nicht ersetzen (!) ).
Du siehst, dass ist ein weitreichendes Thema und wir möchten Dich gerne unterstützen. Deshalb wäre es ganz gut, wenn Du Dich anmeldest und einen Thread eröffnest. Am allerwichtigesten ist aber, dass Du am besten sofort morgen einen vogelkundigen TA aufsuchst, wenn Deine TÄ es nicht sein sollte, denn ein guter vkTA kann den Welli auch stationär aufnehmen und zufüttern, was möglicherweise nötig ist, denn das Gewicht ist wirklich besorgniserregend und erfordert ein schnelles Handeln. Es gibt bei uns auch eine Liste mit vogelkundigen Tierärzten, ich würde Dir raten, den Link mal anzuklicken und in Deinem Postleitzahlenbereich zu schauen, wer auf der Liste steht und direkt morgen zu einem vkTA von der Liste zu fahren.
Aufgeben würde ich den kleinen Piepmatz aber noch nicht. Dafür gibt es noch genug Möglichkeiten mit denen man um die kleine Wellidame kämpfen kann.

Unsere Daumen sind für die kleine Maus gedrückt.

Viele Grüße
Dein Welli.net Team

Die Frage wurde gestellt von Laura aus Bellheim am 27.10.2015.