Ringsittiche

Systematik

Der Ringsittich (Barnardius zonarius) gehört in der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) zu der Unterfamilie der Plattschweifpapageien (Platycercinae). Er ist auch unter den Namen Kragensittich oder Bauer´s Ringsittich bekannt.

Er wird in drei Unterarten unterteilt:

- B. z. zonarius, Bauer's Ringsittich (Nominatform)

- B. z. semitorquatus, Kragensittich

Der Kragensittich unterscheidet sich in Farbe und Größe von der Nominatform. Der männliche Kragensittich ist ca. 40 cm groß und hat ein rotes Stirnband. Die Brust ist bei dieser Unterart grün und der Bauch zitronengelb. Die Hennen sind ca. 38 cm groß, allgemein blasser gefärbt als die Hähne und haben ein schmaleres Stirnband, welches manchmal auch gar nicht vorhanden ist.

- B. z. occidentalis, Blasser Bauer's Ringsittich

Die Unterart Blasser Bauer´s Ringsittich ähnelt auch der Nominatform, ist ca. 35 cm groß und heller gefärbt. Der Kopf ist grauschwarz, Wangen und Ohrdecken sind blassblau. Der Bauch sowie die Unterschwanzdecken sind hellgelb gefärbt.

Die Lebenserwartung der Ringsittiche liegt bei etwa 20 bis 30 Jahren.

Wildform und natürlicher Lebensraum

Ringsittiche erreichen eine Größe von ca. 37 cm. Die Hähne wiegen durchschnittlich 140 bis 170 Gramm, die Hennen haben ein Gewicht von ca. 120 bis 140 Gramm.

Seinen Namen bekam der Ringsittich aufgrund der wissenschaftlichen Bezeichnung zonarius. Dies ist lateinisch und bedeutet: mit einem Gürtel versehen.

Die Merkmale der Hähne:

Die Hähne sind grün gefärbt, haben einen schwarzen Oberkopf und Nacken und blauschimmernde Wangen. Das Nackenband ist gelb, die Oberbrust, die Kehle und der Rücken sind dunkelgrün. Der Bauch ist gelb, die Unterflügeldecken blau. Die Schwanzfedern sind auf der Oberseite grün und auf der Unterseite hellblau. Die Hähne haben einen grauweißen Schnabel, eine braune Iris und graubraune Beine.

Die Merkmale der Hennen:

Die Hennen sind ähnlich gefärbt wie die Hähne, allerdings sind die Gefiederfarben nicht so stark ausgeprägt wie bei den Hähnen. Hennen besitzen, wenn vorhanden, weiße Unterflügelstreifen und haben mehr schwarzbraune Gefiederanteile als die Hähne. Der Kopf und der Schnabel sind kleiner.

Die Jungtiere:

Jungtiere ähneln bis zur Umfärbung den adulten Hennen, sind ebenso matt gefärbt und haben einen weitaus bräunlicheren Kopf und einen blauen Unterflügelstreifen. Die volle Ausfärbung ist im Alter von 12 bis 14 Monaten erreicht.

Ringsittich

Die Ringsittiche fliegen relativ schnell aber im allgemeinen recht tief. Der Flug des Ringsittichs ist wellenförmig. Bei Gefahr flüchten sie laut rufend auf den nächstgelegenen Baum. Besteht die Gefahr weiterhin, fliegen sie weiter.

Die Nominatform sowie die Unterart Blasser Bauer´s Ringsittich sind im zentralen und westlichen Australien beheimatet. Die Unterart Kragensittich dagegen lebt in Südwestaustralien.

Ringsittiche leben paarweise oder in kleinen Gruppen. Sie sind sehr ortstreu und ziehen nur bei länger andauernder Trocknungszeit weiter. Sie bewohnen Küstenwälder, Gras- und Buschland, offenes Waldland, sowie Siedlungen, Obstplantagen und Felder. Auch in Küstenregionen mit spärlichem Baumbestand sind sie anzutreffen. Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit können sie in verschiedenen Lebensräumen leben und sind somit die häufigste Art der in Westaustralien anzutreffenden Plattschweifsittichen. Allerdings sind sie in ariden Regionen auf einen Baumbestand an Wasserstellen oder -läufen angewiesen.

Besonders aktiv sind die Ringsittiche am frühen Morgen sowie späten Nachmittag. Während der heißen Mittagsstunden ziehen sie sich in die kühlen Schatten der dichten Baumkronen oder der dichtbewachsenen Büsche zurück.

Ringsittiche ernähren sich von Samen, Früchten, Nüssen, Beeren, Nektar sowie Blüten, Knospen, Blattschösslingen und Insekten und deren Larven. Die im Süden beheimateten Ringsittiche suchen ihre Nahrung eher auf Bäumen als auf dem Boden, und sind mit ihren langen Schnäbeln in der Lage, die napfförmigen Samenkapseln der Eukalyptus-Bäume aufzureißen und zu spalten. Die in Zentral- und Nordaustralien lebenden Ringsittiche suchen ihre Nahrung in Sträuchern, auf Bäumen und auf dem Boden. Besonders beliebt sind auch Äpfel oder Birnen, die die Sittiche auf Obstplantagen, auf denen sie beträchtlichen Schaden anrichten können, finden können.

Die im Süden lebenden Ringsittiche brüten gewöhnlich in der Zeit von August bis Dezember, die in Zentral- und Nordaustralien beheimatenden Sittiche richten sich nach der Niederschlagsmenge. Herrschen günstige Bedingungen wie Regenfälle und ausreichendes Nahrungsangebot kann es zu einer zweiten Brut in einem Jahr kommen. Sie suchen sich höhlenartige Nester in Eukalyptusbäumen, die sich in der Nähe von Wasserstellen und -läufen befinden. Den Boden eines Nestes belegen sie mit verrotteten Holzmulm. Das Gelege besteht aus 4 bis 7 Eiern, die die Henne alleine bebrütet. Die Henne legt die Eier im Abstand von je 2 Tagen und beginnt mit der Brut nach dem 3. gelegten Ei. Nach ca. 22 Tagen Brutdauer schlüpfen die Jungen und verlassen im Alter von 4 Wochen das Nest. Weitere 4 Wochen später sind sie bereits selbstständig.

Ihre Fortpflanzungsfähigkeit haben Ringsittiche im Alter von 2 Jahren erreicht. Hennen können unter anderem schon mit 1 Jahr fortpflanzungsfähig sein.

Haltung

Ein Käfig für ein Paar sollte mindestens 1x0,5x1 Meter (BxTxH) groß sein und das bei ganztägigen Freiflug. Sie sind sehr neugierige und nagefreudige Sittiche, weshalb dazu geraten wird, sie in einer Edelstahlvoliere zu halten.

Eine Außenvoliere für ein Paar sollte 4x1,50x2 Meter (BxTxH) groß sein, mit dickerem Edelstahldraht ausgestattet sein und über einen frostfreien Schutzraum verfügen. Dieser sollte nochmals 1x1x2 Meter (BxTxH) groß sein.

Der Käfig bzw. die Außenvoliere sollte mit ungiftigen und verschieden dicken Ästen als Sitzgelegenheiten und Beschäftigung ausgestattet sein. Frische Knabberzweige und eine Bademöglichkeit sollten immer zur Verfügung stehen.

Ringsittiche sind recht zutrauliche Vögel, deren Stimmen als mittellaut bis laut empfunden werden. Aufgrund ihrer Lautstärke sind sie für eine Wohnungshaltung eher weniger geeignet. Sie sollten nur paarweise gehalten werden, da sie arteigenen und auch anderen Sitticharten mit Aggressivität gegenüber treten können. Auch sollte darauf geachtet werden, dass in benachbarten Volieren keine weiteren Ringsitticharten untergebracht sind.

Ernährung

Das Futter sollte Großsittichfutter sein, welches aber gerne mal mit Wild- oder Grassämereien oder halbreifen Sämereien oder auch Waldvogelfutter ohne Rübsen erweitert werden kann. Es sollte darauf geachtet werden, dass das Futter möglichst wenig Sonnenblumenkerne enthält. Selbstverständlich sollte auch regelmäßig Frischkost wie Obst, Gemüse, Beeren und Grünfutter angeboten werden. Gelegentlich darf auch Keim- oder Eifutter verfüttert werden.

Ringsittiche und andere Vogelarten

Aufgrund der Aggressivität, vor allem während der Brutstimmung, sollte es vermieden werden, Ringsittiche zusammen mit anderen Sittichen in einer Voliere zu halten. Auch kann es Probleme mit benachbarten Volierenbewohnern, wie andere Ringsitticharten, geben. Am besten hält man diese Sittiche paarweise, da sie auch auf arteigene Sittiche aggressiv reagieren.

 

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Anna1589

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