Schnabelräude beim Wellensittich

Parasiten kommen regelmäßig beim Vogel vor. Eine Parasitenart sind Milben. Auch Wellensittiche können einen Befall mit Milben haben. Milben sind Spinnentiere und es gibt zahlreiche verschiedene Arten. Sehr häufig sind sogenannte Grabmilben (Knemidokoptes), die zu den Ektoparasiten zählen. Auch Wellensittiche können einen Befall mit Milben haben. Milben sind Spinnentiere und es gibt zahlreiche verschiedene Arten. Grundsätzlich zeigen fast alle Vögel, die einen Ektoparasitenbefall haben, wie zum Beispiel durch Milben, oder aber auch durch Federlinge, eine große Unruhe. Dies äußert sich vor allem in vermehrtem Putzen, starkem Juckreiz, Flügel schlagen, Schnabel scheuern und kratzen. Ein Milbenbefall kann also zu deutlichen Symptomen führen und natürlich können sich auch andere Vögel anstecken.

Diese Milben halten sich in der Haut des Vögel auf und können hier schwere Schäden verursachen. Grabmilben halten sich nicht im Käfig auf, sondern in erster Linie auf und im Tier. Die rote Vogelmilbe dagegen findet man auch in der Umgebung in der die Wellis leben.

Bei dieser Krankheit sind der Schnabel und die Ständer der Vögel besonders häufig von den Milben befallen. Aber auch am Auge kann man aussen herum diese speziellen Borken sehen, die durch die Verletzungen, die die Milben in der Haut der Wellensittiche und der anderen Vögel verursachen, sehen. In anderen Bereichen der Haut, wie zum Beispiel unter dem Flügel und um die Kloake sieht man eher selten Veränderungen. Auch die Wachshaut direkt ist nicht oft betroffen, nur die Bereiche aussen herum.

Insbesondere kann man borkige Auflagerungen erkennen, die ähnlich wie bei einem Schwamm, zahlreiche kleine Löcher aufweisen. Hierbei handelt es sich um Bohrgänge der Milben. Diese Löcher schädigen und schwächen das Gewebe und die Auflagerungen nehmen mit der Zeit immer mehr zu bei den Vögeln. Irgendwann wird der Schnabel so brüchig, das große Teile herausbrechen können und es zu schweren Blutungen kommen kann. Dies geschieht aber nur, wenn der Besitzer sich nicht kümmert und hat definitiv Tierschutzrelevanz. Hierfür braucht es Wochen, wenn nicht gar Monate, bis es soweit kommt. Auch als eher unerfahrener Vogelbesitzer kann man dies rechtzeitig erkennen. Jeder Vogel, der betroffen ist, kann so in eine Situation kommen, die zur Folge hat, dasss er nicht mehr selbstständig Futter aufnehmen kann. Dann hat die Krankheit aber bereits eine hohen Schweregrad erreicht.

Werden die Borken um den Schnabel so stark, dass sie über die Wachshaut herüber ragen, kann dies zur Folge haben, dass der Wellensittich nur noch schwer Luft bekommt, was ebenfalls dringend Behandlungswürdig ist. Symptome hierfür sind vermehrtes Niesen, wie deutliche Schwanzatmung, als auch Backenblasen und Hecheln. Die kann jeder Laie mit bloßem Auge erkennen. Warten Sie dann keine Woche ab, bevor Sie einen Tierarzt aufsuchen.

Sind auch die Ständer, das sind die Beine beim Vogel, betroffen und trägt der Wellensittich noch einen Ring um den Fuß, so kann dieser einwachsen. Dies hat das Absterben des Fußes oder von einem Bein zur Folge und ist immer ein lebensbedrohlicher Notfall. In solchen Fällen muss der Ring in Narkose von einem Vogeltierarzt entfernt werden und eine lange Heilungszeit mit häufigen Verbandswechseln stehen Sittich und Halter bevor. Soweit sollte es nie kommen. Es beinhaltet großes Leid für jeden Wellensittich, da jede Behandlung schmerzhaft ist. Oft müssen die Tiere über langen Zeitraum in einem kleinen Käfig gehalten werden und dürfen in dieser Zeit nicht fliegen. So nur kann man eine regelmäßige Behandlung und deren Erfolg gewährleisten. Lassen Sie den Ring am Bein ihres Vogels am besten gleich vom Tierarzt entfernen, wenn Sie den Vogel neu erworben haben. Diesen Beitrag sollten Sie neben der Vorsorgeuntersuchung immer zum Wohle des Wellensittichs leisten.

Jede Form von Parasit sollte behandelt werden. Für Ektoparasiten stehen keine Medikamente ausschließlich für den Wellensittich zur Verfügung. Der Tierarzt muss ein Medikament, welches eigentlich im Bereich Rinder oder Schweine eingesetzt wird umwidmen und dies dann entsprechend dem Gewicht des Vogels herunter verdünnen. Nur so werden die Parasiten abgetötet und nicht auch der Vogel gleich mit. Im Fall von Räudemilben wird der vogelkundige Tierarzt ein spot on in den Nacken des Tieres auf die Haut auftragen. Auch Partnertiere sollten mitbehandelt werden, selbst wenn sie keine befallenen Stellen zeigen und auch keinen starken Juckreiz haben.

Diese Behandlung muss mehrfach wiederholt werden, nicht nur bei starkem Befall, damit alle Stadien der Milben nach und nach abgetötet werden können. Bei massiven Schnabelveränderungen und - deformationen kann es notwendig sein, dass man den Schnabel mittels Schleifgerät wieder in Form bringt. Nachhaltig veränderte Schnäbel sind manchmal lebenslang in Behandlung, da die Deformation zu einem immer währenden Fehlwachstum führt. Deshalb ist es besser, wenn man rechtzeitig zum vogelkundigen Tierarzt geht, um die entsprechende Therapie einzuleiten. Es ist nicht ratsam, selbst am Tier herumzudoktern und Öl auf den Schnabel zu schmieren. Diese mittelalterliche Behandlungsmethode ist sicher nicht tiergerecht und sollte nur noch in alter, unmoderner Literatur zu finden sein. Abgesehen davon, wirkt sie auch nicht. Das gilt für alle Arten von Ölen, auch für Paraffinöl. Dies hat nichts auf dem Vogelkörper zu suchen, ist kein Medikament und hilft niemandem, schon gar nicht dem Welli. Das gleiche gilt für das Abwaschen von Käfig und Stangen mit heißem Wasser. Es reinigt zwar, bekämpft aber keine Parasiten. Parasiten, welche in der Umgebung leben können sich in kleine Ritzen und Nischen verkriechen und somit auch höhere Temperaturen überleben.

Grabmilben dürfen nicht mit der verwandten Vogelmilbe verwechselt werden. Dieser Parasit hat einen ganz anderen Vermehrungszyklus und lebt anders. Somit muss die rote Vogelmilbe auch anders bekämpft werden, insbesondere was die Umgebungsbehandlung des Käfigs betrifft. Während man die rote Vogelmilbe mittels eines weißen Tuches nachweisen kann, welches man über den Käfig legt, gelingt dies bei der Räudemilbe nicht. Dies wird in einem anderen Beitrag beschrieben. Übrigens haben auch Menschen Milbenbefall, welcher aber nur bei immunschwachen Menschen zum Tragen kommt. Eine Ansteckung durch das eigenen Haustier durch Räudemilben ist unwahrscheinlich.

 
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