Schönsittiche

Systematik

Der Schönsittich, oder auch Türkissittich (Neophema pulchella) genannt, gehört zur Gattung der Grasssittiche, ist ca. 20 cm groß und hat ein Gewicht von 37 – 46 gr.

Das Geschlecht der Schönsittiche lässt sich nur anhand der Gefiederfärbung unterscheiden. Während die wildfarbenen Hähne überwiegend grün und rot gefärbt sind und einen blauen Kopf haben, sind die Hennen insgesamt matter gefärbt und weisen einen weniger blauen Kopf auf.

Die Flügel der Hähne sind türkisblau, die Unterseiten der Flügel haben, im Vergleich zu den Hennen, keine Streifen. Charakteristisch für den Hahn sind auch die roten Schulterfedern. Durch Züchtungen gibt es auch Farbschläge wie z. B.Rotbauch, Gelb, Zimt oder Schecke. Die Schnäbel sind bei beiden Geschlechtern schwarz oder dunkelgrau, der Lauf rosafarben, die Krallen braunschwarz.

Schoensittich

Die Lebenserwartung von Schönsittichen liegt bei etwa 10 bis 15 Jahren.

Anzutreffen sind die Schönsittiche in den Wald- und Feldgebieten und Flusstälern Australiens. In den Morgen- und Abendstunden gehen sie auf Nahrungssuche, tagsüber halten sie sich vorwiegend in Bäumen auf. Vor Sonnenauf- und nach Sonnenuntergang suchen sie die Wasserstellen auf um zu trinken.

Während der Brutzeit, die im August beginnt, legt die Henne 3 bis 6 Eier, die sie alleine über einen Zeitraum von 21 Tagen bebrüten, während der Hahn sich und seine Partnerin vom restlichen Schwarm absondert. Schönsittich-Hähne können während der Brutzeit sehr aggressiv anderen Paaren und auch den eigenen Jungtieren gegenüber werden. Etwa 30 Tage nach dem Schlupf verlassen die Jungvögel das Nest. Bei guten Bedingungen erfolgt nach dem Ausfliegen der Jungtiere eine erneute Brut.

Die Jungtiere ähneln vor allem der Mutter, bis sie sich im Alter von einem halben Jahr ausfärben. Die Geschlechtsreife ist in einem Alter von einem Jahr erreicht.

Domestikation

Quellen zufolge gab es bereits seit 1850 Schönsittiche in Europa. Stabile Zuchtbestände gibt es aber erst seit 1945.

Haltung

Wie alle Vögel brauchen auch Schönsittiche regelmäßigen und langen Freiflug, damit sie nicht verfetten. Ihr Flug ist schnell, geradlinig und unregelmäßig flatternd, daher sollte eine möglichst große Freiflugfläche vorhanden sein. Schönsittiche sollten am besten paarweise gehalten werden, da die Hähne sehr aggressiv anderen arteigenen Hähnen gegenüber sind. Die ausreichend große Voliere für ein Paar (BxHxT 120x100x60 cm) sollte mit geeigneten Ästen (ungiftig und geeigneten Durchmesser) ausgestattet sein.

Die Temperatur sollte bei 18 °C bis 25 °C liegen. Eine Luftfeuchtigkeit von über 60 % ist ideal. Die Außenvoliere mit Schutzhaus sollte dementsprechend also beheizbar und frei von Durchzug sein.

Auch für Beschäftigung und dem Nagetrieb sollte gesorgt werden. Frische Zweige und eine Bademöglichkeit sollten regelmäßig angeboten werden.

Als Futter eignet sich Wellensittich- und Großsittichfutter, mit einem geringen Anteil fetthaltiger Samen wegen Gefahr der Verfettung, und natürlich auch Frischkost wie Löwenzahn, Vogelmiere, Obst und Gemüse. Gelegentlich kann man auch Keim- oder Eifutter und Kolbenhirse anbieten.

Schönsittiche sind besonders morgens und abends sehr lebhaft. Ihre zweisilbigen durchdringenden Rufe sind vergleichsweise leise.

Schoensittiche

Ernährung

In der Natur ernähren Schönsittiche sich hauptsächlich von Sämereien, obwohl sie auch Insekten und ihre Larven essen. Während der Nahrungssuche teilen sie sich in kleinere Gruppen auf und suchen leise zwitschernd auf dem Boden nach Futter.

Schönsittiche und andere Vogelarten

Schönsittiche sollte man wegen ihrer aggressiven Art möglichst nur paarweise halten und darauf achten, dass in den Nachbarvolieren keine weiteren Grasssitticharten untergebracht sind. Eine gemeinsame Haltung mit Vielfarbensittichen konnte man aber auch schon beobachten.

 

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Anna1589

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