Die Schreckmauser / Schockmauser

Was bedeutet Schreckmauser und wie zeigt sie sich?

Schockmauser bei Wellis

Bei einer Schreckmauser, auch Schockmauser genannt, handelt es sich nicht direkt um eine Erkrankung, vielmehr um einen natürlichen Schutzreflex der Vögel. Wird beispielsweise ein wild lebender Vogel angegriffen, können in wenigen Sekunden die Schwanz- und Steuerfedern, ebenso auch Teile des Kleingefieders, abgeworfen werden. Die Flucht des Vogels ist somit erleichtert, da der Angreifer durch das Abwerfen verwirrt wird oder, wenn er den Vogel bereits gepackt hat, nur die losen Federn zurückbehält. Die Schockmauser ist eine Anpassung an die jeweilige Situation. Die überlebenswichtigen Schwungfedern bleiben erhalten, damit jegliche Flucht gelingt. Sie fliegen eventuell etwas unkontrollierter, durch die fehlenden Steuerfedern.

Welche Situationen können Wellensittiche zur Schreckmauser bewegen und was ist zu tun?

Die unter menschlicher Fürsorge gehaltenen Wellensittiche geraten normalerweise eher selten in eine Schreckmauser. Eine typische Ursache wäre hier zum Beispiel der Tierarztbesuch. Die Umgebung ist fremd, bedrohlich und ängstigen das Tier. Das Einfangen und der Griff des Tierarztes kann unter Umständen dazu führen, dass der Vogel Teile seines Gefieders abwirft, da er sich instinktiv befreien möchte. Es gibt auch Fälle bei denen z.B. nur ein Flügel betroffen ist. Trotzdem sollte aus Angst vor einer Schreckmauser der Gang zum Tierarzt niemals unterlassen werden, denn sie verursacht keine Beschwerden oder Schmerzen! Weitere Ursachen könnten auch das Fangen zum Krallen schneiden sein (oder andere medizinische Behandlung) oder Schläge gegen den Käfig. Vibrationen am Gitter und ruckartige Bewegungen müssen unbedingt vermieden werden; man sollte insbesondere Kinder, die die Vögel oft unabsichtlich und unbedacht erschrecken, dafür sensibilisieren, wie leicht Wellensittiche in Panik geraten.

Schreckmauser bei Wellis

Ebenso besteht die Gefahr durch andere Tiere, wie Katzen oder Hunde, die Wellensittiche beim Freiflug jagen oder an ihre Behausung springen. Diese Tiere können für die Vögel eine extrem bedrohliche Situation darstellen, deshalb sollte der Kontakt vermieden werden. Leben Hund und Katz mit im Haushalt, ist Wachsamkeit oberstes Gebot, um die Wellensittiche vor solchen Schreckmomenten zu schützen. Steht eine Voliere oder auch eine Spielmöglichkeit dichter beim Fenster, kann auch das Sichten eines Raubvogels unsere Heimvögel verschrecken, ebenso der jährliche Silvesterlärm, welcher jedoch recht gut vermeidbar ist.

Findest man als Wellensittichhalter aus unerklärlichen Gründen viele Großfedern, sollte man seine Vögel genau in Augenschein nehmen ob Blutspuren oder Verletzungen (zum Beispiel durch Kampf mit einem Artgenossen) oder "nur" eine Schreckmauser vorliegen.

Bereits wenige Tage oder Wochen später werden die ausgefallenen Federn ersetzt und es dauert nicht einmal bis zur nächsten normalen Mauser, bis der Vogel wieder vollständig befiedert ist.

 

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Rainbow

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