Singsittiche

Der Singsittich (Psephotus Haematonotus) gehört zur Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) und der Unterfamilie Plattschweifsittiche. Die Gattung der Singsittiche (Psephotus) unterteilt sich in 5 Arten, dem Goldschultersittich, dem Collettsittich, dem Vielfarbensittich, dem ausgestorbenen Paradiessittich und dem Singsittich.

Wildform und natürlicher Lebensraum

Die Vögel erreichen eine Größe von 25 bis 27 cm und wiegen zwischen 55 und 80 Gramm. Wobei die Hennen etwas kleiner und leichter sind als die Hähne. Die Singsittiche haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 15 bis 20 Jahren.

Die Hähne sind von der Farbe auffällig bunt, haben einen grünen Kopf, die Gefiederfarbe geht im Brustbereich ins gelbgrüne über und der Bauch ist dann ganz gelb. Dagegen ist die Afterregion und die Unterschwanzdecke weiß gefärbt. Die Flügeldecken der Sittiche sind türkis-grau und die Schwanzfedern dunkel-grün bis türkis, des weiteren haben sie einen auffallend roten Bürzel. Dieser brachte den Vogel im Englischen auch den Namen red-rumped parrot ein. Die Hennen sind unauffälliger und schwächer gefärbt, haben eine olivgrüne, graue bis braun-beige Färbung. Sie haben einen grünen Bürzel und einen leicht blauen Bug. Die Weibchen haben wie die Hähne die selbe Schwanzfederfärbung und sind unter den Flügeln leuchtend blau gefärbt.

Wie bei sehr vielen Tierarten treten auch bei den Singsittichen Farbmutationen auf, so dass es auch weiße Sittiche gibt. Eine Geschlechtsbestimmung ist von außen her dann kaum möglich und ein DNA-Test ist meist erforderlich.

drei unterschiedlich gefärbte Singsittiche

Die Jungtiere der Singsittiche tragen auch die Farben olivgrün und gelb und sind somit ähnlich wie die Eltern gefärbt nur matter. Im Alter von etwa 4 Monaten bekommen junge Singsittiche das Erwachsenengefieder. Die Singsittiche haben im Vergleich zu anderen Plattschweifsittichen einen kleinen und schwarzen Schnabel.

Für am Boden lebende Vögel sind Singsittiche gute Flieger und legen ungewöhnlich lange Distanzen in sehr großer Flughöhe zurück. Ihr Flug ist eher schnell und gradlinig.

Die Singsittiche leben in den offenen Eukalyptussavannen Australiens und in spärlich bewaldeten Regionen mit einem reichen Bestand an Gräsern und krautigen Pflanzen. Dicht bewaldete Lebensräume dagegen meiden die Vögel. Da Singsittiche sehr anpassungsfähig sind, leben sie mittlerweile auch in Gärten, Parks und Sportplätzen mit großen Rasenflächen.

Da sie sich hauptsächlich von krautigen Pflanzen und Grassamen ernähren, sieht man die Singsittiche in der freien Natur kaum auf Bäume, sondern meist in Bodennähe. Auch grüne Pflanzenbestandteile werden gefressen, eine große Rolle nehmen dabei die Blätter verschiedener Distelarten ein. Außerdem fressen die Tiere auch gerne Früchte, Blüten und Beeren. Eher eine Nebenrolle als Futter spielen die Samen von Sträuchern und Bäumen für die Sittiche.

Fortpflanzung

Die australischen Sittiche sind Höhlenbrüter. Hauptzeit für die Fortpflanzung ist von Ende Juli bis in den Januar. Gelege sind aber auch in allen Monaten des Jahres belegt. Wie die Wellensittiche auch, nutzen die Vögel die Zeit nach ausgiebigen Regenfällen, um schnell zur Brut zu schreiten. Da Bruthöhlen in der Hauptzeit knapp sind, kommt es in der Fortpflanzungszeit häufig zu Streitereien, um freie Höhlen.

Als Grundlage für den Nistplatz nutzen Singsittiche am Boden der Höhle eine Schicht Holzmulm. Gewöhnlich besteht das Gelege aus fünf Eiern. Die anschließende Brutzeit dauert 19 Tage. Die Küken werden vom Weibchen, sowie auch vom Männchen gefüttert. Das Paar hat eine sehr starke Bindung und festigt sie durch ihren schönen melodischen Gesang. Dieser dient gleichzeitig dazu das eigene Revier gegenüber anderen Vögeln abzugrenzen.

Haltung und Verhalten

Singsittiche benötigen einen deutlich größeren Käfig als Nymphensittiche oder Wellensittiche. Denn sie sollten in einer mindestens 5 Meter langen Voliere untergebracht werden, da sie von Natur aus Langstreckenflieger sind. Bei ganztägigem Freiflug ginge auch eine 2-3 m lange Voliere, die mit genügend Sitzmöglichkeiten aus Naturholz eingerichtet ist. Besonders beliebt sind Weidenäste, an denen die Sittiche sich gerne langhangeln. Dabei muss man jedoch darauf achten, dass in dem Käfig und auch in einer großen Voliere noch eine freie Flugbahn ohne Äste bleibt. Sollte man sich für eine Haltung in einer Voliere mit Freiflug entscheiden, sollte die Voliere ein Trenngitter besitzen, damit man bei Streitigkeiten oder Neuzugänge, die Tiere voneinander trennen kann.

gelber Singsittich

Wenn man Singsittiche in der Wohnung bzw. im Haus hält, dann sollte darauf geachtet werden, dass man keine Vögel aufnimmt, die vorher in einer Außenvoliere gelebt haben. Die Tiere sind die Außenhaltung gewohnt und können auf diese Veränderung ihrer Umgebung mit Geschrei reagieren.

Im Gegensatz zu Wellensittichen, können die Papageien auch mal längere Zeit komplett still sein, auch die Lautstärke ist geringer. Sie haben mehrere lange Ruhephasen am Tag, die mit Spiel- und Aktivitätsphasen abwechseln. Außerdem sind die Vögel viel auf dem Boden unterwegs. Gerade bei Außenhaltung ist die Gefahr eines Wurmbefalls dadurch erhöht.

Singsittiche sind kleine Wasserratten und baden sehr gerne. Es sollte deshalb eine ausreichend große Bademöglichkeit angeboten werden.

Ernährung

Als Grundfutter sollten Singsittiche mit einer ausgewogenen Körnermischung (z. B. Großsittichfutter oder Grassittichfutter gemischt mit einer Wellensittichmischung) ohne Sonnenblumenkerne gefüttert werden, welche noch mit Kräuter, Beeren, Blüten und Grassamen angereichert werden kann. Eine vielfältige Frischkost sollten sie auch erhalten. Da eignen sich, genau wie beim Welli, viele Gemüse- und Obstsorten, sowie Kräuter bzw. Wildkräuter und Futterpflanzen, wie Golliwoog.

Singsittich frisst Grünfutter

Als Leckerei gehen je nach Gewicht des Vogels auch ab und an geschälte Sonnenblumenkerne in Bioqualität und Pinienkerne, Haferflocken und auch gekochtes, ungewürztes Gemüse. Auch Keimfutter wird gerne gefressen.

Damit die bunten Papageien sich richtig wohlfühlen, sollte man ihnen viel Abwechslung bieten. Sie gehen gerne auf Futtersuche, teilweise stundenlang und schmeißen gerne Dinge aus Schalen heraus, oft sogar aus großer Höhe. Ähnlich wie Wellensittiche schreddern sie gerne Kork und benagen liebend gern frische Zweige. Wühkisten kann man somit gerne anbieten. Generell verbringen sie viel Zeit mit Suchen und Fressen und sind dabei kleine Genießer und keine hektischen Fresser.

Vergesellschaftung

Singsittiche sind für den Halter liebe, neugierige und zutrauliche Haustiere. Allerdings sollte man bei der Haltung beachten, dass Singsittiche am besten nur als gegengeschlechtliche Paare in einer Voliere gehalten werden. Man sollte genau darauf achten, dass sich die beiden Tiere gut verstehen, denn sonst können sie sich bei Streitigkeiten gegenseitig verletzen oder sogar töten. Wenn sich aber erstmal ein Paar gefunden hat, gehen diese auch eine enge Bindung ein. Sie führen gegenseitige Gefiederpflege durch und füttern sich, generell suchen sie viel Körpernähe.

Eine gemeinsame Haltung mit anderen Vogelarten ist nicht zu empfehlen. Selbst von einer Vergesellschaftung mit Sittichen wie Nymphensittichen oder Schönsittichen ist vollkommen abzuraten, da Singsittiche ein recht aggressives Revierverhalten zeigen können.

 

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Stubenfalke

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