Baden für Wellensittiche - so macht es Spaß

Viele Wellensittichbesitzer wollen ihren gefiederten Freunden - gerade in den warmen Sommermonaten - gern die Möglichkeit bieten, durch ein Bad im kühlen Nass etwas Erfrischung zu finden.
Doch trotz einer angebotenen Möglichkeit will sich so mancher Welli nicht recht von den Vorzügen eines ausgiebigen Bades überzeugen lassen. Darum hier ein paar Tipps, wie aus Bademuffeln (eventuell noch) richtige Wasserratten werden:

Der richtige "Pool"

"Ich hänge meinen Wellis jeden Tag ein Badehäuschen an den Käfig, aber sie wollen nicht reingehen." Diese oder eine ähnliche Erfahrung haben wohl schon viele Wellensittich-Halter gemacht.
Wenn man sich allerdings einmal die im Handel angebotenen Badehäuschen anschaut, ist vielleicht auch schnell die Ursache für die Ablehnung gefunden: Die Badehäuser sind so konzipiert, dass sie - mehr oder weniger, je nach Käfigmodell - gerade vor ein geöffnetes Türchen passen. D.h. sie sind recht schmal; um beispielsweise die Flügel auszubreiten, fehlt schlichtweg der Platz. Außerdem scheuen viele Wellensittiche auch die Überdachung und wagen sich deshalb nicht hinein.
Von diesen Problemen einmal abgesehen, lassen sich solche Badehäuschen häufig auch relativ schlecht reinigen.

Stellt man seinen Sittichen dagegen eine flache Schale oder Schüssel zur Verfügung, ist das Interesse am Wasser oft schon größer. Einige Plüschis lassen sich auch zusätzlich animieren, wenn man ein wenig mit der Hand im Wasser planscht und dabei ein paar Tropfen durch die Gegend spritzen.

Ist die Badeschale groß genug, finden sogar mehrere Vögel gleichzeitig darin Platz, was den Badespaß erhöht.
Von Vorteil ist, wenn der "Pool"einen nicht zu glatten Boden hat, damit die Welli-Füßchen genügend Halt finden. Außerdem sollte ein Material gewählt werden, das sich einfach und gründlich reinigen lässt.

Wellensittiche baden gern

Wasser ist nicht gleich Wasser

Das Badewasser sollte immer Trinkwasserqualität haben, denn die meisten Wellis genehmigen sich vor oder während des Bades einen Schluck. Darum sollte es mindestens einmal täglich, bei hohen Temperaturen häufiger, gewechselt werden. Das bei dieser Gelegenheit die Badeschale gründlich gereinigt werden muss, ist wohl für jeden verständlich.
Von Vorteil ist auch, wenn man das Gefäß zwischen den einzelnen Wasserschlachten richtig durchtrocknen lässt, um eine Ansiedlung von Bakterien und Keimen zu vermeiden.

Bei der Wassertiefe sollte man sich immer am kleinsten Vogel im Schwarm orientieren. Wellensittiche können nicht schwimmen und auch dem Zierlichsten muss die Möglichkeit gegeben sein, im Wasser bequem stehen zu können.

Auch auf die Temperatur sollte man achten. Das Wasser sollte weder zu warm noch zu kalt sein. Die meisten Wellensittiche mögen es lauwarm bzw. mit Zimmertemperatur.

Badende Wellensittiche

Planschen zwischen frischem Grün

Eine weitere Möglichkeit seinen Landratten das nasse Element im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft zu machen, ist, es mit ein paar Kräutern oder Salatblättern zu garnieren. So bietet der Badeausflug gleich noch die Gelegenheit, etwas Leckeres zu fressen. Außerdem lässt sich mit etwa schwimmenden Basilikumblättern auch prima spielen.

Petersilienbad

Umgekehrt funktioniert diese Variante meist noch besser: Hängt man z.B. ein Bund frisches Möhrengrün tropfnass auf, gibt es für viele Federbällchen kein Halten mehr! Denn auch im Grün oder in nassen Salatblättern kann man prima baden.

Doch eher ein Dusch-Welli?

Lässt sich ein Welli nun noch immer nicht zu einem Vollbad animieren - vielleicht bevorzugt er ja eine Dusche?!
Mit einer Blumenspritze kann man diese Idee leicht umsetzen. Achtung: Auch hier sollte grundsätzlich frisches Wasser verwendet werden und nicht solches, das schon einige Tage in der Spritze steht.

Welche Form von Sprühnebel der jeweilige Wellensittich bevorzugt, ist individuell und sollte vorsichtig ausgetestet werden.
Auch ist es unterschiedlich, ob ein Vogel lieber direkt angesprüht werden möchte oder es lieber mag, wenn die Tropfen von oben auf ihn herunter regnen.

Wer handwerklich ein wenig begabt ist, findet bei uns sogar eine Anleitung zum Bau einer Welli-Dusche, die die Kleinen auch nutzen können, ohne dass jemand zum Besprühen anwesend sein muss. (Link: Wellidusche)

Egal ob Sprühflasche oder Badeschale: Das entsprechende Gefäß sollte nur dem einen Zweck dienen und keine Restspuren von Reinigungsmitteln, Dünger oder ähnlichen gefährlichen Substanzen enthalten.

Noch nicht überzeugt?

Egal, welche Methode ausprobiert wurde: Der Welli ist immer noch nicht davon überzeugt, dass Baden oder Duschen eine tolle Sache ist?
Dann möchte er eben einfach nicht - das ist nicht schlimm.
Wellensittiche betreiben wie alle Vögel von sich aus eine intensive Gefiederpflege. Für ihre eigene Hygiene ist es nicht notwendig, dass sie baden. Es ist lediglich für viele eine willkommene Abwechslung.

Möchte ein Wellensittich also partout nicht baden, darf er nie dazu gezwungen werden!
Jeder Welli hat - wie jeder Mensch auch - seine eigenen Vorlieben und lässt sich vielleicht auch von badenden Artgenossen nicht davon überzeugen, sich selbst einmal in die Fluten zu stürzen.

Also ganz egal ob Wasserratte, Dusch-Welli oder Bademuffel - mit den richtigen Ideen kommt jeder Pieper auf seine Kosten!

Wellensittiche nach dem Baden
 

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Bealu

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