Sperlingspapageien

Sperlingspapageien (Forpus) gehören zu den Papageien (Psittacidae). Innerhalb der Papageien sind sie den Neuweltpapageien (Arini) zuzuordnen. Sperlingspapageien ordnet man in acht Arten ein: Blaugenick-Sperlingspapagei, Augenring -, Blaubürzel-, Grünbürzel-, Gelbmasken- und Blauflügelsperlingspapageien. Zudem gibt es Sclaters Sperlingspapageien und Kolumbianische Sperlingspapageien.

Benannt wurde ihre Art 1858 von Friedrich Boie.

Wildform und natürlicher Lebensraum

Die Vögel gehören zu den kleinsten Papageien überhaupt, sie werden nur 12 bis 13 cm groß. Ihr Schwanz ist kurz und sie wiegen nur ca. 30 Gramm. Wobei die Gelbmasken-Sperlingspapageien etwas größer sind und die Grünbürzel- und Blauflügel-Sperlingspapageien sogar noch kleiner sind und ca. 28 Gramm wiegen. Sperlingspapageien sind in der Wildform grün gefärbt. Die Hähne haben zudem je nach Unterart an verschiedenen Stellen eine Blaufärbung. So ist, wie der Name es vermuten lässt, bei den Blaugenick Sperlingspapageien die blaue Färbung im Nackenbereich. Bei den Blaubürzel-Sperlingspapageien ist demnach der Bürzel blau. Die Weibchen haben dieses blaue Gefieder nicht und man kann die Geschlechter deshalb gut unterscheiden.

Sperlingspapageien leben in Mexiko, den Tropen und Subtropen Mittelamerikas und im Norden Südamerikas. So lebt beispielsweise der Augenring-Sperlingspapagei im subtropischen und tropischen feuchten Wald, aber auch auf Ackerflächen und städtischen Gegenden. Grünbürzel-Sperlingspapageien haben ihren Lebensraum im Bereich Venezuela-Kolumbien-Nordostbrasilien, wo sie im offenen Baumland, aber auch in Busch- und Baumsteppen in Gruppen von bis zu 50 Vögeln leben.

Sie ernähren sich von trockenen und halbreifen Samen und Körnern. Außerdem fressen sie Knospen und Blüten - vor allem von Kakteen. Sie fliegen zur Nahrungssuche in Gruppen und nur am Tag.

Mit ungefähr einem Jahr sind die Tiere geschlechtsreif. Während Grünbürzel- und Blauflügelsperlingspapageien in der Zeit von Mai bis August brüten (vereinzelt auch im September bei entsprechenden klimatischen Verhältnissen), brütet der Augenringsperlingspapagei zwischen Dezember und April.

Die Sperlinge sind Höhlenbrüter. Sie brüten paarweise oder in kleinen Gruppen. Ihre Nester sind für gewöhnlich in einigen Metern Höhe zu finden. Je nach Unterart legt die Sperlingspapagei Henne zwischen drei bis sieben Eier, die in 20 bis 22 Tagen ausgebrütet werden. Sie legt die Eier in Abständen von ein bis zwei Tagen. Nach Schlupf der Küken wird von Sperlingspapageien Hahn und Henne zusammen gefüttert. Auch nach dem Verlassen des Nestes - nach etwa 35 bis 40 Tagen, sie sind inzwischen voll befiedert - werden die Küken noch drei bis vier Wochen lang von ihren Eltern versorgt. Mit Ende des ersten Lebensjahres haben junge Sperlingspapageien ihre endgültige Färbung erreicht. Sie haben eine Lebenserwartung von etwa 10 bis 15 Jahren.

Ihre Art ist nicht bedroht - die Population ist in den Wildlebensräumen stabil.

Domestikation

Genauere Angaben zu den ersten Sperlingspapageien in Europa sind nicht zu finden. Laut verschiedenen Quellen gibt es sie seit etwa Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts in Europa. Andere Quellen sprechen eher vom 18. Jahrhundert. Damals soll ein Blauflügel-Sperlingspapagei eingeführt und bereits nachgezüchtet worden sein.

Für verschiedene Nachzuchten lassen sich genauere Jahre erst ab etwa den 1920er-Jahren nennen. So soll 1925 in Deutschland ein Mexikanischer Sperlingspapagei nachgezüchtet worden sein. Augenring-Sperlingspapageien wurden seit 1931 gezüchtet.

Durch verschiedene Züchtungen gibt es mittlerweile auch Mutationen, so dass es bei verschiedenen Arten der kleinen Papageien verschiedene Farben gibt, besonders häufig sind Blau und Gelb vertreten. Sie gibt es aber auch als Schecken und Albinos, eine mögliche Kombination nennt man auch Blau-Schecken.

Sperlingspapagei

Haltung und Verhalten

Aufgrund der Herkunft der kleinen Papageien kann man sie nicht das ganze Jahr über in Außenvolieren halten. Sie brauchen eine Mindesttemperatur von zehn Grad. Ihr Käfig sollte mindestens 1m x 1m x 0,5 m (Breite x Tiefe x Höhe) groß sein und einen Gitterabstand von maximal 1,3 cm haben. Der Käfig sollte in einer ruhigen Ecke stehen, damit die Vögel einen ruhigen Rückzugsort haben.

Wie alle Papageienarten sollten auch Sperlingspapageien in Käfigen bzw. Volieren gehalten werden, die mit Naturholz ausgestattet sind. Naturholzsitzstangen sind wichtig für eine artgerechte Haltung, da sie die Füße der Vögel schonen und Knabberspaß bieten. Verschiedene Dicken sind hierbei wichtig - auch Seile könnten eine gute Alternative sein, sofern sie keine großen abstehenden Fransen besitzen. Als Schlafmöglichkeit bietet sich eine Schlafbox an, die aus drei geschlossenen Seiten und einer Sitzstange besteht. Außerdem sind Schaukeln eine gute Sitzplatzalternative.

Um ihrem Flugbedürfnis nachkommen zu können, ist es wichtig, dass den Tieren mehrstündiger Freiflug zur Verfügung gestellt wird. Beschäftigung können hierbei Vogelbäume und weitere Spielzeuge und Spielplätze sein. Zudem kann man sie mit Korköhren, Weidenkugeln und Heu erfreuen. Zum Baden ist eine flache Schale empfehlenswert. Auch sollte für diese Vögel eine UV-Licht-Lampe, wie es beispielsweise eine Birdlamp ist, vorhanden sein.

Oftmals wird als Futter einfaches Großsittichfutter angeboten, dies ist jedoch aufgrund der Sonnenblumenkerne weniger optimal für sie, da sie fettreiche Saaten den weniger fettreichen vorziehen und dies aufgrund der hohen Anzahl an aufgenommenen fettreichen Saaten zu Leberschäden führen kann. Als Leckerlies sind Sonnenblumenkerne jedoch geeignet, sofern sie nicht zu oft und zu viel gefüttert werden. Es sind Futtermittel für Grassittiche geeignet. Auch wenn die Tiere weitaus weniger Begeisterung für Frischkost empfinden wie die großen Arten, so soll auch ihnen immer etwas Frisches angeboten werden. Die Physalis, die aus ihren Heimatländern stammt, soll jedoch beliebt sein und häufig gefressen werden. Außerdem können viele Gräser und Kräuterarten angeboten werden. Zudem ist die Kolbenhirse eine beliebte Leckerei.

Wichtig ist auch der Punkt, dass sie niemals alleine gehalten werden dürfen! In der Regel werden die Tiere in der Heimtierhaltung als Pärchen gehalten. Wichtig ist hierbei darauf zu achten, dass es sich um ein gegengeschlechtliches Pärchen handelt, da sich gleichgeschlechtliche Paare spätestens aber der Brutreife ebenso wenig wie Geschwisterpärchen verstehen werden.

Bei genügend Platz und ausreichend Ausweichmöglichkeiten kann man die Papageien auch in einer Kleingruppe halten. Zu beachten ist dann jedoch, dass auch in diesem Fall immer von jedem Geschlecht gleich viele Vögel vorhanden sein müssen.

Sperlingspapageienpärchen verteidigen ihr Revier relativ ruppig und vehement. Ihrer Meinung nach besteht ihr Revier aus dem gesamten sichtbaren Bereich, also dem gesamten von ihnen belebten Raum.

Die hübschen Sperlingspapageien suchen selten den Kontakt zu ihren Besitzern, sie leben meistens unter sich, sodass auch hier gilt, dass die Papageien Beobachtungstiere sind und in den wenigsten Fällen zahm werden. Sie sind im Normalfall sehr ruhige Papageien, können aber durchaus auch 'ihre fünf Minuten' haben und lauter werden.

Wie viele andere Vögel auch haben sie ein großes Nagebedürfnis, sie lassen hierbei nichts außer Acht, sodass auch Vorhänge und Kabel angeknabbert werden - letztgenannte müssen deshalb besonders abgesichert und versteckt werden. Auch Bücher werden von den neugierigen Schnäbeln nicht verschont.

Am geeignetsten für die Privathaltung sind Blaugenick-Sperlingspapageien (Forpus coelestis) und Augenring-Sperlingspapageien. Andere Arten sind aggressiver und scheuer.

Vergesellschaftung - Sperlingspapagei mit Sperlingspapagei

Auch wenn Sperlingspapageien miteinander zu vergesellschaften sind, sollte man immer ein achtsames Auge auf seinen Schwarm werfen, da sie sich leicht in die Wolle kriegen können. Wichtig ist auch hierbei: Nur artgleiche Tiere vergesellschaften, niemals unterschiedliche Sperlingspapageienarten miteinander.

Sperlingspapagei mit anderen Vogelarten

Sperlingspapageien sollten niemals mit anderen Vogelarten vergesellschaftet werden, da sie ihr Revier aggressiv verteidigen können und durchaus zuhacken, wenn ihnen etwas nicht passt. Aufgrund des großen Schnabels sind dann zumindest kleinere Arten eindeutig im Nachteil. Wenn man Sperlingspapageien also zusätzlich zu seinen Wellensittichen halten möchte, muss eine ständige räumliche Trennung gewährleistet sein, um seine Wellensittiche nicht einer unnötigen Gefahr auszusetzen.

 

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Ahlcaussie

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