Wellensittichschutz im Alltag - was kann ich tun?

Jeder, der etwas für den Tierschutz im Allgemeinen und den Wellensittichschutz im Besonderen tun möchte, kann dies tun. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, aktiv zu werden. Dabei gibt es kein "richtig" oder "falsch", oft schon können kleine Dinge die Lebensumstände von Wellensittichen verbessern.
Tierschutz fängt beispielsweise bei der Überlegung an, sich einen Wellensittich oder ein anderes Tier anzuschaffen. Man sollte daher im Vorfeld gut abwägen, welches Haustier zu einem passt. Es ist unbedingt notwendig, sich ausführlich über die Grundbedürfnisse der jeweiligen Tierart zu informieren. Die Anschaffung eines Tieres darf nie aus einem spontanen Impuls heraus erfolgen und sofort umgesetzt werden.
Wer sich Wellensittiche zulegt, darf die Tiere nicht einzeln halten, sollte ihnen täglichen mehrstündigen Freiflug gewähren, für eine gesunde Ernährung sorgen und ein artgerechtes Zuhause bieten. Tierschutz bedeutet auch, sich der lebenslangen Verantwortung bewusst zu sein.
Im Folgenden sind einige Punkte aufgeführt, deren Umsetzung schon einen wichtigen Teil zu praktiziertem Tierschutz beitragen können:

Den richtigen Vogel suchen und finden:
Tierschützer suchen sich keinen Wellensittich mit einer speziellen Statur oder mit besonders ausgefallenen Farben aus. Vögel aus einer reinen Schauwellensittichzucht oder einer gezielten Farbzucht sollten daher nicht gekauft werden. Die geplante Zusammenführung von Wellensittichen mit dem Ziel, bestimmte Zuchterfolge zu erreichen oder um auf Ausstellungen Preise zu gewinnen, verletzt die Würde der Tiere. Der Wellensittich wird nicht als Lebewesen mit eigenem Charakter betrachtet, sondern befriedigt als Objekt in erster Linie die Bedürfnisse des Menschen.
Weiterführende Informationen zum verantwortungsbewussten Erwerb eines Wellensittichs finden sich in unserem Artikel über den Kauf von Wellensittichen

Bewusstes Einkaufen von artgerechtem Zubehör: Wer selbst schon zwei oder noch mehr gefiederte Freunde zu Hause beherbergt, erweist seinen Wellensittichen damit einen Liebesdienst. Eine artgerechte Ausstattung mit entsprechenden Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten fördert die Gesundheit der kleinen Australier. Indem man Plastikstangen, Spiegel und anderes nicht-artgerechtes Spielzeug aus dem eigenen Sortiment verbannt, nimmt man als Kunde Einfluss auf das Warenangebot im Handel. Mit der Nachfrage nach artgerechtem Zubehör wird auch ein Bewusstsein für die eigentlichen Bedürfnisse der Vögel geschaffen.

Informationen verbreiten und Aufklärung betreiben: Wer Zeit und Muße hat, kann an Infoständen bei Tierheimfesten oder anderen Veranstaltungen aktiv Wellensittichschutz betreiben. Im Tierschutz sind freiwillige Helfer immer willkommen und werden dringend gebraucht.

Sachspenden/Geldspenden geben: Wer keinen Platz und/oder keine Zeit hat, um einem eigenen Tier ein schönes Zuhause zu bieten, kann Tierschutzvereine /-Organisationen mit Sach- oder Geldspenden unterstützen.

Petitionen unterschreiben: Das Unterschreiben einer Petition ist ein wirksames Mittel um Veränderungen zu initiieren und Druck auf amtliche Stellen auszuüben. Viele Petitionen befinden sich bereits im Internet, mit einem einfachen "Klick" steigt die Anzahl der Mitstreiter.

Pflegestellen anbieten: Wer Erfahrung mit Wellensittichen hat und zudem noch Zeit und Platz, könnte sich als Pflegestelle zur Verfügung stellen. Viele Tierheime sind auf Ziervögel nicht ausgerichtet und in Notfällen auf Pflegestellen dringend angewiesen.

Fahrdienste: Mancher Wellensittichfreund besitzt kein Auto und folglich kann sich der Transport eines Vermittlungsvogels schwierig gestalten. Wer mit seinem Auto einen Wellensittich mitnehmen möchte, kann sich bei verschiedenen Vogelforen anmelden und seine Transportstrecke dort angeben.
Ehrenamtliche Fahrdienste sind auch Tierheimen eine große Hilfe, um beispielsweise Futterspenden abzuholen oder um Transporte zum/vom Tierarzt zu erledigen.

Weitere Tätigkeitsfelder:
Viele Tierschutzorganisationen und verschiedenste Umweltorganisationen versuchen durch pädagogische Projekte in Kindergärten, Schulen (z. B. Betreuung von Projektwochen) und Horten einen nachhaltigen Bezug zu Tieren herzustellen. Kreative Köpfe, die Spaß an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben, sind auch hier eine willkommene Unterstützung.
Weiter ist es möglich, sich als Ansprechperson in Nachbarschaftsvereinen oder in Altersheimen zur Verfügung zu stellen und auf diese Weise aktiv werden. Gerade in Seniorenanlagen leben viele Wellensittiche, die nicht immer artgerecht gehalten werden. Aufklärungsarbeit kann beispielsweise durch regelmäßige Besuche erfolgen, in dem man anhand anschaulicher Infomaterialien den Bewohnern und dem Personal das Thema versucht näher zu bringen. Hier ist allerdings häufig ein behutsames Vorgehen nötig. Es gibt Heimbewohner, die ein sehr inniges Verhältnis zu ihrem Einzelvogel pflegen. Der Prozess einer erfolgreichen Aufklärungsarbeit bedarf einer sensiblen Begleitung.

Am 04. Oktober wird jährlich der Welttierschutztag begangen, dem Tag der Heiligsprechung des Franz von Assisi.
Franz von Assisi (1182 bis 1226) hatte sich schon damals sehr für das Wohl der gesamten Schöpfung eingesetzt. Er gilt als Schutzpatron der Tierärzte und seine Person dient vielen Tierschützern auch heute noch als Vorbild.
Tierschutz sollte jeden Tag ein bisschen erfolgen, denn auch mit kleinen Schritten ist es möglich - durch Kontinuität und mit Besonnenheit - Veränderungen herbeizuführen.

 

Bewertung: 55 Sterne von 1 User

Feli

Einloggen zum Kommentieren

Benutzer:
Passwort:
Damit Du Dich einloggen kannst, muß Dein Browser Cookies akzeptieren.
Du bist noch nicht registriert?