Erkrankung der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse ist ein Organ welches Enzyme produziert. Lateinisch heißt sie Pankreas. Sie liegt dem Dünndarm eng und ist sehr wichtig für die Ausbildung von normalem Kot. Mittels eines Ausführungsganges werden die Enzyme in den Darm abgegeben, um hier Verdauungsprozesse in Gang zu setzen und zu beschleunigen. Nur dadurch kann die Nahrung optimal aufgespalten werden und steht dem Körper zur Verfügung. Ohne die Bauchspeicheldrüse käme es schnell zu Mangelerscheinungen, Abmagerung, fehlerhafter Bildung von Kot und zum Versterben des Tieres.

Zudem bildet die Bauchspeicheldrüse Insulin. Dieses Hormon regelt den Blutzuckerspiegel und sorgt dafür, dass Zucker für die Zellen als Energielieferant zur Verfügung steht. Ohne Insulin würde der Blutzuckerspiegel bedrohlich steigen, diese Erkrankung nennt man Diabetes oder Zuckerkrankheit.

Diabetes

Wellensittiche können an Diabetes erkranken, jedoch ist diese Erkrankung extrem selten. Symptome eines Diabetes sind auffallend vermehrtes Trinken, sowie Trübungen der Linsen mit folgender Erblindung.

Eine Therapie beim Wellensittich ist schwierig. Im Grunde müssten Vögel dreimal täglich Insulin injiziert, also gespritzt bekommen. Allein der damit verbundene Stress ist in den meisten Fällen kontraproduktiv und für die meisten Wellensittichbesitzer schlichtweg nicht tragbar und gar nicht durchführbar. Eine Insulingabe über den Schnabel ist möglich, allerdings von der Dosierung her schwierig. Ebenso wie regelmäßiges Messen des Blutzuckerspiegels. Plötzliche Todesfälle bei Wellis sind daher leider häufig.

Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse

Wesentlich häufiger ist die Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse, auch Bauchspeicheldrüseninsuffizienz genannt. Auffallend hierbei ist, dass der Wellensittich sehr große Kothaufen absetzt, wobei der Kot sehr hell, fast schon zementartig ist. Kot- und Harnanteil können manchmal nicht mehr unterschieden werden. Häufig geht es dem Vogel dabei gut, erst später fallen Abmagerung und ein schier unstillbarer Appetit auf. Die Wellis fressen zum Teil Unmengen. Häufig werden aber sehr große Mengen Kot abgesetzt.

Kot Bauchspeicheldrüsen-Erkrankung

Ursache und Diagnose

Die Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse können unterschiedliche Ursachen haben und oft kann der Auslöser nicht mehr festgestellt werden. Weibliche, wie männliche Vögel sind gleichermaßen betroffen, ältere Tiere jedoch häufiger, als jüngere. Die Ursachen können Entzündungen des Pancreas sein – z. B. durch Bakterien, aber auch Tumore treten in diesem Bereich auf. Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse sieht man auch nach Zinkvergiftungen oder anderen Schwermetallvergiftungen beim Wellensittich. Auch das Paramyxovirus steht im Verdacht ursächlich für eine veränderte Bauchspeicheldrüse zu sein.

Hat man den Verdacht, sollte man schnellstmöglich einen Termin zur Behandlung beim vogelkundigen Tierarzt machen. Hierfür setzt man den Vogel am besten in einen kleinen Reisekäfig und nimmt als Bodengrund Zellstoff, oder ein Blatt Papier. Auch ein aufgeschnittener Gefrierbeutel ist möglich. Wichtig ist, dass der Kot, den der Wellensittich im Reisekäfig absetzt, nicht durch Sand oder Späne verschmutzt werden kann. Dies erschwert den vogelkundigen Tierärzten die Untersuchung des Kots.

Behandlung

Handelt es sich bei dem Problem um eine bakteriell bedingte Entzündung der Bauchspeicheldrüse, kann der Tierarzt dem Welli ein Antibiotikum verabreichen und mit etwas Glück heilt die Erkrankung aus und es kommt nicht in Folge zu einer Unterfunktion des Organs. Die Bauchspeicheldrüsenentzündung heißt auf lateinisch Pankreatitis.

Bei einer bestehenden Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse empfiehlt es sich weiches Futter, Kochfutter oder sehr runde, leicht verdauliche Körner dem Wellensittich zu füttern. Das Fressen von Futter sollte in jedem Fall erleichtert werden. Mit diesem Beitrag kann man das Leben und die Verdauung der Körner den Tiere viel leichter machen.

Das Futter muss in jedem Fall mit einem Pancreasenzym, welches man beim Tierarzt nach der Diagnose kaufen kann, angereichert werden. Man nennt es substituieren. Das heißt man ersetzt das im Körper fehlende Enzym durch käufliches Medikament in Pulverform, welches diese enthält, um der Krankheit entgegen zu wirken. Dadurch kann beim Welli die Bildung der Ausscheidung wieder normal werden. Da das Pulver weder gut riecht, noch schmeckt, kann es sein, dass der Wellensittich das Medikament aus dem Kropf wieder hervorbringt. Ist es jedoch erst einmal im Magen angekommen, wird es später im Darm seine Wirkung tun. Hier muss der Besitzer die Eingabe in jedem Fall üben.

Oftmals ist die Krankheit chronisch und die Behandlung muss ein Leben lang jeden Tag erfolgen.

Autor: Dr. Martina Schmoock

 

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