Einzug in ein neues Zuhause – Die ersten Tage

Vorher

Bevor die neuen Wellensittiche wirklich einziehen können, muss ihr zukünftiger Käfig vollständig aufgebaut und eingerichtet an seinem endgültigen Standort stehen, damit für die nächsten Tage das Herumhantieren in und am Käfig auf ein Minimum reduziert wird. Futter, Wasser und vielleicht auch eine Begrüßungskolbenhirse sollten vor der Fahrt zu Zoogeschäft, Züchter oder Tierheim ebenfalls frisch fertig gemacht werden. Es ist immer günstig, für das Datum des Einzuges einen möglichst ruhigen Tag zu wählen, um den Neuankömmlingen unnötigen Zusatzstress zu ersparen.

Einzug

Angekommen

Ist man mit den Wellensittichen in ihrem neuen Zuhause angekommen, sollte man ihnen als Erstes Ruhe gönnen. Für die Vögel ist alles neu, viele ungewohnte Eindrücke prasseln auf sie ein, die alle verarbeitet werden wollen. Darum ist es ratsam, die Kleinen so behutsam wie möglich von ihrem Transportbehältnis in den Käfig zu setzen und dann einfach auf Abstand zu gehen. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn man den Eindruck hat, die Wellensittiche würden starr auf einem Fleck sitzen und sich keinen Millimeter rühren. Das ist für die oft verängstigten Tiere eine ganz typische Verhaltensweise, die sich mit der Zeit geben wird.

Sehr häufig bekommen die Vögel direkt nach ihrem Einzug Durchfall. Das ist eine ganz normale Reaktion des Körpers auf den Stress und an sich kein Grund zur Besorgnis. Allerdings sollte sich der Kot nach spätestens einem Tag wieder normalisiert haben. Ist das nicht der Fall, kann es ein Anzeichen für eine Krankheit darstellen und die Ursache muss von einem vogelkundigen Tierarzt abgeklärt werden. Selbst mit irgendwelchen Hausmittelchen herumzuexperimentieren ist gefährlich und zögert eine sinnvolle Behandlung nur unnötig heraus.

Die ersten Tage

Oft sorgen sich Wellensittich-Neulinge um ihren Familienzuwachs, da sie ihn in den ersten Tagen nicht unbedingt fressen oder trinken sehen. Das hat zumeist einen ganz simplen Grund: Die noch recht verschreckten Tiere trauen sich viel eher in einem unbeobachteten Moment an Futter und Wasser heran. Darum ist es sinnvoll, sich nicht die ganze Zeit in ihrer Nähe aufzuhalten und sie wohlmöglich noch anzustarren, sondern auch einfach eine zeitlang den Raum zu verlassen. Schließlich haben die Wellensittiche in ihrem Käfig alles was sie brauchen – sie finden es für gewöhnlich von ganz allein, sobald Hunger und Neugierde überwiegen, so dass ein Eingreifen von den Federlosen in aller Regel nicht nötig ist.

Auch sollte man von den kleinen Tieren nicht gleich erwarten, dass von Beginn an munter drauf los gezwitschert wird. Häufig erscheinen Wellensittiche in der ersten Zeit fast stumm. Das liegt daran, dass die Tiere allgemein nur dann vor sich hin erzählen, wenn sie sich wohl und sicher fühlen. Bis sich dieses Gefühl einstellt, dauert es allerdings seine Zeit.

Allgemein darf man keine zu hohen Erwartungen in die Neuankömmlinge setzen und sie mit Annäherungsversuchen verschiedenster Art überfordern – etwaige Zähmungsversuche, wohlmöglich noch mit der Hand im Käfig, sind in der ersten Zeit unangebracht. Futter- und Wasserwechsel sollten ruhig und vorsichtig vorgenommen werden, um die Tiere nicht unnötig zu verschrecken. Redet man während dieser Prozedur leise mit den Vögeln, hat das meist einen beruhigenden Effekt – sowohl für Tiere als auch Halter. Trotz aller Behutsamkeit sind die alltäglichen Arbeiten möglichst zügig zu verrichten, ohne jedoch eine Hektik zu verbreiten.

Ein Eingangscheck ist, sofern sich der anfängliche Durchfall schnell wieder normalisiert hat, am besten 3-4 Tage nach dem Einzug von einem vogelkundigen Tierarzt durchführen zu lassen – auch wenn die Vögel einen an sich gesunden Eindruck machen.

Auch für den ersten Freiflug ist es nach einigen Tagen Zeit. Im Übrigen ist es ein weit verbreiteter Irrglaube, dass die Wellensittiche vorher handzahm sein müssten.

Haben sich die Vögel etwas eingelebt und mit ihrer Umgebung vertraut gemacht, kann man als Mensch langsam versuchen, ihr Vertrauen zu gewinnen. Hierfür ganz wichtig: Geduld.

Vielleicht hilft es, sich einmal vorzustellen, wie man sich selbst als Mensch in einer völlig neuen Umgebung fühlt – vielleicht ängstlich, hilflos, überfordert, verstört, unsicher … Jeder braucht dann seine Zeit, um mit der ungewohnten Situation warm zu werden und aufzutauen, um dann seine neue Heimat auf eigene Faust zu erkunden. Genauso geht es einem Wellensittich, wenn er bei uns Federlosen einzieht. Und wie auch bei uns Menschen gilt ebenso bei ihm: Mit einem Freund zusammen ist man mutiger und traut sich eher etwas. Darum: Gleich von Anfang an bitte immer zu Zweit!

 

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Bealu

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