Propolis für Wellensittiche

Von geflügelten Insekten für unsere kleinen geflügelten Australier, ist Propolis ein wahres Wunderwerk der Natur. Eine Art Universalmedizin. Wem es vielleicht in der Humanmedizin schon einmal begegnet ist, der kennt Propolis zur Anwendung bei vielerlei Beschwerden oder gar zur wirksamen Vorbeugung.

Doch was ist Propolis überhaupt?

Es trägt vielfältige Namen wie Kittharz, Bienenharz, Bienenleim, Bienenkittharz oder gar Kittwachs und wird von den Bienen im Bienenstock verbaut. Bienen schützen durch Propolis ihren Bienenstaat vor Krankheiten. Das Klima in einem Bienenstock begünstigt nämlich selbige und so haben Bienen gelernt ihre eigenen „Medikamente“ zu entwickeln um besonders ihre sensible Brut zu schützen, die für das Fortbestehen eines funktionierenden Bienestaates nötig ist. Eine Epidemie wäre das Ende einer jeden Bienenpopulation. Doch zurück zum Propolis selbst. All die genannten Namen beinhalten grob die eigentlichen Bestandteile von Propolis.

Denn es besteht aus folgenden wertvollen Inhaltsstoffen:
ca. 57 % Pollenbalm / Pollenbalsam mit Harzartiger jedoch fester Textur – nicht klebrig
ca. 29 % Wachs
ca. 9 % natürliche und ätherische Pflanzenölen
ca. 5 % Blütenpollen und Blütenstaub

vermischt mit dem Speichelsekret der Biene, welches das Gesamte etwas fermentiert.

Die Zusammensetzung schwankt oftmals, da es sich hierbei um ein von Bienen hergestelltes und somit absolut natürliches Produkt handelt. Die unterschiedliche Zusammensetzung zeigt jedoch keine prägnanten Unterschiede in der Wirkungsweise.

Die oben genannten Bestandteile bilden in ihrer Gesamtheit das wertvolle Propolis, welchem drei wichtige Hauptwirkungen zugeschrieben werden.

Propolis wirkt:
• Antibakteriell (gegen Bakterien)
• Antiviral bzw. virostatisch (gegen Viren)
• Antimykotisch (gegen Pilze)

Weitere positive Wirkungen von Propolis:

• Antioxidativ (als sogenannter Radikalfänger)
• Wundheilung wird gefördert (fördert Granulation)
• Allgemein Zytotoxische Wirkung (positiv unterstützend bei Tumorerkrankungen)
• Immunsystem wird gestärkt

Diese Wirkungen, die zwar schon den Griechen, alten Ägyptern sowie Chinesen bekannt waren und genutzt wurden, haben jedoch erst vor einigen Jahrzehnten wieder neu an Relevanz gewonnen für die heutige Medizin. So auch in der Tierheilkunde und besonders in der Behandlung von Ziervögeln. Propolis findet so jeweils einen Platz in der Behandlung oder Vorbeugung von allerlei Arten von Entzündungen, viralen oder bakteriellen Infektionen, Verdauungsbeschwerden, Pilzinfektionen, chronischen Grunderkrankungen und dient der Stärkung der Abwehrkräfte.

Wann und wie kann Propolis angewendet werden?

Wichtig hierbei ist, dass Propolis, egal ob präventiv (zur Vorbeugung) oder auch kurativ (zur Behandlung) immer nur nach Absprache mit dem vogelkundigen Tierarzt (vkTa) gegeben werden sollte. Dieser kann genau abstimmen, ob eine Gabe sinnvoll ist, in welcher genauen Dosierung sie zu erfolgen hat, oder ob sich dadurch unter Umständen Nachteile für den Vogel ergeben könnten.

Auch wenn Propolis frei erhältlich und ein natürliches Produkt ist, so bedeutet das nie, dass es eigenmächtig oder gar in überhöhter Dosierung verabreicht werden sollte. Wirkung kann auch immer Nebenwirkung oder gar Wechselwirkung bedeuten. Dabei ist es durch einen Laien nicht beurteilbar, in welcher Komplexheit Propolis im Zusammenspiel mit Organschäden, Grunderkrankungen oder begleitender Medikamentengabe wirkt.

Gerade bei solchen Fällen sollte immer ganz besonders von einem Spezialisten (in diesem Fall der vkTa) eine Wechselwirkung oder ein schlechter Einfluss ausgeschlossen werden. Auch wenn solche Dinge recht selten in Erscheinung treten, sollte man hier den sicheren Weg wählen. Ist der Vogel dem vkTa bekannt, reicht oft schon eine kurze telefonische Nachfrage wie eine genaue Versorgung mit Propolis anzusetzen ist.

Im Ernstfall oder bei akut auftretenden Erkrankungen sollte eine Propolistherapie nie den Gang zum vkTa ersetzen!

In welcher Form ist Propolis erhältlich und welche Darreichung eignet sich am besten?

Propolis gibt es in verschiedenen Darreichungsformen:

• Propolis Kügelchen (natürliche Form von in Kügelchen geformtem, naturbelassen)
• Propolis Pulver (pulverisierte, feine Form)
• Propolis Granulat (gröberes Pulver, Propolis Bruch, kantig)
• Propolis Tropfen (gelöste Form mit oder ohne Alkohol erhältlich)
• Propolis Globuli (unterschiedliche Potenzen auf Milchzuckerkügelchen)

Propolis

In welcher Darreichungsform eignet es sich nun besonders gut für einen Vogel?

Die naturbelassenen Propoliskugeln können von größeren Vögeln laut vkTa durchaus auch so dargereicht werden. Da es einen etwas bitteren Geschmack besitzen kann, ist es in dieser Form nicht sonderlich beliebt und wird so von den meisten Vögeln verschmäht.

Pulver ist hingegen besonders gut geeignet, wenn es übers Frischfutter (z.B. Gurke, Quell- oder Keimfutter) gestäubt wird und somit vom Vogel aufgenommen wird.

Das Granulat gestaltet sich ähnlich in der Darreichungsart wie die Kügelchen. Versuchsweise je nach Vogel, kann es durchaus funktionieren, in dem es ebenso wie das Pulver über Frischkost angeboten wird. Es gibt auch die Möglichkeit Propoliskekse zu backen. Als Grundlage dient ein üblicher Wellensittichkeksteig, der komplett verarbeitet wird. Sind die Kekse fertig gebacken werden sie noch warm angefeuchtet und mit etwas Propolispulver oder Granulat bestreut.

Hier ist jeweils schwer nachvollziehbar ob die Dosierung eingehalten werden kann, da nicht genau kontrollierbar ist, was tatsächlich vom Vogel aufgenommen wird.

Kapseln

Propolis Globuli können entweder von manchen Vögeln mit etwas Übung so verknuspert und aufgenommen werden, oder aber sie werden mit etwas Wasser aufgelöst und als Lösung verabreicht. Zu beachten ist hier, dass der Grundstoff für Globuli meist Milchzucker ist. Somit ist Achtung bei Wellensittichen gegeben, die an Megas erkrankt sind.

Die verbreiteste Methode ist die Verabreichung von Propolis in Tropfenform. Es gibt hierbei zu beachten, dass es zwei verschiedene Grundlösungen gibt. In Alkohol gelöstes Propolis und Lösungen mit anderen Trägersubstanzen (meist Wasser).

Die Fachwelt ist sich nicht immer einig was die Gabe von alkoholhaltigen Tropfen angeht.

Es gibt die Meinung, dass ein Eintropfender alkoholhaltigen Tropfen in heißes Wasser dazu führt, dass der Alkohol verdampft und der Wirkstoff dennoch erhalten bleibt. Ist diese Flüssigkeit dann abgekühlt, kann sie dem Vogel zum Trinken bereit gestellt werden. Meist bildet sich beim eintropfen von alkoholhaltigen Propolis Tropfen auf der Wasseroberfläche eine Art Film. Dies ist das im Propolis enthaltene Wachs und Öl. Manche Vögel nehmen es in der Form so nicht mehr auf und warten bis sich der Wirkstoff am Boden des Näpfchens abgesetzt hat. Die Wirkung ist dadurch eingeschränkt. Bei wässrigen Propolis Tropfen kann man dies meist umgehen, denn es bildet eine einheitliche Lösung zur Aufnahme. Die Tendenz geht somit eindeutig zu wässrigen Tropfenlösungen. Viele Vogelhalter und vkTa ziehen diese somit der Verabreichung der alkoholhaltigen Tropfenalternative vor.

Zu beachten ist, dass Propolis zu den homöopathischen Medikamenten gezählt wird, sofern es sich um eine potentierte Darreichungsform handelt. Hier ist es zu empfehlen, die Trinklösung in Glasgefäßen bereitzustellen, da die Wirkung durch Kontakt mit metallischen Materialien (z.B. Edelstahlnäpfchen) nicht gewährleistet bzw. negativ beeinflusst wird.

Propolis und Megas

Während reine Blütenpollen, die einen ähnlich positive Wirkung für den Vogelorganismus besitzen, für Megaträger eher ungeeignet sind aufgrund ihres Zuckergehaltes, stellt Propolis für solche Patienten eine optimale und zuckerfreie Variante zur Versorgung dar.

Besonders in der Behandlung von Megapatienten zeigte Propolis überzeugende Erfolge durch seine antimykotische Wirkung. Nach Absprache kann eine dauerhaft präventive Gabe von Propolis bei solchen Vögeln erfolgen und wirkt so auf doppelte Weise. Zum einen durch Stärkung des Immunsystems. Zum anderen direkt an der Ursache, in dem es den Pilz bekämpft, der die Megas auslöst. Hierbei gilt es jedoch zu wissen, dass die Gabe von Globuli eher ausscheiden sollte, da diese wie bereits genannt aus Milchzucker bestehen. Zwar geben viele Kritiker an, dass in solche einem Fall bei Herstellen einer Propolis-Globuli-Lösung der Zuckergehalt zu vernachlässigen wäre, da er sich in der Gesamtlösung verlieren würde, aber so lange es gute Alternativen gibt wollen wir der Vollständigkeit wegen diesen Hinweis nicht vorenthalten.

Für welche Darreichungsform sich ein jeder entscheiden möchte richtet sich nach dem Wesen des Vogels selbst und dem Belieben des Halters. Nach Absprache mit dem vkTa lässt sich aber neben der Dosierung sicher auch die passende Darreichungsform finden.

Wo kann ich Propolis kaufen?

Es gibt eine Vielzahl von Quellen, bei denen man Propolis in guter Qualität beziehen kann.

Beim Imker direkt gibt es oft schon diverse Propolis Produkte zu kaufen, aber auch in Reformhäusern, Apotheken und im Onlineversand für Mensch und Tier sind unter der Schlagwortsuche schnell gute Angebote zu finden.

Auch manche vkTa sind bereits damit bestückt und geben die passende Propolismenge schon zur Behandlung mit.

So lässt sich umfassend sagen, dass nicht nur wir Menschen und die Bienen selbst von dem Schatz profitieren können, sondern auch unsere Gefiederten vom Schatz der kleinen fleißigen Bienen ihren Nutzen ziehen können. Die gesundheitsfördernde und stärkende Wirkung von Propolis auszuprobieren obliegt nun Euch.

 

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Ive84

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