Sonnensittiche

Systematik

Der Sonnensittich gehört zu den Papageien, dessen wissenschaftlicher Name Aratinga Solstitialis ist. Der Papagei gehört der Gattung der Keilschwanzsittiche an. Unterarten dieser Vögel gibt es nicht. Sonnensittiche stammen aus dem nordöstlichen Südamerika.

Die Wildform und ihr natürlicher Lebensraum

Zwischen den Männchen und den Weibchen gibt es keine äußerliche Farbunterschiede. Hauptsächlich tragen sie die Farben gelb, orange und rot. Die Flügel sind gelb und die Schwingen größtenteils grün. Die Handschwingen sind dunkelblau. Handschwingen sind die großen und kräftigen Federn der Flügel. Der Rücken und die Wangen sind orangerot gefärbt. Die Schwanzfedern sind oberhalb olivgrün und unterhalb etwas dunkler. Der Schnabel ist dunkelgrau, die Beine eher hellgrau. Sie haben eine dunkelbraune Iris.

Die schönen Sittiche sind zwischen 28 cm und 30 cm groß und wiegen in etwa 120 Gramm. Jungvögel sind etwa bis zu ihrem 9. Lebensmonat gelbgrün. Erst danach prägen sie ihre richtige Farbe aus.

sonnensittiche

Sonnensittiche haben einen schrillen und zweisilbigen Ruf und stoßen diesen oft in Bäumen oder während des Fluges aus. Fliegen können sie sehr schnell. In der Haltung brauchen sie daher auch eine sehr große Voliere.

Die Vögel leben in kleinen Gruppen von etwa 12 Sittichen oder auch hin und wieder in großen Schwärmen, gerade während der Futtersuche können es bis zu 30 Papageien werden. Ihre Nahrung besteht aus Samen, Früchten, Beeren, Nüsse, Blüten und am Boden zu findende Kaktusfrüchte. Fliegen die Vögel im Schwarm, so rufen sie sehr laut. Aber während der Futtersuche stellen sie diese Rufe ein.

In Wäldern, Palmenhainen und Savannen in Nordbrasilien, Guyana und Venezuela sind sie zuhause.

Eigentlich kann sich der Sonnensittich das ganze Jahr über fortpflanzen, doch die hauptsächliche Brutzeit geht von Dezember bis April. Sie brüten etwa 2 bis 3 mal im Jahr. Beliebte Bruthöhlen sind alte Baumstämme oder Palmen. Das Weibchen brütet alleine, aber das Männchen bleibt immer in der Nähe und nachts kann es auch schon mal sein, dass sich dieser mit in die Bruthöhle setzt. Die 2 bis 6 Eier werden von der Henne etwa 23 Tage lang bebrütet. Nachdem die Küken geschlüpft sind, werden sie von beiden Elternteilen ernährt. Jungvögel werden mit etwa 50 Tagen flügge, bleiben dennoch eine Zeit von etwa 3 Wochen bei ihren Eltern. Geschlechtsreif sind sie mit etwa 2 Jahren. Sonnensittiche werden etwa 20 bis 30 Jahre alt.

Auch die Zucht soll nicht kompliziert sein. Es wird in einer Höhle (Nistkasten) gebrütet und ie Umgebungstemperatur sollte warm sein. Das Zuchtpaar sollte dabei unbedingt einzeln als Paar gehalten werden, da sie sehr aggressiv sind während der Brut, und andere Tiere darunter leiden würden. Es sollten nicht mehr als zwei Bruten pro Jahr stattfinden, auch wenn sie unter guten Bedingungen noch öfter brüten könnten.

Sonnensittiche galten eine Zeit lang als häufig vorkommende Art, doch mittlerweile ist der Bestand stark zurück gegangen, so dass sie nun in freier Wildbahn schon als bedroht angesehen werden. Die Zahl der wildlebenden Sonnensittiche wird nur noch auf 1000 bis 2500 Tiere geschätzt. Die Zahl sinkt aber weiterhin.

Bild vom Sonnensittich

Haltung von Sonensittichen

Eine Voliere aus Metall für Innenbereich oder eine Metallaußenvoliere mit frostfreiem Schutzhaus wäre sehr sinnvoll. Für die Käfighaltung sind sie nicht geeignet, auch wenn ihnen ganztägig Freiflug gewährleistet ist. Die Mindestmaße für ein Pärchen sollten 3 m x 1 m x 2 m (LxBxH) betragen. Der Volierendraht sollte nicht zu dünn gewählt werden, da die Sonnensittiche gerne nagen und einen kräftigen Schnabel haben und diesen dann schnell durch beißen könnten.

Auf Grund der Lebendigkeit der Tiere und ihrer Neugierde, werden sie leicht zutraulich und zahm. Das Verhalten der Großsittiche ist sehr interessant.

Bevor man sich diese Tiere zulegen möchte, sollte man mit den Nachbarn und dem Vermieter sprechen, denn die Tiere können sehr laut werden. Von daher sind sie eher nicht als Wohnungstiere geeignet.

Sonnensittiche sind sehr verspielte Tiere. Durch ihre Aufgeschlossenheit gewinnen sie relativ schnell Vertrauen zu den Menschen. Aber auch anderen Artgenossen gegenüber sind sie sehr sozial. Die Tiere haben einen sehr lauten und schrillen Ruf, je mehr sie sich an die Menschen gewöhnen, desto leiser werden sie, aber diese lauten und schrillen Lautäußerungen werden die Sittiche nicht ablegen. Sie können relativ schnell Geräusche nachahmen. Baden ist ein sehr beliebtes Verhalten, deswegen sollte man ihnen regelmäßig etwas zum Baden hinstellen.

Ernährung von Sonnensittichen

Wer Sonnensittiche hält, sollte sich ein wenig mit der Nahrung auseinandersetzen um die Gesundheit der Tiere nicht zu gefährden. Sie fressen Kolbenhirse, Obst, Beeren und Gemüse. Ebenso kann man ihnen Grünfutter und Großsittichfutter zu fressen geben. Da sollte man aber darauf achten, dass dieses Futter aus Negersaat, Weizen, Hanf, Hafer, Paddyreis, Wildsamen, Grassamen und Sonnenblumenkernen besteht. Desweiteren kann man ihnen hin und wieder Keimfutter und Maiskolben reichen. Über frische Zweige freuen sich die Vögel auch, denn sie nagen sehr gerne.

Vergesellschaftung mit Sonnensittichen

Sonnensittiche sollten nicht mit anderen Vögeln vergesellschaftet werden, denn sie können sehr aggressiv werden, vor allem während der Brutsaison. Eine Vergesellschaftung mit Wellensittichen ist keinesfalls möglich. Mit anderen Keilschwanzsittichen wie dem Jendayasittich, Goldscheitelsittich oder dessen Unterart, dem Goldkappensittich können sie in einer sehr großen Voliere gehalten werden, aber auch da ist Vorsicht geboten. Es kann gut gehen, muss aber nicht. Da die Sittiche sehr soziale Tiere sind, ist es besser sie mit ihresgleichen unter zu bringen. Nicht selten sieht man mehrere Sonnensittiche eng aneinander gekuschelt.

Für Anfänger in der Vogelhaltung sind diese Tiere nicht geeignet.

 

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