Legezwang beim Wellensittich

Was ist Legezwang?

Von einem Legezwang spricht man, wenn eine Henne zwanghaft Eier legt. Es kann vorkommen, dass dies bei einer einzeln gehaltenen Henne passiert, aber genauso auch bei einer Paar- oder Schwarmhaltung.

Wichtig, um den Eiern Einhalt zu gebieten, ist, herauszufinden, welche Ursachen das erhöhte Brutverhalten haben könnte.

Wie erkenne ich einen Legezwang?

Legt eine Henne in kurzen Abständen immer weiter Eier, die über die normale Gelegegröße (vier bis acht Eier) hinaus gehen, mehrere Gelege hintereinander oder bei ungünstigen Brutbedingungen Eier, spricht man von einem Legezwang.
Der Absatz eines größeren Kotbällchens, dem sogenannten Brutkot, kündigt ein Ei an. Auch ist bei manchen Hennen eine Wölbung am unteren Bauch zu sehen. Das Abspreizen der Flügel ist auch nicht untypisch.

Flügel abspreizen

Warum ist ein Legezwang so gefährlich?

Unsere Wellensittiche sind nicht, wie Hühner, darauf gezüchtet, ständig Eier zu legen. Die Eiablage ist ein extrem anstrengender Prozess, der dem Körper einiges an Kraft kostet. Dadurch steigt das Risiko, dass die Henne schneller an einer Krankheit oder Infektion erkrankt.
Vor Brutbeginn wird Kalzium in den Knochen eingelagert, welches maßgeblich für die Eierschale ist. Nach einer Weile sind diese Vorräte aufgebraucht und der Körper beginnt, sich die notwendigen Kalzium-Mengen aus den Knochen zu holen, was dazu führt, dass sich die Struktur der Knochen verändert und sie dadurch poröser werden.

Was kann ich tun, um einen Legezwang zu vermeiden?

Um einen Legezwang zu vermeiden, sollte der sogenannte „Wüsten-Modus“ nachgestellt werden. Das heißt, es sollte darauf geachtet werden, dass keine brutfördernden Gegebenheiten vorhanden sind. Für den Halter bedeutet das also, die Nachtruhe auf 14 Stunden zu erweitern und das Licht am Tag für 10 Stunden so hell wie möglich, notfalls auch mit UV-Lampen oder -röhren, zu halten. Denn die nicht ausgeleuchteten, halbhellen Räume lassen die Regenzeit und somit ein reichhaltiges Nahrungsangebot als geeignete Brutbedingungen erscheinen.
Des Weiteren sollte auf Frischkost und Schreddermöglichkeiten verzichtet werden. In der Natur werden Bruthöhlen mittels Schreddern vergrößert, daher sollten der Henne keinerlei Schreddermöglichkeiten angeboten werden. Außerdem sollten alle dunklen Ecken und Nischen ausgestopft werden, sodass die Henne nirgends ihren Kopf reinstecken kann.
Weiterführend hilft der Artikel Brutlust reduzieren ebenfalls weiter.

Ablenkung kann neues Spielzeug und Intelligenzspielzeug sowie die Umgestaltung des Käfigs bzw. der Voliere schaffen.

Die Temperatur im Zimmer sollte zwischen 16 °C und 19 °C liegen.

Manchmal hilft es auch, die legewütige Henne räumlich von ihrem Partner zu trennen.

Was tun, wenn all das nicht hilft?

Bei einem Legezwang sollte unbedingt ein vogelkundiger Tierarzt zu Rate gezogen werden, da ein nicht behandelter Legezwang zu einer Legenot führen kann. Der vogelkundige Tierarzt wird dem Halter der legewütigen Henne die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten erläutern. Es gibt die Möglichkeit, eine Hormonbehandlung durchzuführen. Diese kann mit einer Spritze, der Spot-On-Methode oder Schnabulös erfolgen. Neben der Hormonbehandlung kann der Henne auch der Legedarm entfernt werden.

Vor- und Nachteile der Hormonbehandlung:
Die Hormonbehandlung schlägt bei den meisten Wellensittichen gut an, muss allerdings bei Bedarf regelmäßig wiederholt werden. Auch kann die Hormonbehandlung die Leber und die Niere angreifen und zu Mauserproblemen führen.

Vor- und Nachteile der Legedarm-OP:
Wie bei jeder OP bei einem Wellensittich ist das Risiko auch bei der Legedarm-Entfernung sehr hoch. Neben dem Narkoserisiko sollten auch die Risiken nach oder auch während einer OP, wie Infektionen oder anderen Komplikationen nicht außer Acht gelassen werden. Selbst bei einer Legedarm-Entfernung kann es vorkommen, dass die Henne im Nachhinein einer Hormonbehandlung unterzogen werden muss.

Welche Behandlung durchgeführt wird, sollte der Halter zusammen mit seinem vogelkundigen Tierarzt abstimmen.

Weitere Informationen bietet auch unser Artikel über unerwünschte Eier.

 

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Anna1589

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