Wellensittichen aus der Vermittlung ein Zuhause bieten

Sicherlich schlägt das Herz eines jeden Wellensittich-Freundes höher, wenn er in einem Zoogeschäft oder bei einem Züchter kleine, junge Wellis sieht. Bestimmt üben die zierlichen Geschöpfe, gerade wenn sie noch nicht einmal durch die Jugendmauser sind, eine besondere Anziehung aus.
Aber was ist mit den Wellensittichen, die man in ihrem angestammten Zuhause aus den verschiedensten Gründen auf einmal nicht mehr halten kann oder auch will? Sind sie weniger liebenswert, nur weil sie (in der Regel) schon ausgewachsen und etwas älter sind?

In Tierheimen, Vermittlungsrubriken von Foren und diversen Kleinanzeigenmärkten warten tagtäglich dutzende solcher Vögel auf ein neues Heim, teilweise stammen sie aus Haltungsbedingungen, die einfach unzumutbar sind.
Haben diese Wellensittiche es nicht verdient, in ein Zuhause zu kommen, in dem man sie artgerecht hält, nur weil man selbst dann der zweite, dritte, vierte oder vielleicht sogar fünfte Halter ist?

Vielleicht hilft es dem Einen oder Anderen, sich die Vorteile solcher ‚Second-Hand-Wellensittiche’ einmal vor Augen zu halten. Verstirbt z.B. ein Wellensittich eines Pärchens ist es immer ratsam, dass der zurückgebliebene Vogel wieder einen Artgenossen bekommt, der etwa im gleichen Alter wie er selbst ist. Außerdem kennen die Vorbesitzer meist schon den Charakter ihrer Tiere, so dass man in etwa weiß, was da auf einen zukommt und inwiefern der Neue (oder sogar die Neuen?) in den schon vorhandenen Schwarm passt.

Nimmt man dann einen oder auch gleich mehrere Abgabevögel bei sich auf, ist es immer schön zu sehen, wie dankbar diese Wellensittiche für ihr neues Heim sind. Wer schon einmal etwa einem ehemaligen Einzelvogel in einem Schwarm ein Zuhause gegeben hat, kann wohl bestätigen, wie sehr man dem Wellensittich von Tag zu Tag mehr ansieht, wie er aufblüht und sein neues Leben unter Artgenossen genießt. Oder auch Vögel, die vorher vielleicht keinen oder kaum Freiflug gekannt haben, werden meist innerhalb kurzer Zeit sehr zu schätzen lernen, dass sie ihre Flügel nun endlich für das gebrauchen können, wozu sie ihnen gegeben wurden.
Und auch wenn ein Vogel nicht aus einer schlechten Haltung stammt, sondern der Vorbesitzer in umständehalber und mit schwerem Herzen abgeben muss, tut man mit der Aufnahme solch eines Wellensittichs eine sehr gute Tat.

Ein Blick in die schon erwähnten Tierheime, Foren und Anzeigenmärkte zeigt schnell, dass das Angebot die Nachfrage weit übersteigt. Zoogeschäfte bekommen jede Woche neue Tiere – ein Strom, der nicht versiegt. Und dem gegenüber steht ein ebensolcher Strom an ‚gebrauchten’ Wellensittichen, die ebenfalls ein Heim suchen.

Erst wenn mehr Menschen dazu bereit sind, auch Abgabetieren ein Zuhause zu bieten, wird weniger Nachschub produziert werden, da der Absatz in den Geschäften zurückgeht – und nur auf diesem Wege wird es mit der Zeit weniger Tiere geben, die lange Zeit oder sogar den Rest ihres Lebens in einem Tierheim darauf warten müssen, dass sie von einem tierlieben Menschen adoptiert werden.


zwei kraulende Wellensittiche

Diese zwei Wellensittiche kamen jeweils aus Einzelhaltung und haben sich in ihrem neuen Schwarm kennen und lieben gelernt.

 

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Bealu

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