Probleme bei der Wellensittich-Zucht

Auch als Hobby- oder Wohnzimmerzüchter muss man sehr genau über Ernährung, Haltung und Krankheiten Bescheid wissen. Die meisten Bruten verlaufen ohne Probleme, aber wenn plötzlich ein Elternteil stirbt, die Küken gerupft werden oder kränkeln, wenn die Eltern nicht richtig füttern ...
Dann steht man plötzlich vor großen Problemen, mit denen man sich besser vorher auseinandergesetzt hätte.

Das Paar interessiert sich nicht für den Nistkasten

Oftmals wollen einzelne Pärchen nicht brüten, weil ihnen die Anregung durch andere Wellensittiche fehlt. Ein zweites Pärchen ist dann der Stimulus, der gefehlt hat.
Ansonsten ist das Paar vielleicht noch zu jung oder nicht in Brutkondition.

Legenot

Bei der Legenot steckt das Ei im Körperinneren fest und kann nicht abgelegt werden.
Anzeichen für Legenot: Der Vogel sitzt schwer atmend, aufgeplustert und breitbeinig da und frisst meistens nichts. Innerhalb von Stunden wird die Henne immer schwächer, weil sie das Ei auch durch starkes Pressen nicht legen kann. Eine Legenot kann innerhalb von 12 Stunden zum Tode führen.
Daher muss schnell gehandelt werden. Die Henne muss sofort zum vogelkundigen Tierarzt. Eine Eigenbehandlung ist nicht anzuraten, da die Risiken einfach zu groß sind. Zerbricht das Ei im Körperinneren, kann das zu schweren inneren Verletzungen durch die Schalen führen. Eine Legenot kann jede Henne treffen, oft sind es aber Hennen, die zu jung oder zu alt für eine erste Brut sind.

Ein Elternteil stirbt

Stirbt der Hahn, wird die Henne die Küken wahrscheinlich allein aufziehen können. Sind es viele Küken, ist es von Vorteil, einen Teil der Küken einer anderen Henne mit etwa gleichaltrigem Nachwuchs unterzuschieben, sofern vorhanden, und dann muss beobachtet werden, ob die Henne mit ihrem Nachwuchs klarkommt. Wenn nicht, müssen auch die anderen Küken zu einer Ersatzmutter. Wellensittiche akzeptieren fremde Küken normalerweise ohne Probleme.
Stirbt die Henne, ist das um einiges dramatischer. Sind die Küken noch nicht geschlüpft, kann man das Gelege nur retten, indem man es einem anderen Pärchen unterschiebt. Auch wenn die Küken gerade erst geschlüpft sind, müssen Ersatzeltern her, denn in den ersten Lebenstagen bekommen die Kleinen ja nur die Vormagenmilch. Eine Handaufzucht ist generell sehr schwierig; die Kleinen müssen ständig gefüttert werden - für Berufstätige eine unlösbare Aufgabe. Dennoch sollte man für den Fall der Fälle auf eine Handaufzucht vorbereitet sein. Empfehlenswerte Literatur: "Kunstbrut und Handaufzucht von Papageien und Sittichen", Matthias Reinschmidt, Preis 34,80 Euro, Arndt-Verlag und "Handaufzucht von Papageien", R. K. Wagner, Preis rund 35 Euro.
Sind die Jungen schon zwei bis drei Wochen alt, kann der Hahn die Aufzucht auch allein schaffen, allerdings sollte man mehrmals täglich ihren Ernährungszustand kontrollieren und gegebenenfalls zufüttern.

Rupfen

Leider kommt es manchmal vor, dass ein Elternteil die Küken rupft. Kann man Mangelerscheinungen ausschließen und daher nicht beheben, muss man den rupfenden Vogel entfernen und darauf hoffen, dass der verbleibende Elternteil die Aufzucht allein schafft, ansonsten, wie oben schon gesagt, muss zugefüttert werden.
Rupfenden Wellensittichen sollte man kein zweites Mal eine Brut erlauben.
Meistens regeneriert sich das Gefieder nach der Jugendmauser, aber manchen Vögeln kann man ihr Leben lang ansehen, was sie als Küken durchgemacht haben.
Gerupfte Jungvögel sollten später nur unter äußerster Vorsicht zur Brut eingesetzt werden, da sie diese Marotte möglicherweise von den Eltern übernehmen.

 

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Blueberry

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