PBFD - Psittacine Beak and Feather Disease

PBFD ist eine Abkürzung und steht für Psittacine Beak and Feather Disease, zu deutsch Feder- und Schnabelkrankheit der Papageien. PBFD ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die Sittiche und Papageien, also Psittaciden, befällt und durch Circoviren ausgelöst wird. Der erste Bericht dieser Krankheit stammt aus Australien, aus dem Jahr 1984.

Übertragung der Schnabel und Federkrankheit

Das Virus kann entweder oral oder über eine Tröpfcheninfektion übertragen werden. Hauptübertragungswege sind der Kot und der Federstaub, auch durch die Partner- oder Jungtierfütterung wird das Virus häufig übertragen, da es sich in großer Zahl im Sekret des Kropfes befindet. Zudem ist auch eine Übertragung über Körper und Kleidung durch den Menschen von einem kranken auf einen gesunden Vogel möglich, allerdings kann man diesem Übertragungsweg mit durch eine Dusche und einen Wechsel der Kleidung vorbeugen. Das größte Risiko für ein Auftreten der Krankheit besteht mit zwei bis drei Jahren, hatten die Vögel in den ersten zwei Lebensjahren keinen Kontakt mit dem Virus, scheint eine Ansteckung nicht mehr so häufig vorzukommen. Es kommt jedoch auch vor, dass die Erkrankung bei Altvögeln relativ symptomlos verläuft, diese aber trotzdem Ausscheider des Virus sind und ihre Artgenossen anstecken können.

Symptome von PBFD

Die Inkubationszeit nach Kontakt mit dem Erreger beträgt circa zwei Monate, es sind jedoch auch Fälle bekannt, in denen die Zeit zwischen Kontakt mit dem Virus und einem Ausbrechen der Krankheit bis hin zu mehreren Jahren gedauert hat. Bezüglich der Symptome ist, wie beim Polyomavirus, zwischen einer akuten und einer chronischen Form zu unterscheiden.

Die akute Form tritt in erster Linie bei kurz vor dem flügge werden stehenden Jungvögeln auf, sie äußert sich durch Schlappheit, Aufplustern des Gefieders, Appetitverlust, Durchfall, Erbrechen und eine hohe Todesrate. Die Inkubationszeit ist hier kürzer und beträgt circa 14 Tage. Bei Altvögeln äußert sich die akute Form stärker in Sekundärerkrankungen, die weiter unten beschrieben werden, und ist weniger kritisch als bei den Jungvögeln.

Die chronische Form, die eher mit dem Namen PBFD assoziiert wird, fällt vor allem durch ein abnormes Federwachstum auf. Die betroffenen Tiere verlieren ihre neu gewachsenen Federn schnell wieder oder sie brechen ab. Dadurch verlieren die Tiere meist ihre Flugfähigkeit. Es kommt zu Deformationen beim Wachstum der Federn und zu Blutungen in den Federkielen. Bei Papageien und Kakadus ist oftmals eine Unterentwicklung der Puderdunen festzustellen und das Großgefieder kann ohne Schmerzempfindung des Vogels gezogen werden, da die Federkiele abgestorben und die Blutgefäße vertrocknet sind. Ein weiteres auffälliges Symptom ist eine Veränderung des Schnabelhorns. Es kommt zu Rissen und Einkerbungen im Oberschnabel und das Schnabelhorn splittert sehr leicht. Teilweise kommt es zu einem unkontrollierten Schnabelwachstum, zu Schnabelverfärbungen und zu Pilzinfektionen im oder am Schnabel, zu bakteriellen Infektionen der Haut und zu Federbalgzysten. Diese Sekundärinfektionen entstehen vor allem durch eine allgemeine Schwächung des Immunsystems, da durch das Virus einige für das Immunsystem wichtige Organe sowie die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) geschädigt werden. Zum Teil kommt es durch die Krankheit auch zu Veränderungen des Krallenhorns.

Werden die Sekundärerkrankungen nicht behandelt, kommt es innerhalb weniger Monate bis Jahre zum Tod des Tieres und des gesamten Bestandes.

PBFD
beidseitige Gefiederstörung an den Flügeln

Diagnose der Krankheit beim Wellensittich

Wie beim Polyomavirus auch werden die Circoviren mittels einer Blut- oder Federprobe im Labor nachgewiesen. Bei Verdacht ist dazu der vogelkundige Tierarzt zu befragen. Wichtig ist, dass die Feder frisch ist und dass es sich nicht um eine durch die Mauser ausgefallene Feder handelt. Diese Probe wird dann auf Virus- DNS untersucht, wird diese gefunden, gilt die Diagnose als gesichert. Bei sehr frisch infizierten Vögeln ist das Virus unter Umständen noch nicht nachweisbar, es empfiehlt sich in einem solchen Fall eine erneute Untersuchung. Auch kommt es vor, dass in infizierten Vögeln zeitweise keine Viren zirkulieren und der Test daher negativ ausfällt. Bleibt der Verdacht bestehen, sollte auch hier eine Nachuntersuchung durchgeführt werden.

Es kann zusammenfassend gesagt werden, dass nur eine positive Diagnose als gesichert angesehen werden kann, weil es immer wieder Zeiten gibt, zu denen die Viren weder in Federn noch im Blut nachgewiesen werden können. Ein negatives Untersuchungsergebnis ist daher leider nicht immer sehr aussagekräftig.

Bekämpfung vom Circovirus

Leider gibt es bisher keine Möglichkeit, die auslösenden Circoviren wirksam zu behandeln. Daher muss auf andere Art und Weise mit den Folgen der Erkrankung umgegangen werden. Wichtig ist vor allem die Vermeidung von Stress und die Bekämpfung der auftretenden Sekundärerkrankungen. Des Weiteren ist in jedem Fall auf eine Zucht mit erkrankten Vögeln zu verzichten, da sie die Viren mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit an ihren Nachwuchs weitergeben. Es sind schon Fälle bekannt geworden, in denen das Immunsystem der Vögel in der Lage war, das Virus zu vernichten, allerdings kommt dies sehr selten vor und ist nicht der Regelfall.

Um das durch die Krankheit geschwächte Immunsystem zu unterstützen, ist eine ausreichende Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen sehr wichtig. Immunstärkende und den Federwuchs unterstützende Präparate können den Allgemeinzustand der betroffenen Vögel zudem unterstützen und den Ausbruch der Krankheit unter Kontrolle halten. Nach den für den jeweiligen Vogel passenden Präparaten fragt man am Besten den behandelnden vogelkundigen Tierarzt.

Umgang mit der chronischen Form

Zusätzlich zu den erwähnten Maßnahmen, um den Allgemeinzustand des Vogels zu unterstützen, müssen weitere Schritte eingeleitet werden. So müssen Krallen und Schnabel der erkrankten Tiere unter Umständen häufig kontrolliert und nach geschnitten werden, um ein Fehlwachstum zu vermeiden. Des Weiteren ist die Umgebung an die mögliche Flugunfähigkeit der Vögel anzupassen. Dadurch, dass die erkrankten Wellensittiche möglicherweise nur noch sehr wenig Federn haben und ihre Körpertemperatur nicht regulieren können, ist für eine konstante Raumtemperatur von mindestens 20°C zu sorgen, da sonst die Gefahr einer Erkältung sehr hoch ist.

Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, sollten sich keine gesunden Vögel in einer befallenen Gruppe befinden und es sollte beim Aufstocken oder beim Ersetzen eines verstorbenen Partners darauf geachtet werden, möglichst ein ebenfalls befallenes Tier dazu zu setzen. Im Forum gibt es die Möglichkeit, in der Vermittlungsrubrik gezielt nach erkrankten Vögeln zu suchen bzw. diese zu Vermitteln.

 

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twixx_87

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